09.06.2017, 14:56 Uhr

WKO schafft Security-Hotline gegen Cyber-Crime-Attacken

IT-Sicherheit geht vor: Wolfgang Schinagl, WKO Steiermark Präsident Josef Herk und UBIT-Obmann Dominic Neumann stellen die neue Service-Hotline vor. (Foto: Foto Fischer)

Jährlich wird durch Cyber-Kriminalität mehr Umsatz gemacht als durch den weltweiten Drogenhandel. Jedes 4. steirische Unternehmen ist betroffen. Die WKO ruft nun eine Service-Hotline ins Leben.

0800 888 133 – diese WKO-Hotline-Nummer soll demnächst Abhilfe verschaffen, wenn eine Cyberattacke droht. Unternehmen, die bei der WKO Steiermark Mitglied sind, sollen damit vor der Gefahr von Cyber-Crime bewahrt werden.

Gesamtzahl an Cyberattacken gestiegen

Um fast ein Drittel ist die Zahl der Anzeigen gegen Cyberkriminalität allein im letzten Jahr gestiegen. "Wir wollen im Zuge der WKO-4.0-Reform nicht nur die Beiträge senken, wir wollen auch zusätzliches Service anbieten. Die neue Cyber-Security-Hotline ist ein erstes solches Angebot", sagt WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk. 1.425 Cyber-Crime-Fälle wurden vergangenes Jahr in der Steiermark angezeigt, ein Zuwachs von 31,1 Prozent zum Jahr 2015.

Jeder 4. Unternehmer betroffen

Die Folgeschäden aus Cyberkriminaltiät und Betriebsspionage kosten Österreichs Wirtschaft jährlich 1,6 Milliarden Euro. "Das riesige Problem betrifft hochtechnologisierte Start-ups, genauso wie Ein-Personen-Unternehmen und große Firmen. Niemand ist vor einer Cyerattacke gewahrt", so Herk. In einer Blitzumfrage (März 2017) befragte die WKO 462 steirische Unternehmen, wo sie Gefahren und Probleme in der IT-Sicherheit erkennen würden. 65 Prozent gaben an, dass Internetkriminalität eine Gefahr darstellt für ihr Unternehmen, Virenangriffe werden als Gefahr ganz vorne angeführt. 22 Prozent haben laut Umfrage bereits einmal einen Schaden durch eine Internet-Attacke erfahren.

24 Stunden-Hotline

Die Service-Hotline zu Cyberangriffen befindet sich derzeit in einer ersten Testphase. WKO-Projektleiter Wolfgang Schinagl erklärt sie so: "Es soll ein Erste-Hilfe-Notfallsystem darstellen. Die Erstinformation soll über die Hotline erfolgen, sie wird von 00.00 bis 24 Uhr besetzt. Wenn jemand Gefahr läuft, Ziel einer Cyberattake zu sein, kann er sich bei der Hotline melden." Die Hotline vermittelt das Unternehmen weiter an eine von 27 IT-Security-Firmen. "Das vom Callcenter zugewiesene Erstgespräch ist auch kostenlos, erst ein weiterer Einsatz muss vom Kunden an die Firma gezahlt werden", sagt UBIT (Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie)- Obman Dominic Neumann. Die Experten, meint Neumann weiter, seien international vernetzt und wüssten auch, wann Cyber-Angriff-Wellen zu erwarten sind. "Man wird von der Hotline ans geografisch nächstgelegene Sicherheitsunternehmen vermittelt."

Testphase läuft

Bis 30. Juni dauert die Testphase noch an, in der beispielsweise Mystery-Calls getestet werden. "Durch den Testbetrieb wollen wir unter anderem feststellen, wie hoch die Auslastung der Serivce-Hotline wäre", so Schinagl. Neumann erklärt: "Das Problem ist, dass bei IT-Sicherheit gespart wird. Unternehmen müssen sich schon im Vorfeld um IT-Security kümmern. Die Sicherheit hinkt sowieso immer einen Schritt hinterher. Und das Geschäft mit Cyber-Kriminalität rechnet sich. Jährlich wird dadurch mehr Umsatz erzielt als mit dem internationalen Drogenhandel." Die Steiermark nimmt nun mit dieser Hotline eine Vorreiterrolle ein. "Wir sind eine der 'Lead'-Kammern dieses Pilotprojektes", so Herk.
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