Barrierefreiheit
Wenn kleine Hürden zu großen Problemen werden

Gemeinsam mit Lukas Strasser wurde die Barrierefreiheit der Stadt Grieskirchen getestet.
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  • Gemeinsam mit Lukas Strasser wurde die Barrierefreiheit der Stadt Grieskirchen getestet.
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Wie barrierefrei ist die Stadt Grieskirchen? Gemeinsam mit der BezirksRundschau wollte Lukas Strasser diese Frage beantworten. Den öffentlichen Gebäuden in der Bezirkshauptstadt kann grundsätzlich ein positives Zeugnis ausgestellt werden. Der Weg dorthin birgt aber einige Herausforderungen, wie sich beim Rundgang herausstellte.

GRIESKIRCHEN. Oft unternimmt Lukas Strasser in seinem elektrischen Rollstuhl eine Rundfahrt durch Grieskirchen. Ob es nun der regelmäßige Einkauf, ein Treffen mit Freunden auf einen Kaffee oder eine Spazierfahrt in seiner Heimatstadt ist: Der 24-Jährige ist trotz seiner Einschränkung viel und gerne unterwegs. Für den "BezirksRundschau-Barrierefreiheit-Check" ist Luki – wie er in Grieskirchen von allen nur genannt wird – also der perfekte Partner. Er weiß, welche alltäglichen Hürden es für körperlich beeinträchtigte Menschen in der Bezirkshauptstadt zu meistern gilt und wo  Aufholbedarf besteht.

Der Weg ist das Problem

"Ich finde es super, dass wir das machen", sagt Luki zu Beginn der Rundfahrt. "Es gibt einige Standorte in der Stadt, auf die ich gerne aufmerksam machen möchte." Die öffentlichen Gebäude in Grieskirchen und vor allem der Weg dorthin stellen den gelernten Bürokaufmann oft vor Probleme oder zumindest vor Umwege. Um beispielsweise zur Post zu gelangen, muss Strasser fast das gesamte Gebäude umfahren. Der Grund: Viele Gehsteigkanten in Grieskirchen sind teilweise schon extrem baufällig oder schlichtweg zu hoch, sodass sich Rollstuhlfahrer wie Luki eine andere Stelle zur Straßenüberquerung suchen müssen. So auch vor dem Gebäude der Post in Grieskirchen oder der benachbarten Polizeidienststelle. Bei der gemeinsamen Rundfahrt dauert es vom Stadtzentrum aus kommend mehr als fünf Minuten, bis Lukas von der anderen Straßenseite zum Eingang der Post gelangt. "Es sind einfach die kleinen Hürden, die für mich – oder besser gesagt für uns – gleich ein großes Problem darstellen", so Strasser. Das zeigt sich am Weg durch die Stadt mehrere Male. Luki ist erfahren und schafft alles ohne Hilfe – das sei aber nicht bei jedem mit körperlicher Beeinträchtigung der Fall, so Strasser. 

Lukas Strasser vor der Post in Grieskirchen. Der Weg dorthin ist für ihn nicht ohne.
  • Lukas Strasser vor der Post in Grieskirchen. Der Weg dorthin ist für ihn nicht ohne.
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"Man lernt damit zu leben"

Auch der darauf folgende Weg zur Arbeiter- und Wirtschaftskammer ist nicht ohne, denn auch dort ist der Wegrand entweder in einem mangelhaften Zustand oder der Abstand zwischen Straße und Gehweg für Lukas' Rollstuhl schon grenzwertig hoch. Dort angekommen zeigt sich der 24-Jährige aber positiv beeindruckt. Besonders die Rampe zur Arbeiterkammer lobt er: "Genau so sollte es sein". Aber auch die Wirtschaftskammer hat für körperlich Beeinträchtigte vorgesorgt. Der Haupteingang ist zwar aufgrund der Stufen nicht passierbar, der Hintereingang hat jedoch einen Türschalter, um sich einen Zugang zum Gebäude verschaffen zu können. "Wichtig ist, dass darauf hingewiesen wird. Sicher ist es nicht lustig, wenn man die Umwege fahren muss. Aber man lernt damit zu leben." Wieder im Stadtzentrum angekommen, hebt Lukas auch die mit Betonplatten gepflasterte Innenstadt hervor. "Das ist im Vergleich zu anderen Städten mit einem historischen Stadtkern sicher ein Vorteil. Kopfsteinpflaster, wie es sie mancherorts gibt, sind nämlich alles andere als optimal für uns", sagt Strasser.

Zeitnahe Begehung zugesagt

Generell gebe es viel Schrauben, an denen man in Sachen Barrierefreiheit noch drehen könnte, meint er. "Für uns Beeinträchtigte ist es nicht immer ganz einfach, sich Gehör zu verschaffen. Wichtig ist aber, es trotzdem zu tun und nicht klein beizugeben." Wie er erzählt, trägt sein persönlicher Einsatz auch schon Früchte: Eine Grieskirchner Partei habe ihn zeitnah eine Begehung zur Verbesserung der Barrierefreiheit in der Stadt zugesagt.

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