21. Behördenstammtisch in Eferding
"Sind ins Schwitzen geraten"

Die Teilnehmer des 21. Behördenstammtisches.
  • Die Teilnehmer des 21. Behördenstammtisches.
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Im Haus Eferdinger Land, der ehemaligen Bezirksbauernkammer Eferding, fand am Dienstag, 15. September der 21. Behördenstammtisch Eferding statt.

BEZIRK EFERDING (mef). Dabei besprachen Vertreter der einzelnen Behörden und Institutionen die aktuellen Entwicklungen. Das Ziel besteht darin, die Zusammenarbeit zu fördern und zu vertiefen.

"Durch die Corona-Pandemie hat die Regionalität klar an Bedeutung gewonnen. Immer mehr Menschen kaufen zum Beispiel Lebensmittel aus der Region ein", sagt Ludwig Schurm, Obmann der Bezirksbauernkammer Eferding Grieskirchen Wels.

Für die Landwirtschaft sei es bis heute ein schwieriges Jahr gewesen.

"Wir sind aufgrund coronabedingt weniger 'Fremdarbeitskräfte' klar ins Schwitzen gekommen. Aufgrund des Personalmangels sind wir zum Beispiel mit der Spargelernte nicht nahgekommen – und das obwohl es aufgrund des vielen Niederschlags eigentlich ein erntegutes Jahr ist. Außerdem sind die Marktpreise für viele Produkte am Boden", sagt Schurm.

Schurm bestreitet zudem gerade seine letzte Amtszeit als Obmann.

"Die Wahlen finden nächstes Jahr statt. Als Spitzenkandidat wurde Thomas Kraxberger nominiert."

Kraxberger besitzt einen landwirtschaftlichen Betrieb. Auf 40 Hektar baut er Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch an.

"Die Landwirtschaft liegt mir sehr am Herzen", sagt der Spitzenkandidat.

Digitale Ausbildungen

Aufgrund der Corona-Pandemie finden Weiterbildungen der Fachschule Waizenkirchen zudem via Internet statt.

"Wir führen unsere Bildungstätigkeiten fort. So finden zum Beispiel Meisterausbildungen statt", sagt Thomas Jungreuthmayer, Dienstellenleiter der Bezirksbauernkammer Eferding Grieskirchen Wels.

5.000 Anfragen täglich

"Während der Hochphase der Corona-Pandemie erhielten wir oberösterreichweit 5.000 Anfragen pro Tag. Bis heute fanden etwa 113.800 telefonische Beratungen statt. Aufgrund dessen, dass wir im Homeoffice arbeiteten, war die Abarbeitung eine große Herausforderung. Die Anzahl der persönlichen Beratungen vor Ort brach seit Anfang des Jahres entsprechend um etwa 30 Prozent ein", sagt Werner Wagnest.

Wagner ist Bezirksleiter der Arbeiterkammer Eferding. Die meisten Menschen erkundigten sich nach Freistellungen und Informationen zur Kurzarbeit.

"Die Pandemie hinterlässt gravierende Änderungen in der Arbeitswelt. Wir versuchen, der Versunsicherung der Mitglieder aufgrund der aktuellen Situation weitesgehend mit Beratungen entgegenzuwirken", sagt Wagnest. 

Darüber hinaus riefen die Verantwortlichen einen Zukunftsfond ins Leben.

"Damit sollen Projekte zum Thema Digitalisierung am Arbeitsplatz vorerst bis Ende Oktober mit Beiträgen zwischen 5.000 und 200.000 Euro gefördert werden", sagt Wgnest.

Ähnlich hektisch vernahm Christian Prechtl, Bezirksstellenobmannn der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Eferding und Stellvertreter der Fachgruppe der Freizeit- und Sportbetriebe Oberösterreich, diese Zeit.

"Im März führten wir 700, im April 600 und im Mai 400 Beratungsgespräche via Telefon bezüglich der Corona-Pandemie", sagt Prechtl, der ebenfalls Geschäftsführer der Injoy-Fitnesstudios ist.

Als eines der nächsten starten die Verantwortlichen der Wirtschaftskammer das "Next Step"-Projekt.

"Dabei geht es um die Frage, wie ich ein Projekt verbessern kann. Diese Angebot richtet sich an Unternehmer, deren Projekte schon längere Zeit am Markt sind. Der Startschuss fällt im Herbst", sagt Prechtl. Daneben gilt es "die Regionalität weiter zu fokussieren. Ein gutes Instrument dafür ist die Guute-Card. Ich gehe davon aus, dass damit im Bezirk in diesem Jahr 5 Millionen Euro Umsatz generiert werden können – und das trotz Corona."

Zudem ginge es für Prechtl darum, mit Thema Nachhaltigkeit, "zum Beispiel in Form von Elektromobilität", ein neues Standbein zu schaffen.


Digitale Messen

Die Corona-Pandemie zum Anlass wird die heurige Jugend- und Berufsmesse von 20. bis 24. Oktober auf digitalem Wege abgehalten.

"Ein digitaler Ableger für die Bezirke Grieskirchen und Eferding ist in Arbeit", sagt Hans Moser, Leiter der Wirtschaftskammern Grieskirchen und Eferding.

Auch für ihn und sein Team waren es seit Beginn der Corona-Krise im Land anstrengende Monate.

"Von März bis April war es eine wahnsinnig anstrengende Zeit, da wir sehr viele Anfragen zu beantworten hatten", sagt Moser.

Zudem klärt Moser mit dem Vorurteilen auf, dass viele Betriebe zurzeit keine Lehrlinge einstellen und die Arbeitslosenrate coronabedingt überdurchschnittlich hoch sei.

"In Griskirchen gibt es momentan 50 Menschen, die eine Lehrstelle suchen – offene Lehrstellen gibt es 160. Zudem nehmen Lehrbetriebe weiterhin Auszubildende auf. In Grieskirchen beträgt die Arbeitslosenrate außerdem lediglich 3,8 Prozent", sagt Moser.

"Arbeiten gut zusammen"

Ebenfalls am Behördenstammtisch teilgenommen hat der Obmann des Regionalentwicklungsverbands Eferding, Schartner Bürgermeister, Bürgermeistersprecherstellvertreter und "regionale Landtagsabgeordnete" Jürgen Höckner (VP).

"Wir vom Entwicklungsverband sind keine Behörde, arbeiten mit den Mitarbeitern jener jedoch sehr gut zusammen", sagt Höckner.

Beispielsweise dann, wenn des darum geht, Eferding von einer Gemüseregion zu einer "die Wert auf Gesundheit und Ernährung legt" zu enwickeln. Um das zu bewerkstelligen, wurde ein Fokus auf die Gemeinschaftsverpflegung gelegt.

"Die Frage dabei ist, wie wir die Verpflegung von älteren Menschen, in Form von Essen auf Rädern, und jüngeren unter einen Hut bekommen. Es dürfte bekannt sein, dass Junge und Alte unterschiedlich essen", sagt Höckner. 

Ein weiterer Fokus des Verbandes gilt der Internet-Breitbandversorgung.

"Wir greifen hier koordinierend in Projekte ein, die bestenfalls nicht bei der Gemeindegrenze aufhören. Bestenfalls gehen sie über die Bezirksgrenze hinaus – so wie eines meiner Projekte in den Gemeinden Scharten (Bezirk Eferding) und Buchkirchen (Bezirk Wels-Land)."

Für sämtliche Projekte haben die Verantwortlichen des Vereins dieses Jahr 2,271 Millionen Euro zur Verfügung.

"Im Gegensatz zu anderen Regionen in Österreich haben wir das Geld schön aufgeteilt", sagt Höckner, der sich kurze Zeit später auch zur Landesausstellung äußert. "Diese wird es in gewohnter Form nicht mehr geben. Mit den Verantwortlichen des Landes sind wir in Verhandlung. Die Zeichen für eine Alternative stehen gut."

Dreijährige Förderung

 Zu Gast war auch die Geschäftsführerin des Verbands Susanne Kreinecker. Großes Potential sieht sie in der Eferdinger-Land-Akademie, die in der einstigen und frisch reonovierten Bezirksbauernkammer Eferding untergebracht ist.

"Hier werden bis zu 700 Schüler ausgebildet. Über drei Jahre wird die Akademie zudem gefördert. Anschließend muss sie sich selbst tragen", sagt Kreinecker.

Kreinecker agiert zudem als Obfrau der Energiegenossenschaft Eferding.

'Trotz der Corona-Pandemie ist kein Projekt liegen geblieben. Bis zum Beginn der Krise im März haben Interessierte zum Beispiel 450.000 Euro in Photovoltaikanlagen investiert', sagt Kreinecker.

Ein weiterer Fokus liegt auf dem Carsharing.

"Das Angebot wird immer besser angenommen. Mittlerweile haben wir vier Standorte in der Region."

Apropos Mobilität:

"Das Projekt 'Fahrtendienste' ist übrigens nicht eingeschlafen."

Baubeginn noch nicht fix

Während des Stammtisches kam auch Hubert Zöpfl, Leiter der Straßenmeisterei Bezirk Eferding, zu Wort. Zöpfl informierte die Teilnehmer über den dritten Bauabschnitt der Umfahrung Eferding und darüber, wie wichtig es ist, miteinander zu reden.

"Projekt ist grundsätzlich fertig, einige Verfahren sind jedoch noch ausständig. Daher sind momentan weder Baubeginn noch finanzielle Situation fix. Was Baustellen im Bezirk betrifft, so ist der Informationsfluss wichtig. Ich halte es daher für empfehlenswert, wenn im Frühjahr Vertreter der Straßenmeisterei und Gemeinden zusammemkommen und sich über Termine von Baustellen austauschen", sagt Zöpfl. 

Auch nahm sich Zöpfl dem Thema Corona-Pandemie und Winterdienst an.

"Ich möchte eigentlich nicht mehr genauer darauf eingehen. Dennoch: Wir müssen so reagieren, dass die Leute nicht zu viel zusammenkommen."

"Coronasichere Arbeitsplätze"

"Entgegen mancher Erwartungen gibt es uns immer noch."

Mit diesen Worten beginnt Klaudia Auer, Vorsteherin des Bezirksgerichts Eferdings ihren Beitrag während des Stammtischs. Während der Hochphase der Corona-Pandemie im Land war es am Bezirksgericht ruhiger als gewohnt.

"Das Bedürfnis der Bevölkerung, in Krisenzeiten vor Gericht zu ziehen, war gering. Dennoch haben wir die Mitarbeiter aufgrund coronasicherer Arbeitsplätze gehalten", sagt Auer.

Gut angenommen wurde die Telefonberatung, wobei der Andrang "mittlerweile schon wieder nachlässt."

Ein Projekt ist coronabeding jedoch liegen geblieben:

"Ich möchte Schüler in Schulen über Aufgaben und Abläufe am Bezirksgericht informieren. Oftmals laufen Gerichtsverhandlungen nämlich nicht wie im Film ab, wonach in letzter Sekunde der Zeuge, der den ganzen Fall noch einmal ändert, im Saal auftaucht."

Aufgaben nicht immer sichtbar

Nicht immer sichtbar für die Mitmenschen seien die Aufgaben der Bezirkbäuerinnen

"Wir beschäftigen uns mitunter mit dem Konsumverhalten", sagt die Eferdinger Bezirksbäuerin Klaudia Ritzberger.

Ein besonderer Fokus liegt in Zukunft auf Aus- und Weiterbildungen in Bezug auf Lebensmittelkompetenz im Haus Eferdinger Land sowie am Ländlichen Fortbildungsinstitut, kurz LFI.

Herbst wird entscheidend

Neben mitunter Vertretern der Bezirksbauernschaft, Bezirksgericht und Arbeiterkammer wohnte auch Eferdings Bürgermeister Severin Mair dem Stammtisch bei.

"In Bezug auf die Corona-Krise wird der Herbst zeigen, wie sie uns finanziell trifft. Für die Planung ist das natürlich eine große Herausforderung", sagt Mair.

 Abseits dieser Ungewissheit wird in Eferding ein Fokus auf Beständigkeit gelegt.

"Wir möchten leerstehende Flächen wieder beleben. Dazu starten wir einen 'Geschäftsgründungswettbewerb'", sagt der Bürgermeister.


Standort nicht fix

Ebenfalls anwesend warJohann Stadelmayer, Bezirksstellenleiter der Österreichischen Gesundheitskasse, kurz ÖGK, Eferding.

"Kurz nachedem wir Anfang des Jahres unseren Betrieb aufgenommen haben, traf uns die Corona-Krise. Mein kleines feines Team und ich haben die Mitglieder daher sowohl telefonisch als auch via E-Mail beraten. Das ist uns gut gelungen", sagt Stadelmayer.

Noch nicht geklärt ist die Standortfrage der Bezirksstelle.

"Wir führen derzeit intensive Gespräche mit den Verantwortlichen in Wien."

Zudem weist Stadelmayer darauf hin, dass die Pensionssprechtage derzeit nicht stattfinden. Zudem zeigt er sich erfreut, dass sich in Aschach an der Donau und Hartkirchen insgesamt drei neue Ärzte niedergelassen haben.

Neues "Baby"

Auch die Verantwortlichen des Eferdinger Roten Kreuzes stellte die Corona-Krise vor neue Herausforderungen.

"So gestalteten sich zum Beispiel die Beschaffung von Material und Schutzkleidung als schwierig", sagt Bezirksgeschäftsleiter Philipp Wiatschka.

Doch die Krise hatte auch etwas Positives.

"Für unser Caring-Communities-Projekt entwickelte sich ein neues Baby. So laden wir mittlerweile mittwochs zum gemeinsamen Kochen und Essen." 

Gleichzeitiger Vollbetrieb

Alle Hände voll zu tun haben derzeit auch die Mitarbeiter der Eferdinger Bezirkshauptmannschaft kurz BH, rund um Hauptmann Christoph Schweitzer.

"Besonders aufwändig waren während der Hochphase Corona-Tests vor Ort und deren anschließende Auswertung. Ich möchte mich daher bei den Mitarbeitern des Roten Kreuzes und des Klinikums für ihren Einsatz bedanken. Am Amt als auch im Krisenstab arbeiten wir derzeit im gleichzeitigen Vollbetrieb", sagt der Bezirkshauptmann.

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