27.12.2017, 17:10 Uhr

Serie "Landsleute im Ausland": Von Gaspoltshofen nach Hongkong

Abenteuer Hongkong: Sieben Millionen Einwohner auf einem Fleck – und Eva Ögger (29) mittendrin. (Foto: Michaela Giles)

Hühnerklauen zum Mittagessen: Die 29-Jährige Gaspoltshofnerin nennt seit 2011 die chinesische Metropole ihre neue Heimat.

GASPOLTSHOFEN, HONGKONG (jmi). Seit Jahren macht Eva Ögger ihre Freunde neidisch – indem sie regelmäßig farbenfrohe Fotos aus Hongkong auf ihrer Facebookseite veröffentlicht. In der 7-Millionen-Einwohner-Metropole lebt Ögger seit 2011. Begonnen hat das Abenteuer Hongkong bereits 2009: Im Studium "International Business Studies" an der FH in Kufstein durfte die Gaspoltshofnerin ein Jahr in der Stadt an der Perlflussmündung studieren. Eine "Wahnsinns-Erfahrung": "Das war das erste Mal, dass ich aus meiner Komfortzone herausgetreten bin. Das Mädel vom Dorf, das erste Mal wirklich weg von daheim, auf mich allein gestellt in der Metropole", schwärmt Ögger noch heute. Kein Wunder, warum es nach dem FH-Abschluss wieder zurückging.

Jetzt oder nie

"Im Winter 2010 habe ich dann beschlossen: Was soll's, jetzt gehe ich einfach – und habe mir einen Flug gebucht. Im Jänner war ich schon wieder zurück in Hongkong." Der Umzug in die chinesische Metropole war doch eine Herausforderung: Die erste Zeit schlief die 29-Jährige bei ihrer Freundin Inge auf der Couch, schickte zig Bewerbungen aus. Trotz des harten Wettbewerbs am Jobmarkt konnte sich Ögger bereits nach zwei Wochen ein Praktikum sichern – zum Hungerlohn. „Da Hongkong eine extrem teure Stadt ist, waren auch die Ersparnisse schnell weg. Darum habe ich am Wochenende zusätzlich Kleinkindern Englischunterricht gegeben. Meine Eltern haben mich auch noch etwas unterstützt. Sie wussten, dass es mein Traum war, mich in Hongkong zu verwirklichen, und wollten mir helfen, das zu schaffen. Dafür bin ich unbeschreiblich dankbar“, erklärt sie. Nach dem Praktikum wurde Ögger von der Firma fix angestellt, nach drei Jahren folgte ein Jobwechsel.


Hühnerfüße zum Mittagessen

Der Alltag steckt voller Extreme: Hühnerfüße zum Mittagessen; Tausende Leute, die sich zur Hauptverkehrszeit in die U-Bahn quetschen; ab und zu ein Taifun … für Ögger mittlerweile „doch normaler Alltag“. Am Abend wird Hongkong zur Partystadt, die Ögger mit ihrer bunten Freundestruppe, aus allen Teilen der Welt, erkundet. „Oft ist es ein Kommen und Gehen – das ist vermutlich auch der Grund, warum alle hier so extrem offen und freundlich sind. Man lernt superschnell Leute kennen, kann jederzeit mit jedem ein Gespräch beginnen.“ Auch die Österreicher sind vertreten: Beim Drachenbootfest nimmt Ögger jedes Jahr mit dem Austro-Team am Drachenbootrennen teil. Ein Oktoberfest darf ebenfalls nicht fehlen. Dafür hat Ögger auch das passende Dirndl parat, denn: „Tracht muss sein.“


Gibt noch viel zu sehen

Was fehlt, sind die frische Luft und ein gutes Hausbrot: „Immer wenn ich zu Weihnachten nach Hause komme, verköstigt mich meine Spitzenköchin-Mutter sowieso – das bringt mich wieder durchs ganze Jahr." Kein Wunder, denn im Familienunternehmen Wirt z'Affnang weiß man, wie man gut kocht. Und wie geht es weiter? „2018 bleibe ich noch in der Stadt. Dann muss man schauen, wie's weitergeht. Beruflich gibt es gute Möglichkeiten, aber auch persönlich gibt es noch viel zu sehen und zu erleben. Das kann ich mir natürlich nicht entgehen lassen!“

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