06.04.2016, 09:30 Uhr

Urban Gardening oder die essbare Stadt

Grüne Idylle in der Stadt: Michael Flechl in der Allmende Leech. (Foto: KK)

Immer mehr Grazer nutzen den urbanen Raum für Gemeinschaftsgärten.

Ob auf der Uni Graz, auf der Röhre des Plabutschtunnels, im neuen Stadteil Reininghaus oder auf einer einfachen Verkehrsinsel in der Rechbauerstraße: die Stadt wird immer öfter als Garten genutzt. Eine Auswahl der städtischen Gemeinschaftsgärten samt Kontaktdaten finden Sie deshalb auf der WOCHE Grafik (Bild).

Grüne Freiräume

Ziel des „Urban Gardening“ („städtischer Gartenbau“) ist – wie der Name vermuten lässt – die gärtnerische Nutzung von Flächen innerhalb des Stadtraums. Dabei geht es aber häufig nicht nur um das Anbauen von Gemüse, sondern auch darum, in Form von Gemeinschaftsgärten grüne Freiräume im immer dichter verbauten Stadtraum zu schaffen.
Neben einer zumindest partiellen Selbstversorgung mit Salat, Kartoffeln, Zwiebeln und anderen Früchten sorgen diese Freiflächen häufig auch für ein fruchtbares soziales Miteinander, erzählt Michael Flechl, seit 2010 eines der aktivsten Mitglieder der Grazer Szene, Mitglied im „Garden Lab“ und Veranstalter von verschiedenen „Urban Gardening“-Führungen in der Stadt (Info unten). „Natürlich geht es um die Gemüseproduktion, aber in erster Linie ist es eine soziale Bewegung. Man lernt nette Leute kennen und tauscht Wissen über das Gärtnern und Rezepte aus“, so Flechl.

Bewusstsein schaffen

Darüber hinaus gehe es laut dem Biologiestudenten aber auch darum, Bewusstsein für den Wert von Nahrung zu schaffen. „Erdbeeren wandern nicht einfach ins Joghurt – sie müssen erst mühsam gezüchtet werden.“ Umso wichtiger sei es deshalb, die Idee einer „essbaren Stadt“ weiter voranzutreiben und weiter öffentliche Flächen für das „Garteln“ zu erschließen – auch mit Unterstützung der Politik. Neue, urbane Gärtner sind übrigens jederzeit willkommen.

Info: Wildkräuter und Gärten kennenlernen

Wer mehr über Urban Gardening in Graz erfahren möchte, kann das zum Beispiel bei einer Führung von Michael Flechl tun, der regelmäßig durch die Gemeinschaftsgärten der Stadt führt und dabei erklärt, wie sie funktionieren. Bei Kräuterwanderungen (z. B. auf den Schloßberg oder zur Ruine Gösting) kann man außerdem erfahren, welche Wildkräuter wo wachsen und wie man sie in der Küche verwerten kann. Infos auf Facebook unter Kräuterwanderungen und Gartenführungen in Graz oder per E-Mail an michaelflechl@hotmail.de
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