21.12.2017, 18:00 Uhr

Weihnachtsblues: Stille Nacht, einsame Nacht

Die Telefonseelsorge mit der Nummer 142 erreicht man 24 Stunden am Tag, auch an Sonn- und Feiertagen. (Foto: Gordon Bussiek/Fotolia)
BEZIRK. Während viele Menschen dem Weihnachtsfest entgegen fiebern, ist Weihnachten für manche Menschen vor allem eins: das Fest der Einsamkeit. Warum Menschen gerade an Weihnachten besonders einsam sein können, erklärt Andreas Hochmeir, evangelischer Pfarrer in Wallern.

Harte Probe
Ob Alleinlebende, Singles oder Kinderlose: Wer zum Weihnachtsfest alleine ist, ist einem höheren Risiko ausgesetzt, einsam zu sein. "Menschen, die an Weihnachten alleine sind, werden auf eine harte Probe gestellt", so Hochmeir. "Besonders wenn Partner sterben oder Kinder weit weg wohnen, nimmt die Vereinsamung zu."

Tabuthema Einsamkeit
Warum sind Menschen zu Weihnachten einsam? Die Weihnachtszeit ist verhältnismäßig sehr lange und beginnt mit den ersten Weihnachtsmärkten im November. Die Tage werden kürzer, der Mangel an Lichtstunden nimmt zu. "Der 24. Dezember ist für Betroffene besonders schwierig", betont der Seelsorger. "Die emotionale Aufgeladenheit trägt dazu bei, dass sich Menschen häufig noch einsamer fühlen." Dieser Umstand ist meist auch mit einer entsprechenden Erwartungshaltung verbunden. "Um Konflikte zu vermeiden, sollte diese deshalb besser niedriger gehalten werden", rät Hochmeir. "Stattdessen sollte man dankbar sein für Gelungenes."

Unglücklich alleine
Besonders zu Weihnachten wird Alleinstehenden die eigene Einsamkeit bewusst. Einsam ist dabei, wer alleine unglücklich ist. Deshalb sind kleine Aufmerksamkeiten und Besuche besonders hilfreich. "Einsame Menschen haben wenige Kontakte und leiden darunter. Neue Formen der Begegnung und Geselligkeit können deshalb Abwechslung in den tristen Alltag bringen", rät Hochmeir. "Betroffene Menschen sind über jedes Angebot dankbar."

Funke Hoffnung
Dabei ist es besonders wichtig, den Kontakt zu suchen. "Eine willkommene Geste kann dabei ein Besuch, ein Anruf oder eine Weihnachtskarte sein", erklärt Hochmeir. "Man sollte bewusst auf jene Menschen zugehen, die in der Weihnachtszeit zu vereinsamen drohen und damit Licht in die scheinbare Dunkelheit bringen." Hilfe bietet an den Spitzentagen auch die Telefonseelsorge (142).
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