24.11.2016, 15:00 Uhr

Geschlechtskrankheiten sind auf dem Vormarsch

Das Kondom – richtig angewendet – bietet sicheren Schutz vor Geschlechtskrankheiten. (Foto: Photographee.eu/Fotolia)
BEZIRK. Nie konnte man sich besser davor schützen, und doch nehmen sie zu: Geschlechtskrankheiten. Pünktlich zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember erklärt Andreas Berger, Facharzt für Gynäkologie in Grieskirchen, welche Geschlechtskrankheiten derzeit am weitesten verbreitet sind.

Herr Berger, was genau sind Geschlechtskrankheiten?
Berger:
Als Geschlechtskrankheiten werden Erkrankungen bezeichnet, die durch sexuelle Kontakte übertragen werden. Unter den klassischen Erkrankungen versteht man etwa Syphilis oder Tripper – diese hatten in den letzten Jahrzehnten jedoch an Bedeutung verloren. In der Folge traten Erkrankungen überwiegend viraler Ursache in den Vordergrund, wie beispielsweise, Hepatitis B und C, das HPV-Virus sowie Herpes genitalis, Chlamydien oder das HIV-Virus. Die Zunahme der Erkrankungen hängt wahrscheinlich mit der besseren Behandelbarkeit von HIV und die damit verbundene erhöhte Risikobereitschaft zusammen.

Wie machen sich Geschlechtskrankheiten bemerkbar?
Erkennen lassen sich einige Erkrankungen am typischen klinischen Erscheinungsbild: Bei Herpes genitalis sind dies schmerzhafte Bläschen, Genitalwarzen sind meist juckende Erhabenheiten am Genital. Andererseits sind es aber auch unspezifische Symptome wie Schmerzen, vermehrter Ausfluss im Falle von Chlamydien, Trichomonaden und Tripper oder Müdigkeit, Infektanfälligkeit, Lymphknotenschwellungen, Gewichtsverlust und Hautausschläge bei Aids. Oft werden Geschlechtserkrankungen bei der Abklärung von Hautausschlägen entdeckt. Natürlich wird auch jeder Blutspender auf HIV und Hepatitis untersucht. Chlamydien, Tripper oder Trichomonaden werden durch Entnahme von Abstrichen diagnostiziert.

Wie werden sexuell übertragbare Krankheiten behandelt?
Die Behandlung umfasst neben Antibiotika bei Chlamydien und Venerea und antiviralen Mitteln bei HIV, Hepatitis oder Herpes auch die Behandlung mit Tinkturen, Cremes, Laser, Elektrotherapie oder flüssigem Stickstoff bei Feigwarzen. Prophylaktisch gibt es die HPV-Impfung, die neben den Feigwarzen zu etwa 90 Prozent vor Gebärmutterhalskrebs schützt. Auskünfte geben alle Fachärzte und Abteilungen für Dermatologie, Urologie und Gynäkologie sowie als erste Ansprechstelle der Hausarzt.
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