06.07.2017, 16:22 Uhr

Start frei für die tägliche Bewegungs- und Sporteinheit an Schulen

Freuen sich auf die tägliche Bewegungs- und Sporteinheit: Kurt Hohensinner, Anton Lang, Ursula Lackner, Stefan Herker, Harald Schwarz (Foto: Land Steiermark/Strasser)

Vor den Ferien ist nach den Ferien: An elf steirischen Modellschulen werden Bewegungscoaches eine tägliche Sporteinheit abhalten.

Jahr für Jahr wird sie gefordert, doch passiert ist noch nicht viel: Die Rede ist von der täglichen Turnstunde, die stets im Mittelpunkt von Diskussionen stand. Nun scheint im wahrsten Sinne des Wortes Bewegung in die Sache zu kommen, haben sich doch Sport- und Bildungsministerium das Ziel gesetzt, die "Tägliche Bewegungs- und Sporteinheit" in Schulen jetzt umzusetzen. Konkret bedeutet das Folgendes: Das Konzept, welches im kommenden Schuljahr vorerst an elf steirischen Schulen mit rund 900 Kindern umgesetzt wird, beinhaltet die Möglichkeit, dass sich Schüler an fünf Stunden in der Woche in der Schule bewegen sollen. Dieses Angebot ist zusätzlich zu den fixen Turnstunden konzipiert.

Drei Grazer Schulen dabei

"Empirische Studien belegen, dass die körperliche und sportliche Aktivität sowie die Leistungsfähigkeit im Kindes- und Jugendalter in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich abgenommen haben. Daher ist es aus meiner Sicht umso wichtiger, Initiativen zu setzen, um unseren Kindern die Freude am Sport zu vermitteln", betonen die Landesräte Anton Land und Ursula Lackner unisono. Gerade die Steiermark hat in den letzten Jahren bereits einen guten Grundstein gelegt wie unter anderem das Projekt "Bewegungsland Steiermark", bei dem mehr als 30.000 Schüler jährlich von Trainern aus lokalen Sportvereinen betreut werden, beweist. "Ich freue mich, dass nun eine Institutionalisierung erfolgt und auch das Land Steiermark das Gesamtprojekt rund um die ,Tägliche Bewegungs- und Sporteinheit' aufgreift. In Graz selbst sind die Schulen VS Neufeld, VS Andritz und VS Karl Morre dabei", sagt Sportstadtrat Kurt Hohensinner.

Eigene Bewegungscoaches sind am Werk

Wann und wie diese tägliche Stunde ausgestaltet wird, obliegt im Sinne der Autonomie den jeweiligen Schulen selbst. "Durch die soeben beschlossene Änderung im Schulzeitausführungsgesetz kann diese Einheit auch am Vormittag erfolgen", berichtet Lackner. Durchgeführt wird sie jedenfalls von so genannten "Bewegungscoaches" und damit nicht vom Lehrpersonal. "Mit qualifizierten Mitarbeitern, die das nötige fachliche Know-how besitzen und dem bereits bestehenden Netzwerk ist es uns möglich, kompetente Bewegungseinheiten in den Schulen durchzuführen", ist sich Stefan Herker, der Präsident der Sportunion Steiermark und Vorsitzende des Ausschusses Schule und Sport, sicher.

Nachwuchs für Sportvereine

Während dieses Projekt im Burgenland bereits seit dem Vorjahr läuft, ziehen jetzt die weiteren acht Bundesländer nach. "Via Uni Wien gibt es auch eine wissenschaftliche Begleitung", fügt Herker an. Neben der Koordinations- und Motorikentwicklung ist allen Beteiligten aber vor allem auch eines wichtig: "Durch diesen polysportiven Ansatz sollen auch die Vereine aus der Region ins Boot geholt werden, denn immer mehr Sportorganisationen klagen über zu wenig Nachwuchs. Wird den Kindern der Sport im Rahmen dieser täglichen Einheiten schmackhaft gemacht, können wir wieder mehr Jungs und Mädels in die Vereine bringen", bekräftigt Lang. "Es liegt nun alles an den jeweiligen Standorten, wie die Einheit tatsächlich ankommt. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung", sagt abschließend Pflichtschulinspektor Harald Schwarz in Vertretung von Landesschulratspräsidentin Elisabeth Meixner.
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