16.11.2016, 08:14 Uhr

Und wieder gibt ein Traditionsbäcker auf

Bäckermeister Franz Reisinger mit seinen Verkäuferinnen Edith Rößlhumer und Erika Pramendorfer. (Foto: Josef Pointinger)

Nach 27 Jahren in der Backstube in Waizenkirchen schließen die Reisingers ihre Bäckerei.

WAIZENKIRCHEN (raa). "Wir freuen uns jetzt auf die Pension", so Franz Reisinger, der 1989 seine Feinbäckerei in Waizenkirchen mit seiner Frau eröffnet hatte. Nachfolger haben die beiden keine. "Es finden sich keine, Bäcker will keiner mehr sein", beklagt Reisinger. "Das ist der Lauf der Zeit. Wir sind die Generation, die noch aktiv ist", so Reisinger weiter. "Man verdient ja auch nicht mehr viel. Die Discounter sind billiger, und alles, was händisch gemacht ist, ist halt ein wenig teurer."
Als er vor fast 30 Jahren das Geschäft eröffnet hatte, war der Umsatz noch rund dreimal so hoch wie zuletzt. Bis zum Jahr 2000 hat Reisinger noch Lehrlinge ausgebildet. "Aber die halten das heute nicht mehr durch. Die letzten haben nach einer Woche wieder aufgehört, weil ihnen alles zu schwer war", so der Bäckermeister.
Noch vor Jahren gab es in Waizenkirchen drei traditionelle Bäcker. Mit Reisinger schließt die letzte der kleinen Backstuben endgültig seine Tore. "Ich finde das voll schade, weil er so gute Sachen hat", beklagt die Kundin Helga Adlesgruber die Geschäftsaufgabe in der Fadingerstraße. "Das war mein Hauptgeschäft, das ist schade", so Anita Strasser. Und Franz Schauer bescheinigt der Bäckerei eine gute Qualität bei angemessenen Preisen.
Seit 1996 wurden die Zeiten in der Bäckerei immer schwieriger. Die Konkurrenz mit der Aufbackware war billiger, und das spürte man in der kleinen Bäckerei. Zumal die Auflagen, so beklagt der Bäckermeister, immer strenger werden. "So darf es keine Fliesen mit Fugen mehr geben. Da müsste so viel investiert werden, das rechnet sich auch nicht mehr", erklärt Reisinger.

Fotos: Josef Pointinger
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