Problemfall Wolf: Schweiz als Vorbild für Schutzmaßnahmen

Rolf und Adrian Brenzikofer, Thomas Jäggi (Geschäftsbereichs Viehwirtschaft Schweizer Bauernverband), Heinz Feldmann (BUL- Projektleiter), Alwin Meichtry (Präsident des Schweizerischer Schafzuchtverbands), Landesrat Max Hiegelsberger und Ueli Pfister (Präsident des Vereins Herdenschutzhunde Schweiz).
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  • Rolf und Adrian Brenzikofer, Thomas Jäggi (Geschäftsbereichs Viehwirtschaft Schweizer Bauernverband), Heinz Feldmann (BUL- Projektleiter), Alwin Meichtry (Präsident des Schweizerischer Schafzuchtverbands), Landesrat Max Hiegelsberger und Ueli Pfister (Präsident des Vereins Herdenschutzhunde Schweiz).
  • Foto: Mittermayr/BezirksRundschau
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OÖ, SCHWEIZ. Spätestens seit dem Schafriss in Weyer (Bezirk Steyr) hat die Angst vorm „bösen Wolf“ auch die Oberösterreicher erreicht. Wölfe dürfen derzeit nur abgeschossen werden, wenn sie eine entsprechende Gefahr für den Menschen oder wiederholt Präventionsmaßnahmen überwunden haben. Grund genug, um für Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger passende Lösungen zum Schutz von Nutztieren auszuloten. "Der Wolf ist bei uns zwar nicht das große Problem, aber wir möchten uns vorbereiten, wenn die Wolfspopulationen zunehmen. Die Schweiz hat bereits langjährige Erfahrung mit Rudelbildung und sind daher geeignete Gesprächspartner in dem Bereich", erklärt Hiegelsberger.

2,8 Millionen Franken pro Jahr für Wolfsschutz

Ein Blick ins Nachbarland Schweiz ergibt erste Ansätze. Im Nachbarland sind derzeit vier Wolfsrudel und drei Paare verzeichnet – in Summe um die 43 Tiere. Jährlich geben die Schweizer 2,8 Millionen Franken zum Schutz ihrer Nutztiere. Wird trotz dieses Schutzes ein Tier gerissen, werden diese Verluste zu 80 Prozent von öffentlicher Hand entschädigt. Aber: Die Wirksamkeit des Wolfsschutz sei laut Alwin Meichtry, Präsident des Schweizerischer Schafzuchtverbands, ein "administratives Monster" und rechne sich praktisch nur in einem Drittel der Fälle. Dass "Isegrim" ein durchaus hochemotionales Thema ist, zeigt sich auch, dass die Wolfsgefahr für Schäfer eine dauernde psychische Belastung darstellt. Geplant ist eine Regulation der Wolfspopulation – unabhängig von Nutztierrissen.

Um die Nutztiere zu schützen, setzen die Schweizer in erster Linie auf kostengünstigere Elektrozäune aber auch immer mehr auf Herdenschutzhunde. Derzeit sind um die 220 Hunde im Einsatz, die 24 Stunden an der Seite der Nutztiere bleiben. Aber die Hunde sind auch in der Kritik: Der Schutz durch die Hunde – zwei pro Herde empfiehlt der Verband der Herdenschutzhunde Schweiz – rentiert sich meist nur für größere Betriebe ab hundert Nutztieren. Probleme ergeben sich außerdem, wenn sich die Tiere von Touristen, die die Wanderwege neben der Schafherde nutzen, angegriffen fühlen. Die Schweizer setzen hier auf Konfliktmanagement, um Futterstellen für die Hirtenhunde nicht unmittelbar neben Wanderpfaden anzulegen und Touristen durch Schilder auf die Tiere aufmerksam zu machen.

Übrigens: Ein Alpine-Tracking hat sich nicht bewährt. Die Schafherde wird hier durch GPS kontrolliert wird, schnellere (Flucht-)Bewegungen gehen mittels SMS zum Schäfer. Problem dabei ist, dass der Schafhirte trotz Warnung meist viel zu spät einschreiten kann.

Wolf in Österreich – wie geht es weiter?

In Österreich gibt es derzeit etwa 15 Wölfe. Das kann sich jedoch schnell ändern, die Wolf: „Durch die Jagdreglementierung Schutz wäre eine Zunahme von rund einem Drittel in Jahr möglich", so Österreichs Wolfsbeauftragter Georg Rauer. Ein Hotspot liegt bereits in Siegendorf (Burgenland). Auch im Gebiet um das nördliche Mühlviertel, Waldviertel und Tschechien prophezeit Rauer eine wachsende Wolfspopulation. "Man darf die Gefährlichkeit des Wolfes nicht verharmlosen. Probleme können durchaus entstehen, wenn der Wolf lernt, die Nähe des Menschen mit Futter zu verbinden. "Hier könnte er schon die Verbindung zum Menschen selbst als Futter ziehen. Aber die Tiere sind dem Menschen gegenüber generell sehr scheu und zurückhaltend."

Um dem Wolf in Österreich Herr zu werden, wollen österreichische Agarlandesräte demnächst ein Forschungsprojekt in Auftrag geben. "Wir in der Landwirtschaft werden weiterhin einige Bereiche zur Wolfspopulation hinterfragen. Ebenso muss in der Forschung zu diesem Thema weitergearbeitet werden", versichert Hiegelsberger.

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