Cobra, bitte übernehmen Sie (sich nicht)!

Die Arbeit bei der Cobra grenzt an Spitzensport.
  • Die Arbeit bei der Cobra grenzt an Spitzensport.
  • Foto: BM.I
  • hochgeladen von Birgit Chalcraft

ALKOVEN (bic). Was im Fernsehen spannend und aufregend aussieht, ist in Wirklichkeit beinharte Knochenarbeit. Solange noch einige seiner Knochen heil waren, verließ Peter Trummer nach fast zwei Jahrzehnten die österreichische Antiterroreinheit Cobra und änderte sein Leben radikal.

Im Alter von 15 Jahren begann Peter die Gendarmerieschule, um anschließend einige Jahre in der Steiermark als Gendarm zu arbeiten. Wie viele junge Burschen suchte auch er nach Bestätigung, Herausforderung und dem Ausloten seiner Grenzen. So war es eine verlockende Vorstellung, schwer bewaffnet bei der Cobra für Ordnung im Land zu sorgen. Aufgabenbereiche dieser Eliteeinheit sind beispielsweise Personen- und Objektschutz, Bekämpfen von organisierter Kriminalität oder Terrorismus. Die Cobra ist für die Sicherheit im gesamten Staatsgebiet zuständig, Auslandseinsätze sind keine Seltenheit. „Dort, wo andere aufgeben, beginnt die Arbeit der Cobra.“ erklärt der 43Jährige.
Der gebürtige Wiener Neustädter war sportlich sehr aktiv und Mitglied im österreichischen Judo-Nationalteam. Denn wer bei der Cobra arbeiten will, wo Sekundenbruchteile über Leben oder Tod entscheiden, muss körperlich und geistig hundertprozentig fit sein. Verlangt sind Schnelligkeit, Präzision, Ausdauer und Kraft, schon allein deswegen, weil die Ausrüstung je nach Einsatz bis zu 80 kg wiegt. Durch die Arbeit selbst werden die Sinne ständig geschärft. „Wenn ich einen Raum betrat, musste ich innerhalb eines Augenblicks erkennen, wer der Gute und wer der Böse war, um den Richtigen auszuschalten“, erklärt Trummer.
Wie im Spitzensport gerät man auch bei der Cobra ständig an seine Limits. Irgendwann konnte nicht einmal mehr sein hohes Einkommen das Gefühl wett machen, am falschen Platz zu sein. Burnout und ein mehrfacher Bandscheibenvorfall überzeugten ihn schließlich, dass es Zeit war einen neuen Weg einzuschlagen. Heute arbeitet er als Druide - als keltischer Schamane - und lebt in einem kleinen Häuschen aus Stein, ohne fließendes Wasser. Trotzdem war er noch nie so zufrieden wie jetzt. Er liest, wandert und hält sich viel in der Natur auf. Seinen Lebensunterhalt bestreitet er von dem, was die Leute ihm freiwillig für seine schamanische Arbeit geben. Das können auch Naturalien wie Erdäpfel, ein warmes Essen oder eine Arbeitsleistung sein.
Als Druide verwirklicht sich Peter Trummer bei keltischen Namensgebungszeremonien, Hochzeiten und Jahreskreisfesten wie Beltaine oder Samhain. „Meine Faszination für die Lebensweise der Kelten hat sich über Jahre hinweg entwickelt“, erzählt der Aussteiger, der immer wieder an Festlichkeiten und Ritualen in Stonehenge, Glastonbury und anderen mystischen Orten am keltischen Rand Europas teilnimmt. Das Druidentum ist in Großbritannien seit zwei Jahren als offizielle Religion staatlich anerkannt. „In Österreichs Schulen hören die Kinder von den Römern und Griechen, aber von unseren eigenen Vorfahren, den Kelten, erfahren sie nichts“, so der Vater zweier erwachsener Söhne. „Dabei könnten wir gerade in der heutigen Zeit wieder viel von ihnen lernen.“ Die Kelten sahen die Natur als göttlich und lebten im Einklang mit ihr, ohne sie auszubeuten. Das Leben wurde angenommen, so wie es war. „Die Kelten waren aber immer offen für neue Ideen“, so der moderne Druide, der sich seine neu gewonnene Freiheit allerdings nicht von Fernseher, Radio oder Internet rauben lässt. Er träumt von einer bescheideneren Welt, wo jeder vom dem lebt, was er gerne macht und deshalb gut kann. Und wo schwer bewaffnete Polizisten, wie er selbst einer gewesen ist, nicht gebraucht werden, weil es mehr Miteinander und Vertrauen zueinander gibt. „Meine Haustür ist immer offen. Und falls jemand etwas von mir nähme, dann wird er es wahrscheinlich nötiger brauchen als ich“, sagt er lächelnd.

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