14.03.2017, 20:54 Uhr

Gewerkschaft fordert Mindestlohn für Frauen

ÖGB-Regionalsekretär besuchte die Damen bei LEHA in Breitenaich. (Foto: ÖGB)

Zum Frauentag fordert der ÖGB einen Mindestlohn von 1.500 Euro für Frauen.

BEZIRKE. "Österreich ist bei der Einkommensgerechtigkeit nach wie vor eines der Schlusslichter in Europa", kritisiert der regional ansässige Gewerkschaftsbund anlässlich des Internationalen Frauentags 2017. „1.500 Euro Mindestlohn wären ein großer Schritt zu mehr Gerechtigkeit, weil in schlecht entlohnten Branchen sehr viele Frauen arbeiten“, drängt ÖGB-Regionalsekretär Peter Schoberleitner auf rasche Einigung.

Altersarmut bei Frauen vermeiden

"Überlange Arbeitszeiten, wie sie Wirtschaftskammer und Industrie fordern, würden noch mehr Frauen in Teilzeit drängen", sind sich die Gewerkschafter einig. „Dabei wissen wir, dass schlecht entlohnte Teilzeitarbeit oft zu Armut im Alter führt. Es kann doch nicht das Ziel der Politik sein, die Zahl der Ausgleichszulagenbezieherinnen zu steigern“, kritisiert auch der Vorsitzende des ÖGB Grieskirchen, Walter Steiner, die Situation.

Transparenz gegen Diskriminierung

Fakt ist, dass Frauen weder in der Gesellschaft, noch am Arbeitsmarkt gleichgestellt sind. "Das muss sich rasch ändern. Neben 1.500 Euro Mindestlohn brauche es Einkommenstransparenz in den Betrieben. Der Gewerkschaftsbund will, dass schon in Betrieben mit mehr als 100 Beschäftigten Einkommensberichte gelegt werden müssen, um etwaige Diskriminierung von Frauen erkennen zu können. Außerdem müssten Vordienst- und Karenzzeiten besser angerechnet werden, um die Einkommensschere zu verkleinern", so Schoberleitner.

Nelke als Geste der Aufmerksamkeit

Seit über 100 Jahren wird der Internationale Frauentag zelebriert und traditionell wird an diesem Tag vom Gewerkschaftsbund eine rote Nelke an Frauen überreicht. „Vielleicht meinen einige, dieser Brauch würde ohnehin zu nichts führen, aber letztendlich geht es um ein Zeichen der Sensibilisierung für dieses im 21. Jahrhundert noch immer brisante Thema. Um das Zeichen: „Wir bleiben dran, wir vergessen nicht auf eure Anliegen“, unterstreicht Schoberleitner die Wichtigkeit dieser symbolischen Geste. Der Gewerkschaftsbund Grieskirchen/Eferding war auch heuer wieder in ausgewählten Betrieben unterwegs, um Frauen persönlich eine Nelke zu überreichen.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.