07.02.2018, 05:00 Uhr

Wie die Polizei Steiermark das Internet rockt

Live vom Ski-Dienst: Das Social-Media-Team war in Schladming beim Nightrace gemeinsam mit Kollegen im Einsatz. (Foto: Polizei Steiermark/FB)

Die Polizei, dein Freund und Helfer – und neuer Facebook-Freund. So geht "online" bei den Ordnungshütern.

"Wir bitten um Hinweise: Ein derzeit noch unbekannter Täter hat sich dreist über unseren Schokolade-Nikolaus her gemacht und ist nun flüchtig. Ihr wisst etwas darüber? Markiert einen möglichen Tatverdächtigen" – dies ist kein privater Facebook-Post, nein, es handelt sich um den offiziellen Auftritt der Polizei Steiermark im sozialen Netzwerk. 

Erfolg seit 2016

Wenn ein Polizist mit seinem Auto vorbeifährt und davor warnt, dass "so ruhig wie da auf der Straße wirds beim WOCHE-Businesslauf am Schwarzl net sein, drum steigts bitte alle auf die Öffis um", online Schoko-Nikolaus-Nascher gesucht werden oder Schnappschüsse vom Nightrace in Schladming veröffentlicht werden, dann zeichnen sie dafür verantwortlich: Madeleine Heinrich (30), Jürgen Makowecz (39), Melanie Rehling (31) und Victoria Gimpel (22). Die kunterbunte Truppe aus Kommunikationsexperten und Exekutivbediensteten ist seit Dezember 2016 offiziell das Social Media Team der Polizei Steiermark. "Die Idee hatte ich schon vor drei Jahren, als ich hier anfing", erzählt Heinrich.

Rasch und direkt

Als damals die Flüchtlingswelle über Österreich rollte, war rasche Krisenkommunikation gefragt. "Es wurden Gerüchte übers Internet verbreitet, das hat uns gezeigt, dass wir noch schneller reagieren müssen." Inzwischen funktioniert der Auftritt über Facebook und Twitter einwandfrei. "Infotainment ist das Stichwort. Auf Facebook darf es ruhig mal ein lustiger Post sein, auf Twitter informieren wir zum Beispiel mehr über aktuelle Ermittlungen." Beim Fall vom Doppelmörder Friedrich F. aus Stiwoll hat das etwa gut funktioniert. "Wir haben wirklich auf jeden einzelnen Kommentar auf Facebook geantwortet, das hat lange gedauert, aber es ist uns wichtig, gleich direkt mit den Bürgern zu kommunizieren und Ängste zu nehmen", betont Heinrich.
Der zeitliche Aspekt macht die Arbeit nicht immer leicht, denn "wir sind von Ermittlungen abhängig, unsere Informationen müssen 100 Prozent richtig sein, darauf verlassen sich die Menschen." Neben der korrekten Informationsweitergabe ist dem Team vor allem eines wichtig: "Wir wollen Vertrauen aufbauen zu den Menschen und Verständnis für die Polizeiarbeit schaffen."



Erster Fan: Sobotka

Die inzwischen fast 30.000 Facebook-Fans und der beliebteste Post mit 5.000 Likes sprechen für sich. "Unser erster Fan war übrigens damals Minister Sobotka, das war schon toll", erinnern sich Heinrich und Gimpel an den Launch ihrer Facebook-Seite am "Tag der Bundespolizei" zurück.
Eine Frage beschäftigt das Team immer: "Wie lustig darf die Polizei sein? Diese Frage muss man sich stellen. Aber das Feedback ist so positiv. Schließlich wollen wir zeigen, wie faszinierend die Polizeiarbeit ist und was hier täglich geleistet wird."
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