15.03.2017, 09:00 Uhr

"Ein Lächeln schenken"

Die ehrenamtliche Bibliothekarin Erdmuth Peham engagiert sich seit vielen Jahren in Grieskirchen.

GRIESKIRCHEN (raa). 21 Jahre lang war Erdmuth Peham ehrenamtliche Leiterin der Bibliothek in Grieskirchen. Die heute 72-Jährige erinnert sich genau an die Anfänge im Pfarrheim: "Da lagen die Bücher zum Teil noch in Schachteln oder auf dem Fensterbrett." Zur Landesausstellung 2010 gab es dann ein neues Gebäude. Heute arbeitet Peham unter der Leitung von Christina Spiegelfeld mit einem Team von zehn Mitarbeitern.
"Schon als Kind hat mir meine Mutter gesagt, wenn mir langweilig war: ‚Dann lies ein Buch'", erinnert sich Peham. Diese Aussage wurde zu ihrer Kernbotschaft, die ihre Arbeit in der Bibliothek bis heute prägt. In einem Institut für Erwachsenenbildung absolvierte Peham eine Bibliothekarinnenausbildung für Ehrenamtliche. Dieses Wissen gibt sie heute an angehende, junge Bibliothekarinnen weiter.
Eine Herzensangelegenheit sind Peham Projekte rund um Kinder und Jugendliche sowie Projekte und im interkulturellen Bereich.
Im Laufe ihrer langen Tätigkeit in der Bibliothek empfand sie diese Räume auch immer als Begegnungsstätte. Unter ihrer Federführung entstand am Internationalen Frauentag ein Fest mit jeweils bestimmten Themen. "In Grieskirchen hat damals niemand diesen Tag gekannt." Heute ist aus diesem Projekt ein literarischer Tag geworden, an dem auch gekocht und musiziert wird. Hierbei werden verschiedene Länder und Rezepte vorgestellt.
Eine besondere Rolle spielt Peham auch bei der Arbeit mit Flüchtlingen. Sie hat das "Begegnungscafé" initiiert, in dem sich einmal im Monat Flüchtlinge und Einheimische zum Austausch treffen. "Wir haben auch den Verein Netzwerk Integration gegründet, der sich für ein respekt- und friedvolles Miteinander einsetzt." Peham unterrichtet außerdem junge Afghanen in Deutsch; die rüstige Pensionistin begleitet die jungen Flüchtlinge bei Behördengängen und hilft, wo es nur geht. Wichtig ist ihr, Vorurteile abzubauen. "Da muss man mit einem gutem Beispiel vorangehen. Ich sage immer: ‚Bitte schenkt's diesen Menschen ein Lächeln, das sind auch nur Menschen wie wir.'"

Kinder sind die besten Leser
"Wir laden schon Kindergartenkinder ein, sich ein Buch zu holen. Die Kinder schauen die Bilder an, und Mama oder Papa liest zuhause daraus vor."
Die Angst vieler, Kinder würden im Zeitalter von Smartphones und Internet kaum mehr lesen, kann Peham nicht bestätigen. Speziell im Volksschulalter sind Kinder die stärksten Leser. "Burschen fliegen auf Sachbücher, und Mädchen wollen schöne Geschichten lesen."
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