EMK Grieskirchen
14 Musiker positiv auf Corona-Virus getestet

Die Mitglieder der Eisenbahnermusikkapelle Grieskirchen.
  • Die Mitglieder der Eisenbahnermusikkapelle Grieskirchen.
  • Foto: EMK
  • hochgeladen von Florian Meingast

Als eine "sehr turbulente" beschreibt Philipp Zeirzer, Obmann der Eisenbahnermusikkapelle, kurz EMK, Grieskirchen, die jüngst vergangene Woche. Während einer Probe am 11. September haben sich bis einschließlich 22. September 14 Musiker mit dem Corona-Virus infiziert.

GRIESKIRCHEN. Nun veröffentlichte Zeirzer eine Stellungnahme. Sein Grund:

"Wir haben uns zu dieser transparenten Veröffentlichung der Situation entschieden, da uns die Gerüchteküche aus der näheren Grieskirchner Umgebung derzeit zwischen 15 und 30 aktive Fälle zuordnet. Wir haben auf diese Situation schnellstmöglich reagieren müssen. "

In seinem Schreiben beschreibt er die Situation wie folgt:

"Am Freitag, 11. September fand in unserem Musikheim eine Probe statt. Das Musikheim – in welchem zwischen März und September 2020 keinerlei Betrieb stattgefunden hat – wurde über den Sommer Coronatauglich 'umgebaut'. So wurden Desinfektionsmittelspender aufgestellt, der Abstand im Probenraum sicher- und verschiedene Hinweise zur allgemeinen Hygiene aufgestellt. Einige Tage nach der Probe kam es bei mehreren Musikern zu den bekannten Symptomen, wodurch sofort die Behörde informiert wurde und Tests stattfanden. Im von der Behörde angeordneten Kontakt-Tracing-Verfahren war jedoch der Tag der Musikprobe nicht mehr inkludiert. Grund: er lag zu weit zurück."

Bereits sechs Tage nach der Probe wurden die ersten Corona-Fälle in der Kapelle bekannt.

"Da sich unsere Mitglieder auch privat treffen, war hier noch nicht klar, ob die Ansteckungen auf die Probe am 11. September rückzuführen sind. Erst als sich ein weiterer Fall, der außerhalb der Musikprobe keinen Kontakt zu den Betroffenen hatte, als positiver Corona-Fall herausgestellt hat, war klar, dass es einen Zusammenhang mit der Musikprobe geben muss."

Daraufhin informierte der Obmann sofort die Behörde und ließ den Verantwortlichen die Anwesenheitsliste inklusive Kontaktdaten der Probenden zukommen.

"Alle Musiker, die an der Probe teilgenommen hatten, wurden am 18. September kontaktiert und mussten sich am nächsten Tag testen lassen. Bereits zwei Tage später standen die erschütternden Ergebnisse fest. Die momentan 14 betroffenen Musiker befinden sich in Absonderung. Wir sind froh, dass es aus derzeitiger Sicht bei keinem der Betroffenen zu einem schweren Krankheitsverlauf kommen dürfte", sagt Zeirzer

Enttäuschung über Stigmatisierung

Enttäuscht zeigt sich Zeirzer über die Tatsache, "dass es bei einzelnen betroffenen Personen außerhalb der Kapelle zu einer Stigmatisierung kommt ('Dank dir müssen wir uns jetzt testen lassen/müssen wir jetzt daheim bleiben…')."

Er nutzt seine Stellungnahme demnach auch als Aufklärung und schreibt, dass

  • ... die Antsteckungsgefahr im Vereinsleben trotz aller erdenklichen Sicherheitsmaßnahmen offenbar höher ist als gedacht.
  •  ... das Corona-Virus primär unsichtbar ist. "Niemand trägt den Erreger gerne bei sich, niemand weiß es, bevor nicht erste Symptome auftreten. Niemand steckt andere absichtlich damit an."
  • ... es die Pflicht eines in Grieskirchen, Schlüßlberg und Tollet aktiven Vereins der Öffentlichkeit gegenüber ist, auch mit negativen Geschehnissen transparent umzugehen.
  • ... es dem Verantwortlichen leid tut, "dass es bei uns soweit gekommen ist. Wir hoffen jedoch, dadurch einen kleinen Beitrag leisten zu können, damit es bei anderen Vereinen vielleicht nicht so weit kommt."

Abschließend wendet sich der Obmann mit einer Bitte an die Bevölkerung.

"Verhalten Sie sich solidarisch gegenüber Ihrer Mitmenschen. Tragen Sie einen Mundschutz wo es erforderlich ist. Gehen sie nicht krank zur Arbeit oder zu privaten Treffen. Halten Sie Abstände ein und kümmern Sie sich um ihre Liebsten. Das Gemeinsame zeichnet eine funktionierende Gesellschaft aus. Schauen wir, dass unsere Gesellschaft gesund bleibt."

"Mache niemanden Vorwurf"

Die Grieskirchner Bürgermeisterin Maria Pachner beschreibt die Musiker des Vereins als "seriös und engagiert".

"Sie haben sich mit ihrer Probe auf ein Erntedankfest vorbereitet. Ich bin mit Obmann Zeirzer in engem Kontakt. Er versicherte mir, dass er alles getan hat, um einen Ausbruch zu vermeiden. Er hat in bester Absicht gehandelt. So wurde zum Beispiel Desinfektionsmittel aufgestellt und regelmäßig gelüftet. Ich mache daher niemanden einen Vorwurf", sagt Pachner.

An diesem Beispiel wird sichtbar, dass das Virus präsent ist und jeden treffen kann.

"Ich appelliere daher an jeden sich selbst, seine Familie und Freude zu schützen. Halten Sie sich an die Vorgaben der Behörden. Größte Vorsicht ist zudem ab Herbst, einer Zeit in der wir uns wieder mehr drinnen aufhalten, geboten", sagt Pachner, die den Ausbruch als "Weckruf zur rechten Zeit" bezeichnet.

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