04.04.2017, 17:16 Uhr

16 Sekunden für ein Autogetriebe

c M&R Automation

Der Automatisierungsbetrieb M&R baut Produktionslinien für die internationale Auto- und Medizintechnik-Industrie. Mehr als 60 Gäste aus Wirtschaft und Forschung folgten dem Ruf der SFG und waren unter dem Motto „Maschinen- und Anlagenbau im Fokus“ zu Gast bei M&R Automation, einem Mitglied des Humantechnologie-Clusters.

M&R Automation ist ein Spezialbetrieb für die industrielle Automation. 400 MitarbeiterInnen mit einem Durchschnittsalter von 32 Jahren generierten in der Zentrale in Graz sowie in Zweigstellen in Deutschland, Kanada und China im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von 74 Millionen Euro. 2017 sollen es mehr als 90 Millionen Euro sein, so M&R-Geschäftsführer Bernhard M. Stütz. M&R setzt auf zwei Schwerpunkte – Automotive und Medizintechnik – in welche die Möglichkeiten von Industrie 4.0 voll integriert werden. Stütz: „Die Kontrolle eines gesamten Produktionsprozesses in Echtzeit und eine darauf basierende Optimierung ist durchaus möglich.“
Unter den Kunden von M&R finden sich namhafte Konzerne wie BMW, Daimler, VW, Bosch oder Roche. Im Fahrzeugumfeld ist das Unternehmen bekannt für das Entwickeln und Aufbauen von Produktionslinien zum Herstellen von Getrieben oder Elektromotoren. So habe man für BMW eine 55 m lange Anlage zur Getriebeproduktion gebaut, die aus 40 Stationen und 22 Industrierobotern bestehe. Ein komplettes Getriebe sei damit in nur 16 Sekunden fertig, sagt Bernhard Mühlberger, Leiter der Forschung und Entwicklung bei M&R Automation. Mit einem Anteil von 10 Prozent am Umsatz ist der Medizintechnikbereich verhältnismäßig klein, die Produktionslinien deshalb aber nicht weniger anspruchsvoll, geht es doch um Produkte wie das komplette Innenleben einer elektrischen Zahnbürste oder Aufsätze für Epilierer.
Für den Aufbau einer kompletten Produktionslinie brauche man je nach Größe rund ein dreiviertel Jahr. Ist die Anlage fertig, wird sie zerlegt, verschickt, beim Kunden aufgebaut und in Betrieb genommen; innerhalb von Europa dauert das nur drei Wochen.
M&R setzt voll auf im Unternehmen ausgebildete FacharbeiterInnen. 2016 hat die innovative Firma eine Lehrwerkstätte eingerichtet, die erhöht in der Produktionshalle untergebracht ist. Mit Blick auf die beeindruckenden Anlagen lernen zukünftige Elektromonteure, Pneumatiker oder Mechatroniker ihr Handwerk. Ab dem zweiten Lehrjahr dürfen Sie einen Stock tiefer selbst beim Zusammenbau der zehn und mehr Mio Euro teuren Produktionslinien Hand anlegen.
Was Industrie 4.0 tatsächlich leisten kann, erklärte Thomas Rohrmann vom US-Konzern SAS, der „weltweit größten privaten Softwarefirma“. Rohrmann erzählte von einem Projekt mit Siemens, bei dem es darum ging, Probleme von Computertomographen fünf bis zehn Tage vor einem Systemausfall zu erkennen. Tatsächlich sei es gelungen, Prozessparameter zu finden, die auf einen Ausfall schließen lassen. Durch die gezielte Überwachung dieser Parameter konnte man die unerwarteten Ausfälle der Geräte um 70 Prozent verringern.
Mehr Information gibt es unter http://www.mr-automation.com/de/home/
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