24.01.2018, 15:12 Uhr

"Austria 2026": Graz und Schladming wollen sich als Austragungsort der Olympischen Spiele 2026 bewerben

"Austria 2026": Unter diesem Motto soll die Steiermark 2026 Austragungstätte der Olympischen Spiele werden. (Foto: GEPA pictures)

Werden wir nach den Special Olympics 2017 neun Jahre später auch Olympische Winterspiele erleben dürfen? Graz und Schladming wollen das olympische Komitee für sich gewinnen.

Unter den Bürgermeistern herrscht Einigkeit: Die Stadtchefs von Graz, Schladming, Inzell, Hochfilzen und St. Georgen/Kreischberg wollen ihre Gemeinden als Austragungsorte für die Olympischen Winterspiele und Paraolympische Winterspiele 2026 bewerben. Das sportliche Großevent soll unter dem Motto "Austria 2026" beworben und abgehalten werden.

Vorteile durch IOC-Förderungen

"Wir wollen den Sport und die Sportler in den Vordergrund stellen und haben schon durch die Special Olympics gezeigt, dass wir dafür keine großen Sporthallen bauen müssen", so der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) finanziert die Spiele mit einer Milliarde Dollar. Damit würde die Region beworben werden und auch Infrastrukturprojekte für diesen Raum könnte dadurch co-finanziert werden. An den Olympischen Spielen würden ca. 2.800 Athleten teilnehmen – gleich viele wie bei den Special Olympics 2017.
Auf der Homepage der Stadt Graz wird angeführt, dass dabei auch bis zu 5.000 Journalisten aus der ganzen Welt erwartet werden, was eine enge Zusammenarbeit mit den Investoren der Smart City Reininghaus bedeuten würde. Dort könnte nämlich das olympische Dorf entstehen und der Wohnraum für 3.000 Menschen könnte danach weiter genutzt werden. Durch die Spiele könnte es auch zu einer Überdachung der Merkur Arena kommen. Neben der Eröffnungs- und Schlussfeier würden dort die Eishockey- und Eiskunstbewerbe stattfinden.

Politische Reaktionen

Der Grazer Vizebürgermeister Mario Eustacchio (FPÖ) begrüßt die Idee, Graz "Hostcity" der Olympischen Spiele nennen zu dürfen: "Ich halte es für eine äußerst charmante Idee und einmalige Chance, sich als Gastgeber für die Olympischen Spiele zu bewerben. Wir haben die Möglichkeit, in unserer eindrucksvollen alpinen Region die Welt als Gast zu haben, uns positiv zu präsentieren und touristisch einen hohen Werbewert zu erreichen. Graz würde für einige Wochen durch die beiden Großveranstaltungen – Olympische und Paralympische Winterspiele – in den sportlichen Mittelpunkt der Welt gerückt werden. Dabei stehen vor allem die Sportler und Fans im Fokus."
Sollte zu diesem Thema eine Volksbefragung gewünscht werden, werde Eustacchio diese Entscheidung im Sinne der direkten Demokratie respektieren.
Für eine solche spricht sich die Grazer Verkehrsstadträtin Elke Kahr (KPÖ) aus. "Keine Olympiabewerbung ohne Volksbefragung. Sport braucht solide Strukturen statt Großevents", so ihre Forderung. Sie betont, dass sportliche Großevents von Jahr zu Jahr mehr Geld verschlingen und man daher für diese Bewerbung viel Geld in die Hand nehmen müsse. Sie verweist auf das Beispiel Innsbruck, wo sich die Bevölkerung gegen die Olympiaaustragung entschieden hatte.


Wo könnten welche Bewerbe stattfinden?
Graz: Hostcity, Eiskunstlauf, Eishockey
Kreischberg: Snowboard
Schladming/Haus im Ennstal: Alpine Schibewerbe
Ramsau: Langlaufen
Hochfilzen: Biathlon
Inzell (D): Eisschnellauf
Königssee (D): Rodeln, Bob
Linz, Klagenfurt, Wien: Gruppenphase Eishockey

Reaktionen kommen auch schon aus den anderen Bundesländern. Zustimmung für diese Idee gibt es beispielsweise vom Kärtner Landeshauptmann Peter Kaiser. Hier geht's zum Artikel.
1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.