13.03.2018, 11:45 Uhr

Das berappen die Steirer fürs Wohnen

Ein Dach über dem Kopf gehört zu den menschlichen Grundbedürfnissen. Die Steiermark zählt zu den günstigsten Wohnregionen. (Foto: photo 5000/Fotolia.com)

Knapp ein Viertel ihres Nettoeinkommens geben die Steirer für die Wohnkosten aus. Aber: Der Bezirk ist entscheidend, wie viel Geld tatsächlich ins Haushaltsbudget fließt.

Auch wenn das subjektive Empfinden ein anderes sein mag, so wohnt es sich in der Steiermark österreichweit am günstigsten. Im Schnitt fließen 23 Prozent des steirischen Haushaltseinkommens in die Wohnkosten. Das geht zumindest aus einer aktuellen Erhebung der Immobilienplattform ImmobilienScout24 hervor. Mit dem sogenannten Erschwinglichkeitsindex (EIMX) wird das Verhältnis zwischen der regionalen Kaufkraft pro Haushalt und den Wohnkosten in allen österreichischen Bezirken analysiert.
Die Steiermark ist mit den 23 Prozent das Bundesland mit dem niedrigsten Anteil der Wohnkosten am Haushaltsnettoeinkommen in Österreich, gefolgt vom Burgenland (24 Prozent) und Oberösterreich (27 Prozent). Im Bundesschnitt muss der Österreicher 35 Prozent fürs Wohnen berappen. Am kostspieligsten ist das Wohnen im Westen. In Tirol gehen satte 42 Prozent ihres Haushaltseinkommens in das traute Heim, die Salzburger liegen bei einem Wohnkostenanteil von 36 Prozent.

Wohnkosten steigen, Einkommen bleibt gleich

„Ob Wohnen günstig oder teuer ist, ist nicht nur eine Frage der Immobilienpreise, sondern auch des Anteils am Einkommen, den man fürs Wohnen ausgeben muss. Ein wichtiger Aspekt ist dabei, dass die Reallöhne in Österreich seit Längerem kaum gestiegen sind und damit dem Anstieg der Wohnkosten nicht standhalten“, erklärt Christian Nowak, Geschäftsführer von ImmobilienScout24 in Österreich.
Eine Problematik, derer sich man auch bei der Arbeiterkammer bewusst ist. So beschäftigt sich die AK Steiermark laufend mit den Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt. "Der freie Markt treibt die Mietpreise nach oben", stellt der steirische AK-Präsident Josef Pesserl fest. Laut einer Studie von Integral Markt- und Meinungsforschung (1.000 befragte Personen) vom September 2017 muss sich die Hälfte der Befragten einschränken, um sich das Wohnen leisten zu können. "Die Arbeiterkammer schlägt daher ein Maßnahmenbündel vor, das einerseits das Angebot an günstigem Wohnraum erhöht und andererseits Wohnungssuchende vor Preissprüngen schützt", so Pesserl.

Kluft zwischen Grazer Ballungszentrum und Randregionen

Innerhalb der Steiermark zeigt sich einmal mehr ein Gefälle zwischen dem Grazer Zentralraum und den ländlichen Regionen: Während das Wohnen im Grünen im Speckgürtel von Graz ein sehr teurer Spaß ist – 30 Prozent des Einkommens werden hier fürs Wohnen investiert – so steigt man im Murtal mit 15 Prozent um die Hälfte günstiger aus. So schaut es in den steirischen Bezirken im Detail aus.
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