12.09.2018, 08:00 Uhr

Ösis gegen Aussies: Oliver Marach ist bereit für den Davis Cup

Mit dem rot-weiß-roten T-Shirt in der Sporgasse: Oliver Marach bestreitet mit 38 Jahren sein erstes großes Graz-Heimspiel. (Foto: KK)

Er lebt in Panama, spielt weltweit Tennis und freut sich auf den Davis Cup: Oliver Marach ist zurück in Graz.

"Gib mir noch fünf Minuten, dann bin ich fertig." Gerade checkt Tennis-Ass Oliver Marach mit dem österreichischen Davis Cup-Team in einem Grazer Innenstadthotel ein, ehe er sich mit der WOCHE zum Interview trifft. Pünktlichkeit ist ihm wichtig, "in Panama gehen die Uhren da schon ein wenig anders, da kannst du auch 30 Minuten zu spät zu einem Termin kommen", muss Marach schmunzeln, wenn er an seine mittelamerikanische Heimat denkt.

Der Strand ist weit weg

Rund zwölf Jahre lebt der 38-Jährige schon mit seiner Frau und den beiden Kindern am anderen Ende der Welt. "Wir wohnen nahe Panama City, haben in unserem Umfeld alles, was wir brauchen. Ich kann dort auch gut trainieren, obwohl Tennis in Panama absolut keinen Stellenwert hat."
Aufschläge und Volleys mit Blick auf das Meer üben: So stellt man sich das Paradies vor. Diese Vorstellung wird noch untermauert, als ihn ein WhatsApp-Anruf erreicht: "Schau, meine Familie ist gerade am Strand." Während des Ferngesprächs kommuniziert der Grazer, der seine Geburtsstadt vor rund 20 Jahren verlassen hat, auf Englisch, Spanisch und Deutsch.

Graz und dann Disneyland

Erst im Dezember sind die Marachs wieder vereint. "Dann fahre ich mit den Kids eine Woche ins Disneyland nach Orlando." Bis dorthin ist es aber noch ein weiter Weg. Ein Weg, der ihn zurück zu seinen Wurzeln führt. "Eine Davis Cup-Partie in Graz gegen Australien: Es geht kaum besser", sagt der Doppelspezialist, der zuletzt 2004 ein Challenger-Turnier in der Murmetropole bestritten hat. Damals allerdings im Einzel, mittlerweile ist der Weltranlisten-Dritte zu einem der weltweit besten Doppelspieler mutiert. Triumphe wie bei den heurigen Australian Open mit seinem kroatischen Partner Mate Pavic zeugen davon.

Veteranen im Doppel

Die ganz großen Erfolge ließen in den letzten Wochen aber auf sich warten. "Die entscheidenden Punkte haben wir einfach nicht gemacht, darunter hat auch das Selbstvertrauen gelitten", sagt der Perfektionist, der mit Pavic aber längst für das Masters der besten Spieler in London qualifiziert ist.
Während das Duo noch einen neuen Coach sucht, kommt ihm die Ablenkung in Graz sehr gelegen. "Meine Eltern, meine Schwester und einige Freunde wohnen hier. Es ist schön, sie wieder alle zu treffen." Gesammelt werden sie Samstag seinen Davis Cup-Auftritt am Messegelände verfolgen.
"Das Doppel könnte die Entscheidung bringen", sagt Marach, der mit dem 37-Jährigen Jürgen Melzer antreten wird. Auf der Gegenseite warten mit der ebenfalls 37-jährigen Legende Lleyton Hewitt und John Peers (Weltranglisten-7.) keine Jausengegner. "Die Chancen stehen 50:50."
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