14.12.2017, 08:28 Uhr

Update: Gestohlener Motorrad-Prototyp taucht in Grieskirchen auf

In Grieskirchen tauchte der wertvolle Prototyp aus England wieder auf. (Foto: Dorset Police)

Krimi um englischen Prototyp endet bei Händler in Grieskirchen

LONDON/GRIESKIRCHEN (fui). Im Juni diesen Jahres wurde bei einem englischen Motorradhersteller in London eingebrochen und dabei der Prototyp eines neuen Motorrad im Wert von etwa 110.000 Euro gestohlen. Aufgrund des enormen Wertes des Fahrzeugs beauftragte das Unternehmen einen Privatdetektiv, nach dem Prototyp zu suchen.
Am 10. Dezember fand der Detektiv schließlich das Motorrad auf einer Online-Börse. Angeboten wurde das unverkennbare Stück von einem Händler in Grieskirchen um 12.000 Euro. Die englische Firma entsandte Mitarbeiter, die am Mittwoch, 13. Dezember den Sachverhalt der österreichischen Polizei zu schilderten. 

Weitere gestohlene Motorräder gefunden

Im Zuge der anschließend durchgeführten Ermittlungen konnte das gesuchte Fahrzeug schließlich im Verkaufsraum der Firma vorgefunden und sichergestellt werden. Der Motorradhändler gab gegenüber den Beamten an, das angeführte Motorrad, und weitere, aus England bezogen zu haben. Er sei in einem Internet- Inserat auf ein anderes Motorrad aufmerksam geworden, im anschließenden Chatverlauf seien ihm durch den englischen Verkäufer weitere Motorräder angeboten worden. Insgesamt habe er sieben Stück von diesem Händler bezogen.
Im Zuge weitere Ermittlungen wurden sämtliche Motorräder in der Lagerhalle des Grieskirchner Händlern überprüft. Darunter befanden sich zwei weitere Fahrzeuge, die als gestohlen gemeldet waren. Alle gestohlenen Motorräder stammen von demselben englischen Internethändler. Mittlerweile hat auch Interpol seine Ermittlungen eingeleitet, um die Täter auszuforschen.

Update: "Einfach blöd dazugekommen"

Der betroffene Motorradhändler aus dem Bezirk Grieskirchen (Name der Redaktion bekannt) erklärt im Gespräch mit der BezirksRundschau, dass er unverschuldet an die gestohlenen Zweiräder gekommen ist: "Ich habe für alle Fahrzeuge eine Rechnung und diese so gut es geht schon beim Kauf anhand der Fahrgestellnummer überprüft." Dabei haben sich keine Auffälligkeiten ergeben und er habe dem Händler aus London getraut. Bei dem Prototypen handelte es sich um ein sogenanntes "Showbike", dass nicht fahrbereit ist. "Es ist nicht ungewöhnlich, dass solche Show- oder Messebikes der Hersteller auf dem freien Markt landen, darum habe ich mir in diesem Fall nichts dabei gedacht", erklärt der Händler aus Grieskirchen weiter. Außerdem merkt er an, dass es an Möglichkeiten zur Überprüfung von Fahrzeugen fehle: "Weder Polizei noch Versicherung können oder dürfen Auskunft geben und uns fehlt der Zugriff auf die Systeme, in denen gestohlene Fahrzeuge registriert werden. Zwar können wir anhand der Fahrgestellnummer viele Informationen zu einem Fahrzeug abrufen, aber hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. In dem Fall bin ich einfach blöd dazugekommen."
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