„Waizenkirchen ist keine Abgangsgemeinde mehr“

Hauptschullehrer Wolfgang Degeneve ist seit der letzten Gemeinderatswahl im September 2009 Ortschef von Waizenkirchen.
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BezirksRundschau: In Waizenkirchen wird derzeit das örtliche Entwicklungskonzept überarbeitet. Wo liegt dabei der Schwerpunkt?
Wolfgang Degeneve: Unser Ziel ist es, wieder attraktive Baugründe anbieten zu können. Wir bemühen uns um ein vielfältiges Angebot. Gründe sollen sowohl im Zentrum als auch außerhalb geschaffen werden. Denn es muss auch zur Kenntnis genommen werden, dass es Menschen gibt, die nicht im Zentrum bauen wollen.

BezirksRundschau: In welchen Ortschaften sollen die neuen Baugründe entstehen?
Degeneve: Das ist in Hausleiten, Prambacherholz, Untergschwendt und Kollerbichl. Es geht darum, dass es viele Waizenkirchner gibt, die in diesen Ortschaften aufgewachsen sind und nicht ins Zent-rum übersiedeln wollen. Da sich Waizenkirchen ja weiterentwickeln und wachsen will, dürfen wir nicht riskieren, dass diese Leute in andere Gemeinden abwandern.

BezirksRundschau: Wie groß ist der Aufwand für die Schaffung der Anschlüsse und Infrastruktur in diesen neuen Siedlungsgebieten?
Degeneve: Bei diesen Flächen sind bereits Wasser, Kanal und Straße vorhanden. Meist handelt es sich um Straßen, die bereits auf einer Seite bebaut sind. Es gibt nur eine größere Fläche in Hausleiten, die neu aufgeschlossen werden muss.

BezirksRundschau: Um wieviele Bauparzellen handelt es sich insgesamt?
Degeneve: Das sind so um die 30 Parzellen. Sie sollen ab kommenden April oder Mai zum Verkauf stehen. Es gibt auch schon ein paar konkrete Interessenten.

BezirksRundschau: Wie steht es um die Gemeindefinanzen?
Degeneve: Wir freuen uns über eine gute wirtschaftliche Entwicklung in Waizenkirchen. In den letzten ein bis zwei Jahren sind die Kommunalsteuereinnahmen um rund fünf Prozent gestiegen. Das wirkt sich sehr gut auf die Gemeindefinanzen aus. Im Jahr 2011 war da ein Minus von 90.000 Euro prognostiziert. Nun konnten wir aber mit einem Plus von etwa 25.000 Euro das Jahr 2011 abschließen. Wir erwarten nun aber beim Rechnungsabschluss, der im März erfolgen wird, sogar ein noch größeres Plus. Waizenkirchen ist somit nach langer Zeit keine Abgangsgemeinde mehr.

BezirksRundschau: Dieses gute Ergebnis ist aber nicht einzig und allein auf die hohen Kommunalsteuereinnahmen zurückzuführen?
Degeneve: Nein. Es sind auch die Ertragsanteile gestiegen. Außerdem konnten wir durch verschiedene strukturelle Änderungen erreichen, dass wir in manchen Bereichen günstiger als geplant davongekommen sind.

BezirksRundschau: Welche Maßnahmen waren das?
Degeneve: Wir haben geschaut, dass die Kosten für den Kindergarten nicht gestiegen sind. Außerdem hat die Gemeinde die Führung des Horts übernommen und umstrukturiert. Landesrätin Doris Hummer ist uns da sehr entgegen gekommen. Wir konnten bei gleichbleibender Betreuungsqualität mehr als 20.000 Euro einsparen.

BezirksRundschau: Wie ist die Prognose für das Jahr 2012?
Degeneve: Wir erwarten ein zartes Plus von 10.000 Euro.

BezirksRundschau: Im vergangenen Sommer wurde beschlossen, dass im Schloss Weidenholz ein Veranstaltungssaal entstehen soll. Wie ist der aktuelle Stand dieses Projekts?
Degeneve: Im Dezember und Jänner wurde das bestehende Gebäude untersucht. Sobald die Ergebnisse vorliegen, wird mir das Bundesdenkmalamt mitteilen, welche Veränderungen im Altbestand möglich sind. Erst danach kann ein Finanzierungsplan erstellt und der Architektenwettbewerb gestartet werden.

BezirksRundschau: Wie groß soll der Saal werden?
Degeneve: Für mich macht dieses Projekt nur dann Sinn, wenn uns eine bestimmte Größe erlaubt wird. Eine Schmalspurlösung wird nicht reichen, denn dann müssten wir bei größeren Veranstaltungen erst recht wieder in den Turnsaal ausweichen. Mehr als 300 Leute müssen im neuen Saal in jedem Fall Platz finden. Unser neuer Saal sollte schon so groß werden, wie etwa der Veranstaltungssaal in
St. Marienkirchen an der Polsenz.

BezirksRundschau: Wie berichtet, will sich Waizenkirchen für eine Landesausstellung bewerben. Wie stehen Sie dazu?
Degeneve: Federführend in dieser Sache ist das Heimat- und Kulturwerk Waizenkirchen. Das Projekt wird von mir vollinhaltlich unterstützt. Derzeit wird ein Konzept zum Thema „Wasser“ ausgearbeitet. Bekanntlich wird sich Peuerbach mit einem eigenen Konzept bewerben. Meinerseits gibt es da aber kein Konkurrenzdenken.

Interview: Bernadette Aichinger

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