Blackout
Wenn einmal das Licht ausgeht

Um einen drohenden großflächigen Stromausfall in Österreich zu verhindern, braucht es einen Ausbau der Stromnetze.
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  • hochgeladen von Susanne Straif

Der flächendeckende Ausbau erneuerbarer Energien erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenbruchs der Stromversorgung.

GRIESKIRCHEN & EFERDING. Geschlossene Supermärkte, lahmgelegte Aufzüge und keine Internet- oder Telefonverbindung: So könnten die Anfänge eines Blackouts – eines großflächigen Stromausfalls – aussehen. Was so klingt, als käme es aus einem Katastrophenfilm, ist auch in Österreich möglich, sagt Wolfgang Denk, Pressesprecher der Netz Oberösterreich. Die Netz OÖ ist zuständig für das Strom- und Gasnetz in weiten Teilen Oberösterreichs, auch in den Bezirken Grieskirchen und Eferding. "Mit der Umstellung der Energiesysteme auf erneuerbare Energien wird ein solches Szenario wahrscheinlicher", mahnt Denk. Bisher lieferten zentrale Gas- oder Kohlekraftwerke kontinuierlich und wetterunabhängig Strom. Bei erneuerbarer Energieerzeugung ist das anders.

"Da reicht eine Wolke, die vor die Sonne zieht, und eine Photovoltaik-Anlage kann nur mehr einen Bruchteil des Stroms erzeugen", so Denk.

Windenergie stellt hierzulande rund 2.500 Stunden pro Jahr für die Stromerzeugung zur Verfügung, Sonnenenergie etwa 1.000 Stunden – ein Jahr hat jedoch mehr als 8.000 Stunden. "In Wirklichkeit brauchen wir einen Mix aus den verschiedenen Erzeugungsformen, um über das Jahr zu kommen", glaubt Denk. Damit das Stromnetz funktioniert, muss zu jeder Zeit so viel Strom erzeugt werden, wie gerade gebraucht wird. Denn Strom kann im Stromnetz nicht gespeichert werden.
Zu den konkreten Maßnahmen, die man laut Denk in Zukunft brauchen wird, um einen Blackout zu verhindern, gehören der Ausbau und die Verstärkung der Stromnetze. Sie müssen künftig mehr Strom aufnehmen und verteilen können, wenn es zum weiteren Ausbau der dezentralen Erzeugung kommt. Helfen kann auch die Einführung von verschiedenen Speichertechnologien, darunter die Nutzung von Batteriespeichern, um etwa den von einer Photovoltaik-Anlage erzeugten Strom für späteren Gebrauch lagern zu können.

Für den Notfall gerüstet

Kritische Infrastrukturen wie die Polizei oder der Gesundheitsbereich sind besonders schutzbedürftig und deshalb auf einen Zusammenbruch der Stromversorgung vorbereitet. "Im Falle eines Blackouts versuchen wir, dass die Polizei so lange wie möglich handlungsfähig bleibt und der Betrieb aufrechterhalten werden kann", erklärt Christian Stemmer, Bezirkspolizeikommandant von Grieskirchen und Eferding. Notstromaggregate sollen hierzu wichtige Bereiche wie etwa die Notrufzentralen mit Strom versorgen. Über ein solches verfügt auch das Klinikum Grieskirchen, um lebenswichtige Prozesse für mehrere Tage aufrechterhalten zu können.
"Im Falle eines Blackouts gehen wir davon aus, dass die Stromversorgung spätestens innerhalb eines Tages wiederhergestellt werden kann", erläutert Netz-OÖ-Sprecher Denk. Die Region Grieskirchen und Eferding erhält dann ausgehend von den Donaukraftwerken wieder ausreichend Strom. Diese Teilbereiche können schrittweise mit anderen bis zur vollständigen Wiederversorgung zusammengeschlossen werden. "Die Haushaltskunden und Kleinverbraucher werden als Erste wieder über Strom verfügen, größere Unternehmen und die Industrie aufgrund der großen benötigten Energiemengen erst später", erklärt Denk.

Zur Sache
Der Zivilschutzverband Österreich rät in Vorbereitung auf einen großflächigen Stromausfall zu einem "krisenfesten Haushalt". Dazu gehört:

  • Lebensmittel- und Getränkevorrat für bis zu sieben Tage
  • Ersatzbeleuchtung wie Kerzen, Feuerzeug oder Taschenlampe mit Ersatzbatterien
  • Ersatzkochgelegenheit wie Campingkocher
  • Empfangseinrichtungen, etwa ein Batterieradio mit Ersatzbatterien
  • Erste Hilfe – Zivilschutzapotheke: Verbandsmaterial und persönliche Medikamente
  • Bargeld
  • Hygieneartikel, darunter Toilettenpapier und Seife
  • Notstromversorgung mittels Notstromaggregaten
  • Alternative Heizmöglichkeit wie Kachelöfen oder Heizgeräte, die mit Petroleum betrieben werden

Kommentar
So schön sich "saubere", sprich erneuerbare Energie auch anhören mag – wenn dafür im Winter Strom aus den Atomkraftwerken anderer Länder importiert werden muss oder jederzeit ein großflächiger Stromausfall droht, schadet der vermeintliche Umweltschutz uns vermutlich mehr, als er uns bringt. Es braucht im Hinblick auf die Stromversorgung der Zukunft eine Strategie, die alle Gegebenheiten bedenkt, selbst jene, über die man in der Klimapolitik lieber nicht reden möchte. Immerhin sollte die persönliche Sicherheit nicht im Widerspruch zu einem lebenswerten Planeten stehen. Anstatt also lediglich die Angst vor einem drohenden Blackout zu schüren, braucht es eine offene und ehrliche Diskussion über eine möglichst "grüne" Stromversorgung bei gleichzeitiger Sicherheit.

Um einen drohenden großflächigen Stromausfall in Österreich zu verhindern, braucht es einen Ausbau der Stromnetze.
Wolfgang Denk ist Pressesprecher der Netz OÖ, die für das Stromnetz in den Bezirken Grieskirchen und Eferding zuständig ist.


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