Das Feld als Selbstbedienungsladen
Landwirte werden bestohlen

Thomas Kraxberger, leidenschaftlicher Gemüsebauer aus Hartkirchen in Eferding, ärgert sich über den Gemüsediebstahl.
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  • hochgeladen von Susanne Straif

Thomas Kraxberger, Eferdinger Bauernbund-Bezirksobmann, wurde auf seinem eigenen Feld bestohlen. Doch das ist keine Seltenheit, wie Landwirte aus der Region berichten.

BEZIRK EFERDING. "Seit einigen Jahren merke ich, dass auf den Feldern zunehmend Feldfrüchte ausgegraben werden", erzählt Thomas Kraxberger, Bauernbund-Bezirksobmann Eferding. Erst im vergangenen Juni war das auf seinem eigenen Feld der Fall: Schätzungsweise bis zu 80 Knollen Knoblauch waren in der Nacht abgerissen und mitgenommen worden – ein ausschlaggebender Punkt, um das Thema öffentlich zu machen, wie Kraxberger im Gespräch berichtet. Im Gemüsebauverband darauf angesprochen, merkte er bald: Viele andere Landwirte sind von derselben Problematik betroffen. "Mittlerweile steht so was an der Tagesordnung", sagt Kraxberger. Von ausgerissenen Zwiebeln, ausgegrabenen Erdäpfeln oder sogar gestohlenen Bäumen berichten Kollegen aus der Region. Bei einem Bauern in Alkoven wurden etwa die Erdäpfel einer 40 Quadratmeter großen Fläche gestohlen, übrig blieben nur Erdhaufen.

Fälle häufen sich

Angefangen habe dieser Gemüsediebstahl vor drei oder vier Jahren. Seitdem werde es immer mehr. Besonders schlimm sei es bei Kürbissen oder zur Erdbeersaison, weshalb Erdbeeren mittlerweile meist auch eingezäunt sind. "Früher hat man sie wegen des Wilds eingezäunt, heute wegen der Leute", stellt Kraxberger fest.
Der Gemüsebauer aus Hartkirchen bezeichnet die Vorfälle als "Sauerei". „Mir ist das unerklärlich. Man kann sich doch nicht einfach auf dem Feld eines anderen sein Gemüse holen, als wäre es ein Selbstbedienungsladen.“ Die fehlende Wertschätzung gegenüber dem, was Landwirte in der Region produzieren, ärgert Kraxberger besonders. "Das ist kein Kavaliersdelikt, und ich habe absolut kein Verständnis dafür", so der Bauernbund-Bezirksobmann. Vor einer Anzeige schreckt er deshalb nicht zurück – vorausgesetzt, die Täter können erwischt werden. Selbst mit einer Kamera habe er es schon probiert, doch ohne Erfolg. Anrainer und Passanten sind daher aufgefordert, auffällige oder zuwiderhandelnde Personen zu melden.

Bauernbund hofft auf Bewusstseinsbildung

„Das reiht sich leider in eine Serie dreister Vorgänge gegenüber dem Eigentum von Bäuerinnen und Bauern ein“, meint Wolfgang Wallner, Direktor des Oberösterreichischen Bauernbunds. Autodrifter, die im Winter Spuren der Verwüstung in Feldern hinterlassen, oder Freizeitnutzer, die sich für ein Picknick in fremde Wiesen setzen und dort Müll zurücklassen, tragen zur Verzweiflung heimischer Landwirte bei.
Das alles habe einen befremdlichen gemeinsamen Nenner, wie Wallner glaubt: „Der Respekt vor dem Eigentum anderer ist leider bei manchen in der Bevölkerung im Sinken begriffen. Vor allem die Wertschätzung gegenüber landwirtschaftlichem Grund und bäuerlicher Arbeit ist oft gar nicht mehr vorhanden.“ Wallner hofft deshalb, durch öffentliche Diskussion mehr Bewusstsein für die Problematik zu schaffen und den Gemüsediebstahl in Zukunft einzudämmen. "Auf der anderen Seite sehen wir glücklicherweise eine wachsende Anzahl an Menschen, die die wertvolle Arbeit der Bäuerinnen und Bauern zu schätzen wissen", berichtet Wallner.



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