04.10.2017, 08:01 Uhr

Ein Mann, der auf die Kunden hört: Businesslunch mit Markus Pock von Hörgeräte Pock

Italienisches Flair in Andritz: Markus Pock (r.) und Redakteur Christoph Hofer überzeugten sich von Don-Camillo-Spezialitäten. (Foto: Prontolux)

Zwischen hohen Tönen, Schall und Tinnitus: Markus Pock gibt einen Einblick in die Welt der Hörgeräte.

Man nehme 15 Jahre Branchentätigkeit und hohe Motivation gepaart mit einer großen Angebotsvielfalt: Markus Pock ist erst vor wenigen Monaten als Einzelunternehmer mit Hörgeräte Pock durchgestartet. Im Businesslunch mit der WOCHE spricht er über nicht erkannte Hörverluste, das tägliche Lärmumfeld unserer Gesellschaft und digitale Trends bei Hörgeräten.

WOCHE: Sie haben erst im heurigen Frühjahr den Gang in die Selbstständigkeit gewagt. Mit welchem Angebot wollen Sie bei Kunden punkten?
Markus Pock: Mir ist eine sehr fundierte Beratung am wichtigsten. Jedes Hörgerät ist individuell auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Kunden zugeschnitten. Wenn den Leuten beispielsweise ein teures Hörgerät verkauft wird und sie fragen sich dann, warum es nicht wirklich hilft, zeigt mir dieser Fall, dass über den Nutzen des Hilfsmittels zu wenig aufgeklärt wurde.

Die Beratung beginnt quasi beim Hörtest ...
Ein erster, kostenloser Hörtest gibt Gewissheit über das eigene Hörvermögen. Sollte eine Unregelmäßigkeit entdeckt werden, lasse ich das aber noch medizinisch abklären, ehe ich dem Kunden mein Hörgeräte-Repertoire zeige. Nicht für jeden ist jedes Hörsystem passend, es gibt auch unterschiedliche Qualitätsklassen.

Welchen Einfluss hat das Hörumfeld, in dem sich eine Person aufhält?
Da geht es vor allem um die Regelmäßigkeit: Arbeite ich immer in einer Disco oder bin ich dort nur sporadisch zu Gast? Bin ich am Bau beschäftigt und muss ständig mit Presslufthammerlärm leben oder sitze ich in einem eher ruhigen Büro? Es sind sehr viele Faktoren, die einen Hörschaden nach sich ziehen können.

Wird eine Hörschwäche oft nicht wahrgenommen beziehungsweise unterschätzt?
Ein Hör- kann mit einem Sehproblem nicht verglichen werden, welches meist leichter erkennbar ist. Die hohen Töne sind die ersten, die, auch altersbedingt, aufgrund der normalen Abnutzung nicht mehr gehört werden. Am Anfang merkt man das selbst vielleicht gar nicht so, wenn man aber den Fernseher lauter schalten muss, kann das schon als erstes Anzeichen gedeutet werden.

Kommt es auch vor, dass die Leute ihren Hörverlust nicht zugeben wollen?
Es kommt immer wieder vor. Wenn in einem gut gefüllten Restaurant öfters nachgefragt werden muss, schiebt man es gleich einmal auf das nuschelnde Gegenüber. Darüber hinaus hat ein Hörgerät auch noch nicht den Status einer Brille, die heute ja ein Mode-Accessoire ist. Natürlich ist der Hörverlust ein sensibles Thema, die Akzeptanz steigt aber.

Sind wir heute noch mehr Lärm ausgesetzt als früher?
Vor allem im urbanen Bereich ist die Lärmbelastung gestiegen, viele Firmen haben da aber schon viel gemacht. So ist bei vielen Arbeiten heute ein Lärmschutz verpflichtend vorgeschrieben. Problematisch ist aber sicher, dass in vielen Fällen viel zu laut Musik gehört wird. Wer glaubt, dass eine Hörschwäche nur Ältere trifft, irrt. Statistisch gesehen gibt’s in jeder Altersgruppe leichtgradige Beeinträchtigungen.

Hörgeräte werden immer moderner. Welche Trends sind zu beobachten?
Das digitale Zeitalter hat auch in unserem Segment Einzug gehalten. Immer wichtiger werden moderne Akkutechnologien und auch die Kommunikation mit externen Geräten via Bluetooth. Da kommt noch viel.

Wissenswertes über Hörgeräte Pock

Die Idee, sich selbstständig zu machen, kam Markus Pock schon vor längerer Zeit, im März 2017 hat er schlussendlich in Andritz eröffnet.
Pock will vor allem mit individuellem Service punkten: Neben dem Hörtest wird im Anschluss das Hörsystem ideal an den jeweiligen Gehörgang angepasst, um beste Qualität zu schaffen. Nach dem Kauf eines Hörgeräts besteht zudem die Möglichkeit, dass Einstellungen optimiert werden.
Eine Erleichterung bietet er Kunden in Bezug auf die Kassenabrechnung. So übernimmt Hörgeräte Pock auch die Verrechnung mit der Krankenkasse, wenn ein Kunde mit einem Rezept kommt.
An Hörgeräten stehen Im-Ohr- sowie Hinter-dem-Ohr-Geräte zur Verfügung, dazu gibt’s Gehörschutz und Zubehör.
Standort: Andritzer Reichsstraße 42, Tel.: 0316/225 292
Web: www.hoergeraete-pock.at

Das ist Markus Pock

Pock wurde am 8. August 1977 in Graz geboren.
Nach Abschluss der Matura hat er sich zunächst auf den Bereich Webdesign spezialisiert.
Das Thema Hören hat ihn aber schon immer interessiert, so begann er, bei einem kleinen Akustiker zu arbeiten.
Es folgten knapp 15 Jahre Verkaufstätigkeiten in der Branche, Pock war bei zahlreichen namhaften Akustik-Spezialisten im Einsatz.
Den Gang in die Selbstständigkeit hat er bisher nicht bereut. "Es ist spannend und interessant, ich sehe jetzt viele Dinge anders."
Der 40-Jährige lebt in einer Lebensgemeinschaft und verbringt viel Zeit mit seiner Tochter. "Sie hat gerade mit der Schule angefangen."
In seiner Freizeit ist er sportlich unterwegs, von Fitnesseinheiten über Kicken in einer privaten Fußballrunde bis hin zum Wandern.
Sein Geschäftslokal hat er nicht umsonst in Andritz eröffnet. "Es ist einer der schönsten Bezirke, hier bin ich aufgewachsen."
Pock selbst fühlt sich in Graz sehr wohl. "Ich habe zwar auch schon auf dem Land gewohnt, bin aktuell Eggenberger und ziehe nächstes Jahr nach Gösting. Die Stadt hat einfach alles zu bieten, ist aber nicht zu groß."
Im Bereich Musik hat der Hörakustik-Meister keine speziellen Vorlieben: "Wenn ich im Auto sitze, wird klassische Radio-Popmusik aufgedreht."

Gast & Wirtschaft

Adresse: Andritzer Reichsstraße 42b, 8045 Graz
Telefon: 0316/69 35 80
E-Mail: office@doncamillo.at
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag von 10 bis 23 Uhr
Beschreibung: Mit dem Einzug von Don Camillo hat sich unweit des Andritzer Hauptplatzes italienisches Flair breitgemacht. Die Speisekarte besticht durch eine ausgewogene Anzahl an Vorspeisen, Suppen, Salaten, Pizza- und Pastagerichten. Darüber hinaus gibt es immer wieder Spezial-Angebote, wie frittierte Calamari oder Hühnerbruststreifen mit Garnelen. Auch eine erlesene Auswahl an typisch italienischen Nachspeisen findet sich in der Speisekarte.
Das Essen: Markus Pock wählte die Calamari nach Triestiner Art, WOCHE-Redakteur Christoph Hofer entschied sich für die Tagliatelle Salmone. Getränketechnisch gab’s mit dem klassischen Soda Zitrone eine Hommage an den Sommer.
Die WOCHE meint: Das Auge isst mit: Sowohl Calamari als auch Tagliatelle kamen schön angerichtet daher, geschmacklich war ebenfalls nichts auszusetzen. Das Ambiente wusste ebenfalls zu überzeugen.
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