30.11.2016, 09:00 Uhr

Mit Vollgas am Weg nach St. Moritz

Gute Vorzeichen vor dem Auftakt der Speed-Damen in Kanada: Die Kumbergerin Conny Hütter landete im Vorjahr dreimal auf dem Podium. (Foto: GEPA)

Österreichs Ski-Ass Conny Hütter startet heute in Lake Louise in die WM-Saison.

Verkehrte Vorzeichen: Während Europas Skigebiete in den vergangenen Jahren Ende November mit akutem Schneemangel zu kämpfen hatten, gab es in Nordamerika weiße Pracht im Überfluss.
Heuer ist alles anders. So mussten bereits sämtliche Herren-Bewerbe in Lake Louise und Beaver Creek gestrichen werden. Die Damen kamen glimpflicher davon, nach den Technik-Bewerben vergangenes Wochenende in Killington greifen ab Freitag endlich die Speed-Ladies ins Geschehen ein. Damit hat auch für die im Vorjahr beste heimische Racerin, Conny Hütter, das Warten ein Ende.
"Es wird Zeit, dass es wieder losgeht", freut sich die Kumbergerin auf den Saisonstart in den Rocky Mountains.

Pause stört nicht

Wie sich die 24-Jährige in der ersten Abfahrt heute in Lake Louise (20.30 Uhr) schlagen wird, steht aber noch in den Sternen. In der Vorbereitung machte Hütter zuletzt eine Schuhrandprellung zu schaffen. "Nachdem ich seit August eigentlich ständig auf Skiern war, hat mich die dreiwöchige Verletzungspause nicht zurückgeworfen. Die Pause hat vielleicht sogar gut getan, um den Kopf einmal freizubekommen", sieht’s Hütter gelassen.
Zumindest äußerlich gelassen wirkt die Frohnatur auch, wenn man sie auf ihre Rolle innerhalb des ÖSV-Teams anspricht.
"Klar haben wir aktuell viele Ausfälle zu beklagen, aber ich persönlich setze mich dadurch nicht mehr unter Druck. Kurzfristig geben einem die zahlreichen Verletzungen schon zu denken, aber wenn du das nicht ausblendest, bist du nicht schnell. Beim Autofahren denkt man auch nicht, dass etwas passieren kann", sagt die Gesamtweltcup-Siebte.

Druck kommt von außen

Dennoch ist eines unbestritten: Bis Superstar Anna Veith wieder rennmäßig auf die Piste zurückkehrt, ist Hütter mit insgesamt neun Podestplätzen in den Speed-Disziplinen so etwas wie das heimische Alpha-Tier. "Natürlich reden alle darüber. Ich konzentriere mich aber nur auf meine eigenen Sachen und versuche, stetig besser zu werden. Was unter dem Strich dann rausschaut, werden wir sehen."

Kanadische Liebe

Dass der Saisonstart ausgerechnet in Lake Louise erfolgt, kommt der Frohnatur, die einen großen Teil der Sommervorbereitung auch mit Neo-Weltcupfahrer und Freund Christian Walder absolviert hat, nicht ungelegen. "Ich habe dort mein erstes Weltcuprennen bestritten, war letztes Jahr drei Mal am Podest. Kanada taugt mir allgemein sehr."
Ein guter Start wäre auch im Hinblick auf mögliche Kugel-Ambitionen nicht unwichtig. "Daran denke ich zu Beginn sicher nicht, man sieht nach ein paar Rennen eh, in welche Richtung es läuft. Außerdem gibt’s heuer in St. Moritz ja auch noch eine WM." Bei den Titelkämpfen vor zwei Jahren war sie Super-G-Vierte, da wäre also noch eine Rechnung offen ...

Christoph Hofer
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