Gedächtnisbuch OÖ
Erinnerung an den "Blumenpfarrer" Heinrich Steiner

Heinrich Steiner wurde 1939 von der Gestapo verhaftet und ein Jahr später ins KZ Dachau transportiert.
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  • Heinrich Steiner wurde 1939 von der Gestapo verhaftet und ein Jahr später ins KZ Dachau transportiert.
  • Foto: Alfred Rapperstorfer
  • hochgeladen von Julia Mittermayr

Das Projekt Gedächtnisbuch OÖ widmet sich dem Schicksal der Verfolgten des Nationalsozialismus. Einer davon ist der Kematner Pfarrer Heinrich Steiner.

KEMATEN AM INNBACH (jmi). Dem Nichtvergessen hat sich das Gedächtnisbuch Oberösterreich gewidmet. Dieses erzählt die Geschichte von Personen, die im Nationalsozialismus aus den verschiedensten Gründen verfolgt waren oder durch widerständiges Handeln gegen das NS-Regime ihr Leben in Gefahr brachten. "Das Buch wird an einem öffentlichen Platz – im Linzer Mariendom – den Lesern zugänglich gemacht und jedes Jahr um weitere Schicksale ergänzt", informiert Erna Putz, Jägerstätter-Biographin.

"Blumenpfarrer"

Eines dieser Schicksale entstammt direkt aus der Region: Heinrich Steiner (1907-1989), ein aus Grieskirchen stammender katholischer Priester. Er wirkte ab 1935 als Pfarrer von Steinerkirchen am Innbach, Gemeinde Kematen. Wohl aufgrund einer Verleumdung wurde er 1939 von der Gestapo verhaftet. Nach der Verurteilung zu einem Jahr Gefängnis wurde Steiner 1940 in das KZ Dachau deportiert. Nach der Befreiung des Lagers durch US-amerikanische Truppen gelangte er mit anderen Priesterkollegen in einem mühsamen Fußmarsch wieder in seine Heimatpfarre zurück. Dort wirkte er bis zu seinem Tod 1989 als Seelsorger. "Das Besondere ist, dass Heinrich Steiner in seiner Heimat und seiner Pfarre unvergessen war. Er war am Radl unterwegs, und hat immer Brot und Blumen mitgebracht", so Putz.

Für die Öffentlichkeit bestimmt

Das Gedächtnisbuch ist im Mariendom Linz auf und ist ab Herbst 2020 auch im OÖ Landesmuseum (Schlossmuseum) Linz öffentlich einsehbar. Das Projekt verbindet zivilgesellschaftliche Erinnerungskultur mit historisch-biografischem Lernen. Durch die Auseinandersetzung mit den jeweiligen Biografien werden nicht nur die Geschichten ehemals verfolgter bzw. widerständiger Personen im kollektiven Gedächtnis bewahrt und neue Quellen erschlossen, sondern diese auch in Beziehung zur eigenen Biografie und Gegenwart gesetzt. Projektträger sind Erna Putz, Florian Schwanninger (Lern- und Gedenkschloss Hartheim), Andreas Schmoller und Verena Lorber (Franz und Franziska Jägerstätter Institut KU Linz) und Thomas Schlager-Weidinger (Private Pädagogische Hochschule der Diözese Linz).

Autor:

Julia Mittermayr aus Grieskirchen & Eferding

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