02.11.2016, 08:00 Uhr

Werner Miedl meint: "Wir müssen Sicherheit gemeinsam neu denken!"

Sicherheit nachbarschaftlich gedacht – das würde sich Werner Miedl für die Stadt wünschen. (Foto: gemeinsam sicher)

Der Koordinator von "Gemeinsam.sicher" wünscht sich einen
stärkeren Zusammenhalt in der Stadt.

"Die Kriminalitätszahlen sind in den letzten Jahren im Wesentlichen die gleichen geblieben, es haben sich nur mehr Nischendelikte im Bereich der Eigentumskriminalität entwickelt. Was sich aber stark verändert hat, ist das subjektive Sicherheitsempfinden der Leute in der Stadt, wo isoliert der Alltag bestritten wird." Werner Miedl ist Landeskoordinator der steirischen Polizei für die Initiative "Gemeinsam.sicher". Was er sich für den innerstädtischen Bereich besonders wünscht, ist eine stärkere Vernetzung zum Wohle aller Bewohner.

Stadt versus Land

Auf gute Nachbarschaft zu setzen, ist dabei seine Kernbotschaft. "Am Land ist es selbstverständlich, dass man darauf achtet, wie es den Nachbarn geht. Das muss in der Stadt erst wieder erlernt werden", meint Miedl. Wer etwa zwei Wochen auf Urlaub fährt, braucht nur seinen Schlüssel einer Vertrauensperson geben, die dann den Rasen mäht oder die Rollos rauf- und runterlässt, damit das Haus oder die Wohnung einen belebten Eindruck erweckt.

Vorsicht, Nachbar wacht!

Was eigentlich logisch und einfach klingt, zeigt große Wirksamkeit. "In Südengland hat man diese Nachbarschaftskampagne intensiv probiert. Die Einbrecherquote ist durch soziale Maßnahmen um 18 Prozent gesunken", erklärt Miedl.

Vermischen ist wichtig

In Graz hat "Gemeinsam.sicher" bereits ähnliche Pilotprojekte gestartet. So wurden im Volksgarten und Metahofpark Vertreter verschiedener Gruppierungen aus der Nachbarschaft zusammengerufen, um Konzepte für mehr Sicherheit in der Umgebung zu entwickeln. "Auch diese unterschiedliche ethnische Herkunft ist für viele Leute irritierend. Genau daher ist eine Vermischung und ein gemeinsames Sicherheitsdenken umso wichtiger", so der Landeskoordinator. Die Devise lautet: soziale Netzwerke schaffen und jeden integrieren.

Ein Licht geht auf

"Wir müssen die Jugend- und Sozialarbeit stärker ins Boot holen, um präventiv wirksam zu werden und kostenlose Freizeitangebote zu schaffen, wo sich heimische und ausländische Jugendliche gemeinsam treffen." Das entscheidende Stichwort, das Miedl mehrfach betont, ist der soziale Zusammenhalt. Wenn dieser stimmt, dann sinkt die Kriminalität und das Sicherheitsgefühl steigt.
"Und dort, wo Defizite sind, muss gehandelt werden. Wenn etwa die Beleuchtung wie letztes Jahr im Volksgarten in nur zwei Monaten erneuert wird und wieder kaputt geht, muss etwas anderes gemacht werden. Denn auch Licht hat eine starke Auswirkung auf das subjektive Empfinden."
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