23.03.2017, 15:00 Uhr

Das große Gähnen im Frühling

Kennen viele: Müdigkeit im Frühjahr. (Foto: Dan Race/Fotolia)
BEZIRK. Müdigkeit, Schwindel, Kreislaufprobleme, Kraftlosigkeit oder Abgeschlagenheit: Wenn die Tage im Frühjahr wieder länger werden und die Temperaturen langsam steigen, fühlen sich Viele oft antriebslos und müde. Der Grieskirchner Allgemeinmediziner Michael Göttfert erklärt, welche Ursachen Frühjahrsmüdigkeit hat und wie man den Körper wieder in Schwung bringt.

Hang-over nach Winterschlaf
"Unter Frühjarsmüdigkeit versteht man eine verringerte Leistungsbereitschaft und Mattigkeit, die viele Menschen im Früjahr erleben", verrät Michael Göttfert. Es handelt sich dabei allerdings um keine Krankheit, sondern um eine durch den Jahreswechsel hervorgerufene Erscheinung. "Die genaue Ursachen der Frühjahrsmüdigkeit sind noch nicht vollständig geklärt", so der Allgemeinmediziner. "Feststeht, dass der Hormonhaushalt eine große Rolle spielt." Die erhöhte Sonneneinstrahlung, die der Frühling mit sich bringt, wirkt dabei auf den Hormon- und Stoffwechsel ein und erweitert die Gefäße. Letzteres hat Auswirkungen auf den Blutdruck - er sinkt. Aufgrund der abnehmenden Produktion von Melatonin und einer zunehmenden Herstellung des Glückshormons Serotonin kommt der Kreislauf nicht auf Touren. Gähn-Attacken und Kraftlosigkeit sind die Folge. Menschen mit Herz-Kreislaufproblemen und Rheumapatienten reagieren besonders sensibel auf die Veränderungen im Frühling.

Energiereserve: Fehlanzeige
Wenn die Energiereserven nach einem langen Winter aufgebraucht sind, reagieren Menschen unterschiedlich: "Die Symptome von Frühjahrsmüdigkeit variieren", erklärt Göttfert. "Am häufigsten treten Müdigkeit (trotz ausreichender Schlafdauer), Abgeschagenheit, Kreislaufschwäche, Kopfschmerzen, Gereiztheit, Schwindel oder Antriebslosigkeit auf." Auch eine erhöhte Wetterfühligkeit, Konzentrationsstörungen oder Erschöpfung können Symptome von Frühjahrsmüdigkeit sein. Kinder, Frauen und ältere Menschen sind von der Umstellung von der dunklen auf die helle Jahreszeit dabei häufiger betroffen. "Sollten die Symptome allerdings andauern und sich nicht auf die Früjahrsumstellung beschränken, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden", betont der Experte. "Denn andere Erkrankungen, wie Depressionen oder Schilddrüsenerkrankungen machen sich auf ähnlich Weise bemerkbar."

Startklar für den Frühlingsanfang
Während man gegen die Wetterumstellung an sich natürlich nichts tun kann, können die typischen Beschwerden durchaus in die Schranken verwiesen werden - Sonne, Luft, Bewegung und gesunde Ernährung helfen dabei. "Zu empfehlen ist, sich häufig im Freien aufzuhalten", erklärt Göttfert. "Viel Bewegung und Spaziergänge im Tageslicht kurbeln den Hormonhaushalt an." Eine eiweißreiche Ernährung verhilft dem Körper zu neuem Schwung, Kohlenhydrate machen hingegen müde. Besonders wichtig ist zudem ein regelmäßiger Schlafrhythmus, Lüften vor dem Schlafen hilft. Bei andauernder Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Konzentrationsproblemen können Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente helfen.
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