Gemeindepartnerschaften im Hausruck
Freundschaften über die Grenzen hinweg

2017 feierten die Hausruckviertler Weiberner mit Ortschef Manfred Roitinger (r. am Mikro) gemeinsam mit den deutschen "Partnern".
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  • 2017 feierten die Hausruckviertler Weiberner mit Ortschef Manfred Roitinger (r. am Mikro) gemeinsam mit den deutschen "Partnern".
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Gemeinden pflegen seit vielen Jahren intensive Partnerschaften im In- und Ausland.

BEZIRKE GRIESKIRCHEN, EFERDING (jmi). Derselbe Name, ähnliche Einwohnerzahl – aber 700 Kilometer voneinander entfernt. Richtig, es geht um Weibern. Besser gesagt: das Hausruckviertler Weibern und das deutsche Weibern in der Eifel. Sie unterhalten miteinander seit 1967 eine Gemeindepartnerschaft. "Beim Feuerwehr- und beim Musikvereinssystem gibt es aber schon Unterschiede. Unsere sind besser", zwinkert Manfred Roitinger, Bürgermeister "unseres" Weiberns. Profitieren können die Hausruckviertler aber genauso, etwa wenn die deutschen Kollegen beim Hallenfest musizieren. Regelmäßige Besuche pflegen diese Partnerschaft. "Das Interesse ist querbeet. Auch ganz viele Junge sind beim nächsten Ausflug an Pfingsten wieder dabei", so Roitinger.

Die Bad Schallerbacher mit Bürgermeister Gerhard Baumgartner (2. v. r.) bei der 60 Jahre-Partnerschaftsfeier am „Bad Schallerbach-Plain“ in Koksijde.
  • Die Bad Schallerbacher mit Bürgermeister Gerhard Baumgartner (2. v. r.) bei der 60 Jahre-Partnerschaftsfeier am „Bad Schallerbach-Plain“ in Koksijde.
  • Foto: René Brunner
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Älteste Gemeindepartnerschaft in Österreich

Besuche und Gegenbesuche dürfen ebenfalls zwischen Bad Schallerbach und dem belgischen Koksijde nicht fehlen. Die Verbindung besteht offiziell seit 1955 und ist damit "die älteste so in Österreich existierende Partnerschaft zwischen Gemeinden", betont Bad Schallerbachs Bürgermeister Gerhard Baumgartner. Die Verbindung geht bis auf den Zweiten Weltkrieg zurück, sie soll eine Annäherung zwischen den Feinden des Zweiten Weltkriegs sein. "Auf dem Europäischen Gemeindetag in Venedig 1954 ist das Gespräch zwischen den damaligen beiden Bürgermeistern durch die Medien gegangen. Zwei Länder, die sich kurz davor noch im Kriegszustand verbrüdern – eine Sensation damals", erzählt Baumgartner. Wichtig ist dem Bürgermeister aber vor allem, dass eben nicht nur Funktionäre und Politiker involviert sind, sondern auch Herr und Frau Schallerbacher. "Seit wir den Austausch für die gesamte Bevölkerung öffneten, ist die Akzeptanz nicht nur gewachsen – auch organisieren sich Gruppen wie die Musikkapelle selbst und fahren zur Partnergemeinde", so Baumgartner.

Die Neukirchner mit Bürgermeister Kurt Kaiserseder (3. v. r.) bei der Feuewehrautoübergabe in der Partnergemeinde Tarna Mare.
  • Die Neukirchner mit Bürgermeister Kurt Kaiserseder (3. v. r.) bei der Feuewehrautoübergabe in der Partnergemeinde Tarna Mare.
  • Foto: Kurt Kaiserseder
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Den "Partner" unterstützen

Relativ frisch – seit 2014 – gestaltet sich die Partnerschaft zwischen Neukirchen am Walde und dem rumänischen Tarna Mare. Aber Moment: "2014 wurde es offiziell im Rahmen eines Kulturaustauschprojekts. Eine Zusammenarbeit besteht aber schon seit fast 30 Jahren", erklärt Neukirchens Bürgermeister Kurt Kaiserseder. Hintergrund: Deutsche Einwohner hatten in Tarna Mare beim Einmarsch der Russen nach dem Zweiten Weltkrieg zwei Optionen: emigrieren oder interniert werden – und kamen daher in unsere Region. "Unsere Lehrer griffen vor etwa 25 Jahren dieses Thema wieder auf, da in Rumänien ein Priester tätig war, den man mit Kleidung, landwirtschaftlichen Geräten, Schulausstattung unterstützen wollte", so Kaiserseder. Der Kontakt intensivierte sich, ehe die Partnerschaft vor fünf Jahren offiziell wurde. 2017 ging es mit einem alten Feuerwehrfahrzeug nach Tarna Mare. Der Grund: Die Stadt will nach österreichischem Vorbild eine freiwillige Feuerwehr aufbauen.

Zur Sache: Gemeindepartnerschaften im Hausruck

In unserer Region finden sich einige Gemeinden in den Bezirken Grieskirchen und Eferding, die eine Gemeindepartnerschaft unterhalten. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Aistersheim – Auersthal (NÖ) seit 1978
  • Aschach – Obernzell (D) seit 1922
  • Bad Schallerbach – Koksijde (BEL) seit 1955
  • Gaspoltshofen – Niederwinkling (D) seit 1977
  • Geboltskirchen – Linsengericht (D) seit 1986
  • Hartkirchen – Halstenbek (D) seit 1984, Lübz (D) seit 1995
  • Hofkirchen – Hofkirchen an der Donau (D) seit 1976
  • Neumarkt – Laboe (D) seit 1966
  • Peuerbach – Malo (I) seit 1997
  • Scharten – Köditz (D) seit 2005
  • Wallern – Pressig im Frankenwald seit 1984, Wallern im Burgenland seit 1996, Volary im Böhmerwald seit 1996
  • Weibern – Weibern in der Eifel (D) seit 1985

"Gemeinsamkeiten suchen und pflegen"

Kommentar von Julia Mittermayr

Bleiben sie oder nicht? Dreieinhalb Jahre zieht sich der Brexit mittlerweile hin – und zeigt sehr deutlich, wie uneinig sich die Briten über einen Verbleib in der EU sind. Den Befürwortern geht es nicht nur ums Reisen ohne Visa, sondern vor allem um die Verbundenheit mit dem Festland und ihren Kulturen. Was wirkliches Miteinander schafft, ist und bleibt der Austausch mit Menschen. Was früher Brieffreundschaften erledigt haben, ist heute nur einen Klick im Internet entfernt. Greifbarer ist der Kontakt aber noch immer mittels Partnergemeinden. Auch durch regelmäßige Besuche erkennt man schnell, dass es mit der Partnergemeinde noch mehr Gemeinsamkeiten als nur den gleichen Namen gibt. Politische Themen, Probleme und Lösungen werden auf einmal greifbar. Ein Muss: diesen Austausch an die nächste Generation weiterzugeben.

Autor:

Julia Mittermayr aus Grieskirchen & Eferding

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