12.04.2017, 08:00 Uhr

Mit zuckerfreien Grüßen – "sugarfree savory" im WOCHE Business-Lunch

Steirisch gut: Florian Orthaber und WOCHE-Redakteurin Verena Schaupp wurden von Thomas und Denise im "Steirer" bestens bewirtet. (Foto: Jorj Konstantinov)

Florian Orthaber von "sugarfree savory" will Konsumenten zuckerfreien Genuss schmackhaft machen.

"sugarfree savory" steht für "zuckerfreie Ballaststoff-Häppchen". Florian Orthaber ist 25, hat Architektur studiert und führt nun eine Patisserie, die Süßwaren ohne Zucker produziert. Seine E-Mails beendet er mit dem Zusatz "mit süßen Grüßen", doch wie kann eine Schokolade ohne Zucker funktionieren und wie kam der Jungunternehmer vor Chocolatier Josef Zotter auf diese Idee? Das erklärt Orthaber im WOCHE Business-Lunch.

WOCHE: Sie produzieren zuckerfreie Schokolade und Pralinen. Wie kamen Sie auf die Idee?
Florian Orthaber: Für mich war klar, dass ich mich einmal selbstständig machen möchte. Die Idee für "sugarfree savory" ist vor zwei Jahren entstanden, seit 1. Dezember letzten Jahres gibt es das Unternehmen nun. Ich war als Kind selber übergewichtig und habe mich mit Sport und gesunder Ernährung gemausert. Ich habe irgendwann probiert, einen Proteinriegel zu machen und gemerkt, dass ich zufällig zuckerfreie Zuckerln hergestellt habe. Die Idee hat sich nach der Marktrecherche dann Richtung Schokolade weiterentwickelt. 70 Prozent des Umsatzes im Süßwarensegment sind Schokolade.

Wie darf man sich den Geschmack bei "sugarfree savory" vorstellen?
Ich bin vorrangig Genussmensch, auch wenn ich sage, dass Genuss eine vertretbare Nährwertzusammensetzung haben sollte. Das heißt, es sollte schon gut schmecken. Momentan haben wir acht Sorten im Sortiment auf Basis von dunkler, Vollmilch und weißer Schokolade. Unser Hauptaugenmerk liegt auf ballaststoffreichen Süßigkeiten ohne Zuckerzusatz. Ballaststoffe sind wichtig für den Körper. Ich finde, als Produzent sollte man ein bisschen mehr Verantwortung übernehmen. Zucker ist so oft eine Falle, man weiß gar nicht, wo er überall drinnen ist.

Sie backen selbst, machen Vertrieb und Marketing und haben mit 25 Jahren schon Ihr eigenes Unternehmen. Was, wenn das alles nicht aufgeht?
Man sagt: Gründe wenn dann vor 30, weil wenn du mit 30 bankrott bist, kannst du dir immer noch etwas aufbauen (lacht). Wobei es sehr gut läuft. Wir haben die Boutique in der Grabenstraße mit unserer Produktion. Die Gegend ist aber nicht die Hauptverkaufsgegend, wobei ein Shop in der Zukunft in der Herrengase nicht ausgeschlossen ist. Das zweite Standbein ist der Onlinehandel, wobei wir von Mitte Mai bis September aussetzen, weil sich die Sommerhitze und der Versand von Schokolade nicht gut vertragen. Daher haben wir noch unser drittes Standbein, den Vertrieb. Unsere Hauptpartner sind Spas, Thermen und Hotels, also höherpreisige Lagen.

Steht Expandieren zur Debatte?
Wir haben jetzt schon sehr viele Anfragen aus Deutschland beim Onlineversand. Wir wollen einmal ein gutes Netzwerk in Österreich aufbauen. Zielmarkt wären sicher die USA, da es dort die meisten Menschen mit Übergewicht gibt und gleichzeitig aber auch sehr viele Menschen sehr stark auf ihre Ernährung achten. Da müsste man aber an eine ausgelagerte Produktionsstätte vor Ort denken.

Hat Josef Zotter Sie schon einmal kontaktiert?
Er weiß von uns, es hat sich aber noch nicht mehr daraus ergeben. Zotter setzt stark auf Rohschokolade, hier ist es schwierig, zuckerfrei zu arbeiten. Bei Pralinen wie bei uns geht das leichter.

Was sollen Konsumenten mit "sugarfree savory" assoziieren?
Es wäre schön, wenn die Menschen sagen: Das ist die beste Alternative zu herkömmlicher Schokolade.

Das ist Florian Orthaber

Ist der Gründer von "sugarfree savory".
Geboren am 13. Juni 1991 in Kapfenberg.
Besuchte die Schule in Kapfenberg.
Ging für den Zivildienst nach Wien und begann dort, Architektur zu studieren.
Kam dann nach Graz, wo er heute lebt.
"Savory" ist ein Wortspiel. Im britischen Englisch heißt es "pikant", im amerikanischen Englisch heißt es "Häppchen" und "Bohnenkraut" (was wiederum viele Ballaststoffe beinhaltet).
Liebt Sport, betreibt Kraftsport und probiert gerne neue Sportarten aus.
Macht gerade eine Konditormeisterausbildung.
Das Design der Pralinen ist speziell. Orthabers Architekturstudium fließt in die Designs mit ein. "Es ist ein Genussmittel, das soll sich ein bisschen von normalen Lebensmitteln abheben."
Überlegte vor ein paar Jahren, ein Longboard-Start-up aufzuziehen.
Das Unternehmen bezeichnet Orthaber so: "Es ist das Produkt meiner Vergangenheit und hoffentlich auch meiner Zukunft."
Seine liebste eigene Praline ist die Champagner-Praline.
Lebt sein Leben nicht nach Plänen. "Das Wort ‚klassisch‘ war für mich immer schon ein Schimpfwort."

Das ist sugarfree savory

Standort: Grabenstraße 28,
8010 Graz
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr, Samstag von 11 bis 17 Uhr
In der Boutique ist es möglich, alle Pralinensorten und Tafelschokoladen zu verkosten.
Gegründet wurde das Unternehmen am 1. Dezember 2016.
Mitarbeiter: Florian Orthaber und Suna Robatscher
Stellen ballaststoffreiche Süßigkeiten ohne Zuckerzusatz her.
Acht Pralinen-Sorten: Himbeere, Pistaziennougat, Chai-Ingwer, Champagner, Mango, Tonka (die Tonkabohne ist eine Hülsenfrucht), Matcha (ein zu feinstem Pulver vermahlener Grüntee), Acai (südamerikanische Palmenfrucht)
E-Mail und Telefon: office@sugarfree-savory.com, 0316/673449

Gast und Wirtschaft

Belgiergasse 1
A-8020 Graz
Kontakt: 0316/703654, office@dersteirer.at, www.der-steirer.at
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag von 11 bis 24 Uhr
Beschreibung: Der Steirer gehört zur Weitzer-Gruppe mit unter anderem Mangolds, Wiesler, Hotel Daniel und ist ein Traditionsgasthaus mitten im Zentrum von Graz. Die Atmosphäre ist eine gelungene Mischung aus urig und modern.
Das Essen: Von klassischen steirischen Hausmannsköstlichkeiten bis feinsten Desserts wird eine breite Küche angeboten. Mittags gibt es jeden Tag einen "Mittagstisch", ein preiswertes Mittagsmenü aus drei Gängen. WOCHE-Redakteurin Verena Schaupp entschied sich für Faschierte Laibchen mit Kartoffelpüree, Florian Orthaber und Fotograf Jorj Konstantinov wählten das Steirerpfandl.
Die WOCHE meint: Die hohe Qualität der Speisen und das äußerst freundliche Service überzeugen und machen den Steirer zu einem beliebten gastronomischen Treffpunkt in Graz. Eine Reservierung am Abend ist zu empfehlen.
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