18.08.2016, 07:30 Uhr

Die Alpakaflüsterer bekommen Nachwuchs

Viel Arbeit aber eine große Leidenschaft: Ariane und Wolfgang Putzinger halten rund 60 Alpakas auf ihrem Hof.

Die Fohlensaison hält Ariane und Wolfgang Putzinger vom Alpakahof am Aspoltsberg derzeit auf Trab.

GASPOLTSHOFEN (jmi). Keine Zeit zum Ausruhen auf dem Aspoltsberg bei Gaspoltshofen. Noch bis Ende September ist auf dem Hof von Ariane und Wolfgang Putzinger Wurfzeit. Vierzehn Jungtiere werden heuer geboren – Durchschnittsanzahl auf dem Hof. Rückblick: 2011 begannen die Putzingers mit gerade mal vier trächtige Stuten. Heute treiben sich bereits 60 Alpakas auf dem insgesamt rund acht Hektar großen Gelände herum.

Keine Zeit zum Ausruhen


Die Geburt eines Alpakas kann eine halbe Stunde dauern. Eine weitere halbe Stunde später stehen die Jungtiere schon. Ein Muss, schließlich müssen die Tiere in freier Wildbahn in den südamerikanischen Anden auch gleich mit der Herde Schritt halten. Eine Verschnaufpause gönnen sich die beiden Alpakabesitzer nicht: „In der Fohlensaison haben wir keine freien Tage. Die Geburt kann nämlich ganz schnell gehen. Innerhalb von zehn Minuten. Auf einmal liegt das Fohlen im Stall. Zu 90 Prozent geht aber alles gut.“ Der Tierarzt wird bei Komplikationen gerufen, wenn ein Junges der Breite nach kommt. In diesem Jahr verlief aber alles gut, der Alpakanachwuchs springt schon fleißig durchs Gehege und zeigt sich auch keineswegs kamerascheu. Sechs bis zehn Kilo wiegen die Tiere bereits bei der Geburt. „Bei kalten Temperaturen wärmt ein spezielles Fohlenmäntelchen den Nachwuchs – kann aber auch ein Hundemäntelchen sein“, erklärt Wolfgang Putzinger.

Ein „gutes Tier“ erkennen


Von April bis Ende September werden ausgewählte Tiere auf dem Hof gedeckt, die Tragezeit dauert fast zwölf Monate. „Bisturí und Dominator sind unsere zwei besten Hengste und auch die Topvererber in unserem Haus“, so Wolfgang Putzinger, der auch Seminare für Alpakazüchter abhält. Darin erklärt er, wie man ein gutes Zuchttier von einem schlechten unterscheidet. „Es kommt auf Körper, Faser und Stammbaum an. Ein gutes Alpaka kann man mit bloßem Auge erkennen – auch bereits kurz nach der Geburt.“ Was sonst noch wichtig ist? Bei einem 100-Kilo-Tier: Respekt vor den Menschen. „Wir legen Wert auf zahme Tiere. Besonders die Deckhengste müssen Respekt vor den Menschen haben. Ich darf seinen Sicherheitsabstand überschreiten, er aber nie meinen", erklärt Wolfgang Putzinger. Klappen tue dies aber auf jeden Fall mit seinen Tieren, das werde schon von Geburt an berücksichtigt.

Für die nächste Zeit ist viel zu tun: Alpakas können 20 Jahre alt werden, und die Putzingers denken nicht ans Aufhören: „Der Spruch ‚Wenn man einem Alpaka zu tief in die Augen schaut, verliebt man sich‘, stimmt auf jeden Fall.“

Alle Fotos: Lydia Mitterbauer/BezirksRundschau
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