"Wir laufen jedem Jugendlichen nach"

Zahlreiche Angebote richten sich an die Jugendlichen, die eine Lehrstelle suchen. Anlaufstellen sind unter anderem AMS, Hilfswerk, Volkshilfe und der Jugendservice.
  • Zahlreiche Angebote richten sich an die Jugendlichen, die eine Lehrstelle suchen. Anlaufstellen sind unter anderem AMS, Hilfswerk, Volkshilfe und der Jugendservice.
  • Foto: AMS/Spirola
  • hochgeladen von Margit Koudelka

BEZIRK (mak). Was die Jugendarbeitslosigkeit betrifft, ist Österreich europaweit ein Musterschüler, und das duale Ausbildungssystem – also Lehre und Berufsschule – wird neidisch beäugt. Beim Arbeitsmarktservice (AMS) Grieskirchen sind derzeit 92 offene Lehrplätze gemeldet, denen 77 suchende Jugendliche gegenüberstehen. Die meisten Lehrlinge werden in den Bereichen Gastronomie, Metall, Elektro und Holz sowie im Handel gesucht.
Doch die Vermittlung von Jugendlichen gestaltet sich trotz Ausbildungsgarantie als zunehmend schwierig, und manche Betriebe müssen ohne Lehrlinge auskommen. Daran sind nicht nur die eingeschränkte Berufswünsche der Lehrstellensuchenden Schuld. „Bei den vorgemerkten Jugendlichen treten immer häufiger multiple Einschränkungen wie Lernschwächen, sozial auffälliges Verhalten, Migrationshintergrund, Mobilitäts- und gesundheitliche Einschränkungen auf“, erklärt Grieskirchens AMS-Leiter Franz-Reinhold Forster.
Zahlreiche Angebote, wie Berufsorientierung, Jugendstiftungen oder die AMS-Lehrstellenförderung richten sich an diese Jugendlichen. „Wir laufen jedem Jugendlichen nach und lassen keine Chance aus“, so Forster. Er wünscht sich eine Produktionsschule in Grieskirchen, doch die ist frühestens 2014 geplant. „Die brauchen wir dringend“, sagt er. Acht solcher Produktionsschulen gibt es derzeit in Oberösterreich. Dort werden Leute zwischen 15 und 25 Jahren in einem Zeitraum von sechs Monaten in verschiedenen Werkstätten auf die Arbeitswelt vorbereitet.
Wirtschaftskammer-Obmann Laurenz Pöttinger würde die Jugendlichen jedoch lieber in den Unternehmen sehen. „Ich fände es besser, sie gleich in den Unternehmen zu integrieren. Die Betriebe sind durchaus bereit, die Jugendlichen zu unterstützen“, sagt er. Wichtig seien auch Initiativen wie „Schule & Wirtschaft“, um den angehenden Mitarbeitern die Berufswelt schon früh nahezubringen.

Noch kaum Zugang zum Arbeitsmarkt
BEZIRK. Noch keine Gedanken über einen Lehrplatz müssen sich die 36 jugendlichen Asylwerber machen, die seit Dezember in Gallspach leben. Sie haben aufgrund der Gesetzeslage noch keinen oder in „Mangelberufen“ eingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt. Zudem reichen ihre Deutschkenntnisse noch nicht für die Berufsschule. Daran arbeiten sie jedoch mit ehrenamtlicher Unterstützung einiger Lehrer. „Großartig, wie sich diese Lehrer engagieren, und die Jugendlichen nutzen die Chance“, sagt Wirtschaftskammer-Obmann Laurenz Pöttinger. Obwohl es noch dauern wird, bis die „Jungs aus Afghanistan“ tatsächlich eine Lehre antreten dürfen, haben die Wirtschaftsvertreter schon ihre Fühler in diese Richtung ausgestreckt. „Sobald die rechtliche Lage geklärt ist, werden wir die Betriebe informieren und ihnen das Angebot unterbreiten“, so Pöttinger.

Autor:

Margit Koudelka aus Grieskirchen & Eferding

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