Predigt
Ich bin die Auferstehung und das Leben... Lazarus komm heraus!

Auch die Kirche ist von den Maßnahmen der Regierung betroffen. Es finden keine öffentlichen Gottesdienste statt.
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  • hochgeladen von Veronika Mair

Mit dem Corona-Virus sind derzeit auch Gottesdienste für die Öffentlichkeit ausgesetzt. Die BezirksRundschau stellt darum in dieser Zeit Predigten zur Nachlese zur Verfügung. Diese Predigt zum fünften Fastensonntag hat Dechant Johannes Blaschek verlesen.

Lazarus ist tot. Fast scheint es, als hätte Jesus genau diese Nachricht abgewartet, bevor er sich auf den Weg macht, um die Freunde in Judäa zu besuchen. Die Neuigkeit von der schweren Krankheit war schon länger zum Jüngerkreis gedrungen, aber bei Jesus setzt keine Hektik ein, kein schnelles Hineilen zum Krankenbett. Er lässt sich Zeit und kommt am Ende - an ein Grab. Trauernde Menschen erwarten ihn und er hört den leichten Vorwurf: "Wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben." Und Jesus erweckt Lazarus vom Tode.

Die Auferweckung des Lazarus ist das größte Zeichen, das Jesus getan hat. Aber die Botschaft dieser Begebenheit ist nicht so sehr das Staunen über seine Fähigkeit, Kranke zu heilen, ja Tote zu erwecken - es geht um viel mehr. Er sieht seinem eigenen Sterben bereits entgegen. Jesus wird den Tod erleiden aber auch besiegen. Der Tod wird nicht das Ende sein. An Lazarus soll die Macht Gottes schon jetzt sichtbar werden: Jesus als ersten voran und dann alle Menschen in die Auferstehung zu führen.

Liebe Schwestern und Brüder: Eine weitere Lektion hin zum Glauben an die Auferstehung wird uns erteilt. Einen weiteren Schritt im Glauben hin auf Ostern dürfen wir gehen. Auferstehung findet für mich aber auch schon in diesem Leben statt. Jesus sagt von sich selbst: Ich bin die Auferstehung und das Leben. ER ist es, der den Schlüssel zum Leben besitzt, ja ER selbst ist der Schlüssel, ohne den es keinen Weg zum Leben gibt.

Mich berührt, wie Jesus zum Grab hingeht, zu Gott betet und sein machtvolles Wort mit lauter Stimme in die Grabhöhle hineinruft: „Lazarus komm heraus!“ – Und der Verstorbene kam heraus. Sind nicht wir Menschen jene, die Bildlich gesprochen in den verschiedensten Gräbern gefangen sind, und dort vor uns hinmodern? Ich denke an die großen Gräber der Menschheit, wie Hass, Gier, Krieg, Angst, Lügen. Was mir jetzt gerade bewusst wird, ist, dass Globalisierung und Konsum zu einem der Gräber der Menschheit geworden sind. Und ein ganz frisches Grab, das wir gerade zu schaufeln beginnen, ist die Angst vor dem Anderen. In Summe haben wir wohl die Freiheit falsch gelebt – auf Kosten der Erde. Kardinal Schönborn deutete jüngst an, dass es einiges neu zu überdenken geben wird.

Aber auch viele persönliche Gräber als Mensch kommen mir in den Sinn: Das Grab der Einsamkeit, der Armut, oder ist vielleicht die Beziehung zum Ehepartner schon zu einem Grab geworden?
In dieser Situation ruft Jesus laut in mein Leben. Komm heraus aus deinem Grab! Alle Menschen – kommt aus den Gräbern – die ganze Menschheit soll neu erstehen!
In den letzten Zeiten hört man ja viel, wie es mit der Welt weitergehen wird, und bei mir selbst wird es vielleicht auch anders weitergehen als zuvor. Es gilt dabei: „Komm aus deinem Grab... Gehe in ein neues Leben... befreie dich von den alten Binden, von dem, was dich gebunden hat! Es ist Zeit für Auferstehung!“

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