20.12.2017, 09:00 Uhr

Weihnachten fern von Graz: Unter Palmen statt Bäumen

Ein Picknick am Strand: So verbringt Anna Schreiber mit Familie den 24. Dezember in Australien, eine Bescherung gibt’s trotzdem. (Foto: Privat)

Kekse essen bei 30 Grad, Schinken statt Karpfen, verspätetes Fest: So feiern Grazer im Ausland Weihnachten.

Während bei uns das Christkind alle Hände voll zu tun hat, seinen Platz gegen den Weihnachtsmann zu verteidigen, sehen sich jährlich Zigtausende Steirer dieses „Duell“ aus der Ferne an: Laut Auskunft des Büros für Auslandssteirer leben zwischen 60.000 und 70.000 Landsleute im Ausland. Die WOCHE hat mit vier Grazern über Weihnachtsbräuche fern der Heimat gesprochen.

Stille Nacht bei Sonnenschein

Nicht am 24. Dezember, sondern erst am 7. Jänner wird dagegen in Russland gefeiert, wie Peter Presinger, der Präsident der Österreichisch-Russischen Gesellschaft Steiermark, erzählt: „Es ist ein Fest für orthodoxe Gläubige. Geschenke oder ein Festessen wie in Österreich gibt es nicht.“
Weihnachten am anderen Ende der Welt feiern: Davon weiß Anna Schreiber ein Lied zu singen. Gemeinsam mit ihrem brasilianischen Mann und den beiden Töchtern lebt sie seit sieben Jahren in Australien. „Am 24. Dezember werden wir ein Picknick am Strand machen, danach bei uns zu Hause den Christbaum aufstellen. So wie in Österreich gibt’s dann gegen fünf Uhr die Bescherung. Wir singen auch ,Stille Nacht‘ auf Deutsch und Portugiesisch“, erzählt Schreiber. „Kekse isst man bei 30 Grad plus eher weniger, da gibt es dann eine Weihnachts-Grillerei mit Garnelen, Fisch und Salat.“

Wenn der Glühweinduft fehlt

Vom Christkind fehlt in Finnland jede Spur. „Bei uns bringt der Weihnachtsmann, der ja aus Lappland kommt, die Geschenke“, sagt Franz Mascher, der mit seiner Familie in Lahti lebt. Viel Wert wird auf ein traditionelles Weihnachtsfest gelegt, „begonnen wird bereits am Vorabend, wenn der Weihnachtsschinken in den Ofen kommt.“ Was Mascher an Österreich fehlt? „Die gemütlichen Weihnachtsmärkte mit dem Duft von Glühwein. Auch Weihnachtsbäckerei geht manchmal ab.“
Ziemlich ähnlich wie hierzulande wird in der Schweiz gefeiert, wo Karin und Josef Fink seit über 50 Jahren leben. Erinnerungen an Graz kamen beispielsweise auf, „als wir spontan die Mitternachtsmesse in der St.-Peter-Kirche in Zürich besuchten.“ Auf den Weihnachtstisch kommen nach der Bescherung oft Raclette oder Käsefondue. „Vanillekipferl dürfen auf keinen Fall fehlen.“
Nicht am 24. Dezember, sondern erst am 7. Jänner wird dagegen in Russland gefeiert, wie Peter Presinger, der Präsident der Österreichisch-Russischen Gesellschaft Steiermark, erzählt: „Es ist ein Fest für orthodoxe Gläubige. Geschenke oder ein Festessen wie in Österreich gibt es nicht.“
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