18.10.2017, 11:47 Uhr

Wo die Musik den Ton angibt – Business Lunch mit dem Musikfachgeschäft "Friebe"

Italien-Feeling bei "Cosimo": Martina Maros (WOCHE) im Gespräch mit Michaela und Christine Korp (v. l.) bei Cosimo Ursi (Foto: Jorj Konstantinov)

Für Generationen von Grazern zählt "Friebe" in der Sporgasse zum Musikfachgeschäft ihres Vertrauens.

Klassik, Jazz, Pop, Schlager, Weltmusik und die gute alte Langspielplatte (LP): Als eines der wenigen Musikfachgeschäfte in Graz trotzt das "Friebe" der starken Konkurrenz des Online- und Großflächenhandels. Wir baten die zwei Geschäftsführerinnen und Schwestern Michaela und Christine Korp, die das "Friebe GmbH Elektroinstallationen und Musikfachgeschäft" leiten, zum WOCHE-Businesslunch.

WOCHE: Wie geht es einem familiengeführten Musikfachgeschäft im Jahr 2017?
Christine Korp: Man kann nicht leugnen, dass ein Geschäftsrückgang zu verzeichnen war. Es hat sich in den vergangenen Jahrzehnten im Musikbereich sehr viel getan, aber wir sind glücklich, dass wir unser Service weiterhin anbieten können.
Michaela Korp: Unser Familienunternehmen wurde 1883 gegründet, und seit 1966 sind wir auch ein Musikfachgeschäft. Damals waren wir das erste Geschäft dieser Art. Das ging auf die Initiative unserer Mutter zurück, die den Betrieb über 50 Jahre geleitet hat und auch heute noch unterstützend tätig ist.

Was zeichnet "Friebe" aus? Wo können Amazon und Saturn einpacken?
Ch. K.: Die persönliche Beratung und das individuelle Service stehen bei uns im Vordergrund. Wir nehmen uns Zeit für unsere Kunden und können ihre Wünsche, sind sie auch noch so besonders und speziell, meist erfüllen.
M. K.: Unsere Kunden danken es uns durch Wertschätzung und sagen immer, dass sie froh sind, dass es uns noch gibt. Wir freuen uns natürlich darüber, dass uns die Grazer die Treue halten.

Was wird derzeit am häufigsten nachgefragt?
Ch. K.: Die Vinyl-Platten sind wieder stark im Kommen. Weiters sind Klassik, Volksmusik, Pop und Weltmusik beliebt. Und Konzerte von Herbert von Karajan, Nikolaus Harnoncourt oder Anna Netrebko sind auch immer "in". Da wir auch alte Aufnahmen aufkaufen, stöbern unsere Kunden gerne bei uns durch und finden dabei seltene oder vergriffene Werke.
M. K.: Zum Comeback der LPs gehören natürlich auch Plattenspieler, die wir auch anbieten.

Wie geht es Ihnen bei der Personalsuche?
M. K.: Wir haben drei Mitarbeiter und sind stolz, dass eine Mitarbeiterin schon seit ihrem 19. Lebensjahr bei uns ist und auch bei uns in Pension gehen wird. Es ist nicht einfach, geeignetes Personal zu finden, da man bei uns spezifisches Know-how braucht, denn unsere Kunden sind sehr informiert und wissen, was sie wollen.

Vor welchen Herausforderungen stehen Sie?
Ch. K.: Die diskutierten Themen wie Parkplatznot, Registrierkasse und Barrierefreiheit beschäftigen auch uns. Es ist wichtig, dass die Innenstadt so vielschichtig bleibt. Daher ist auch unser Appell an alle Grazer, in der Innenstadt einzukaufen, um die Altstadt zu erhalten.
M. K.: Außerdem vermissen wir den Bankomat vom Freiheitsplatz. Hier braucht es dringend Ersatz an einem nahegelegenen Standort.

Wie ist das Verhältnis zu Ihren Mitbewerbern?
Ch. K.: Wir sind ja mittlerweile wenige Musikfachgeschäfte in Graz, aber wir schätzen unsere Kollegen von "Inandout Records" oder "Dux Records". Jeder hat seine Klientel und seine Stammkunden, und das ist gut so.

Wie soll die Zukunft von "Friebe" aussehen?
Ch. K.: Natürlich wäre ein Ausbau und das Einstellen von mehr Mitarbeitern wünschenswert.
M. K.: Der Trend zum bewussten Einkaufen zieht sich mittlerweile von Lebensmitteln auch in andere Bereiche. Das freut uns, denn es sichert Arbeitsplätze und belebt die Innenstadt.

Das ist
Christine Korp

Geboren am 31. Mai 1976 in Graz.
Lebt in einer Lebensgemeinschaft.
Maturierte am Körösi-Gymnasium in Graz.
Studierte Betriebswirtschaftslehre in Graz und absolvierte auch die HTL Bulme.
Hört gerne Austropop und gemütliche Lounge-Musik.
Ist Obfrau der Wirtschaftskammer für den Elektro- und Einrichtungshandel.
Treibt gerne Sport wie Tennis, Skifahren und Laufen. 

Das ist
Michaela Korp


Geboren am 21. Jänner 1981 in Graz.
Lebt in einer Lebensgemeinschaft und hat zwei Kinder.
Besuchte das Körösi-Gymnasium in Graz und absolvierte die Tourismusfachausbildung in Villach.
Ist ein Fan von Rock und hört gerne Bruce Springsteen, Tina Turner oder Nena.
Hat zwei Hunde.
Kulinarisch bevorzugt sie die italienische und orientalische Küche sowie verschiedene Spritzer.

Infos zu
"Friebe GmbH"

Das Familienunternehmen "Friebe GmbH Elektroinstallationen – Musikfachgeschäft" wurde 1883 durch Adolf Friebe in der Elisabethinergasse 22 gegründet.
1886 folgte der Wechsel in die Sporgasse 21.
Im Jahr 1966 kam das Musikfachgeschäft hinzu.
1985 erfolgte die Verleihung des steirischen Landeswappens.
Dieses wird nunmehr in vierter Generation von den Schwestern Christine und Michaela Korp geleitet.
Es bietet eine große Auswahl an CDs, Platten, Plattenspielern.
In ihrem Sortiment finden sich Werke aus Genres wie Klassik, Jazz, Pop, Volksmusik, Musical oder Weltmusik.
Standort: Sporgasse 21, 8010 Graz
Telefon: 0316/82 58 00
Web: www.friebe.at
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9.30 bis 12.30 Uhr und von 13 bis 18 Uhr sowie samstags von 9.30 bis 13 Uhr



Gast und Wirtschaft
Cosimo Food GmbH

Hofgasse 8, 8010 Graz
Leitung: Cosimo Ursi
Telefon: 0316/83 98 36
Web: www.cosimo.co.at
Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag von 8 bis 20 Uhr, Freitag von 8 bis 21 Uhr, Samstag von 8 bis 18 Uhr, Sonn- und Feiertage geschlossen
Beschreibung: Mit dem "Cosimo" hat Cosimo Ursi genau den Geschmack der Grazer getroffen. Italienische Kulinarik und Gemütlichkeit trifft Grazer Fußgängerzone. Das Innere lädt zum Verweilen ein und im Gastgarten kommen Urlaubsgefühle hoch.
Das Essen: Italien lässt grüßen. Neben dem Mittagsmenü hat sich Cosimo vor allem durch seine Tramezzini-Manufaktur einen Namen gemacht. Für WOCHE-Redakteurin Martina Maros gab es daher ein Prosciutto-Tramezzini, Christine und Michaela Korp entschieden sich für das Mittagsgericht, das an diesem Tag Pasta war.
Die WOCHE meint: Die Gastlichkeit und die Qualität überzeugen. Die Speisen waren frisch zubereitet und schmeckten vorzüglich. Auch der Kaffee schmeckte wie in Italien, das passende Gastgartenwetter tat an diesem Tag das Übrige. Ob Mittagessen, Tramezzini oder ein Glas Wein – an "Cosimo" kommt man nicht vorbei.
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