06.12.2017, 07:00 Uhr

Stark wie Stahl, und das seit 50 Jahren: Hannes Kovac im WOCHE-Businesslunch

Mit großer St(r)ahlkraft: Hannes Kovac ist seit 50 Jahren Unternehmer mit Leib und Seele. (Foto: Jorj Konstantinov)

Stahl, Shopping Nord, Seifenfabrik: Hannes Kovac, Seniorchef der "Unternehmensgruppe Kovac", im Gespräch.

1967 war ein besonderes Jahr in der Familie Kovac: Hannes Kovac gründete sein erstes eigenes Unternehmen und seine Zwillingssöhne kamen auf die Welt. 50 Jahre später erzählt Seniorchef Hannes Kovac im WOCHE-Businesslunch von den Anfängen, Stahl, Immobilien und der Ressource Mensch.

WOCHE: Als promovierter Jurist in das Schrott- und Stahlgeschäft einzusteigen, ist doch etwas unüblich. Wie kam es dazu?
Hannes Kovac: Mein Vater war bereits Schrotthändler, und den Unternehmergeist bekommt man in der Familie einfach mit. Mittlerweile sind wir die vierte Unternehmergeneration in der Familie. Ich habe zwei Jahre bei meinem Vater gearbeitet und sehr viel gelernt. 1967 gründete ich mein erstes Unternehmen, und ich erinnere mich, als der Beamte bei der Anmeldung sagte, dass ich keinen Firmenstempel hätte. Heute habe ich eine ganze Lade voll mit Firmenstempeln. (lacht)

"Kovac Stahl" war lange das Haupttätigkeitsfeld Ihrer Unternehmensgruppe. Wie sieht es heute aus?
Wir haben ein Unternehmen an den zweitgrößten europäischen Stahlhersteller verkauft, haben aber nach wie vor einen Betrieb in Brunn am Gebirge und im kroatischen Zagreb. Wir waren beispielsweise Zulieferer für den Berliner Reichstag oder die Murinsel. Es hat sich sehr viel in dieser Branche getan, und mittlerweile haben sich die Immobilien als unser Kerngeschäft etabliert.

Sie sind Eigentümer und Betreiber des Einkaufscenters "Shopping Nord". Wie wichtig ist dieses für den Standort?
Wir sind ein Wohlfühlcenter, das sehr viele Menschen anspricht. Mit dem Mix des Angebotes ist das "Shopping Nord" ein urbaner Treff, eine Art Marktplatz im Norden. Die "Wohnzimmeratmosphäre" ist mir besonders wichtig. Aus diesem Grund haben wir im ganzen Center Parkettböden. Natürlich sind "Ankermieter", wie in unserem Fall Saturn, H&M und ein guter Lebensmittelhändler, für die Kunden wichtig. Für mich als Unternehmer und Betreiber hat auch der ständige Kontakt zu Partnern und Mitarbeitern einen hohen Stellenwert.

In 50 Jahren haben Sie viele Vorstellungsgespräche geführt. Worauf legen Sie dabei Wert?
Der erste Eindruck zählt, und ich achte darauf, ob ein Mensch gepflegt ist oder nicht. Neben den Grundfertigkeiten habe ich auch immer Fangfragen gestellt, um herauszufinden, wie kritisch der Geist ist. In mehr als 2.000 Einstellungsgesprächen konnte ich viele tolle Menschen kennenlernen, und mir war immer wichtig, zu wissen, ob sie die Arbeit mit Freude machen werden.

Warum?
Es gibt einen Unterschied zwischen Geld verdienen und einem zufriedenen Leben. Daher sollen Menschen die Arbeit, die sie machen, gerne machen und nicht warten, bis es fünf Uhr ist, um sofort die Firma zu verlassen.

Wie soll es in Zukunft mit Ihren Unternehmen weitergehen?
Der Schwerpunkt wird auch künftig im Immobilienbereich liegen, und wir investieren in Wohnbau, auch wenn wir kein klassischer Wohnbauträger sind.

Freuen Sie sich über das Goldene Ehrenzeichen der Stadt Graz?
Ja, sehr. Das war eine gelungene Geburtstagsüberraschung, und ich bin dankbar, weil es eine Anerkennung der Arbeit von Wirtschaftstreibenden ist.

Sie sind 75 Jahre alt. Denken Sie an Ihre Pension?
Nein, ich will nicht in Pension gehen. (lacht) Ich bin sehr dankbar, dass ich arbeiten darf und auch dafür, dass es mein Gesundheitszustand zulässt. Solange es geht, möchte ich meinen Sohn unterstützen, denn nach wie vor ist jeder Tag im Unternehmen spannend.

Das ist Hannes Kovac

Geboren am 9. August 1942.
Verheiratet mit Elfi, drei Söhne und sieben Enkel.
Schon der Vater, Primus Kovac, war Unternehmer.
Matura am Lichtenfels-Gymnasium im Juni 1960
1964: Promotion zum Doktor der Rechtswissenschaften
Tätigkeit bei einem Steuerberater und als kaufmännischer Angestellter im väterlichen Betrieb
1967: Gründung seines ersten eigenen Unternehmens
Reisen gehört zu seinen großen Leidenschaften. Dabei zieht es ihn in alle Ecken der Welt.
Auf der Reiseliste stehen noch Indien und Südamerika. Diese Länder möchte er noch unbedingt besuchen.
Zurzeit ist er mehr in Europa, vor allem Frankreich, unterwegs.
War zuletzt auch das erste Mal im Mühlviertel.
Sport begleitet ihn sein ganzes Leben.
Er begeistert sich für Gerätetauchen, Schnorcheln, Schwimmen, Skifahren und Wandern.
In Kanada hat er auch Helikopter-Skiing gemacht.
Außerdem geht er gerne der Jagd nach.
Er liebt es, zu essen. Dabei soll vor allem gute, bodenständige Küche auf den Tisch kommen. "Ich will gut essen, und das jeden Tag."
Ein frisches Butterbrot ist ihm lieber als schlechte Restaurants.
In Graz geht er gerne zum "Peppino im Hofkeller", "Pfleger" und zum "Goldenen Hirschen".

Alle Infos zur "Unternehmensgruppe Kovac"

Gegründet im Jahr 1967 durch Hannes Kovac mit der Übernahme der insolventen Firma Zugmayer & Söhne aus Niederösterreich.
1968: Gründung der P. Kovac & Co OHG
Seit 1971 Betriebsstandort in der Wiener Straße 372, Ausbau in den darauffolgenden Jahren
Heute umfasst die Unternehmensgruppe Kovac folgende Unternehmen: P. Kovac & Co GmbH, die Kovac Management GmbH, die Kovac Schrott GmbH, die Kovac Stahl KG und deren drei Beteiligungsunternehmen.
Zu ihrem Immobilien-Portfolio gehören als Eigentümer beziehungsweise Betreiber unter anderem das Einkaufscenter "Shopping Nord" oder das Veranstaltungszentrum "Seifenfabrik".
Geschäftsführung: Christian Kovac
Anschrift: Wiener Straße 365, 8051 Graz
Telefon: 0316/604 16
Web: www.kovac.com

Gast und Wirtschaft

McDonald’s Kuhn Systemgastronomie GmbH



Wiener Straße 335, 8051 Graz
Telefon: 0664/84 6666 0
Web: www.mcdonalds.at
Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag von sechs Uhr bis Mitternacht, Freitag und Samstag von sechs Uhr bis ein Uhr nachts und Sonn- und Feiertage von sieben Uhr bis Mitternacht.
Beschreibung: Die amerikanische Fast-Food-Kette "McDonald’s", die von österreichischen Franchise-Unternehmen betrieben wird, ist in Graz seit 40 Jahren sehr beliebt. In den letzten Jahren hat sich das Angebot stetig ausgeweitet, und auch optisch wurden die McDonald’s-Restaurants umgestaltet.
Das Frühstück: Um acht Uhr morgens gab es für die Gesprächspartner und den Fotografen einen Cappuccino mit einem Croissant. Der Kaffee aus dem "McCafé" schmeckte sehr gut und kann mit manch anderen Coffeeshops locker mithalten.
Die WOCHE meint: Eine nette Wohlfühlatmosphäre, die die McDonald’s-Lokale in den vergangenen Jahren geschaffen haben. Auch zahlreiche Frühstücksangebote, wie etwa das Wiener Frühstück und eine große Kaffeeauswahl, machen McDonald’s auch zu einer guten Frühstücksdestination.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.