04.10.2017, 20:21 Uhr

Was tun, wenn Lehre zum Alptraum wird?

Was tun bei Problemen? LehrlingsRedakteurin Michaela Wienerroither im Interview mit Gudrun Vera Wimmer (r.). (Foto: Mittermayr/BezirksRundschau)

BEZIRK. Nicht für jeden Lehrling verläuft die Ausbildung ohne Probleme. Welche Schritte bei Schwierigkeiten zu setzen sind, wird im Interview mit Gudrun Vera Wimmer vom AMS Grieskirchen geklärt.

Wie hilft das AMS, wenn ein Lehrling Probleme hat, aber noch in aufrechtem Lehrverhältnis steht?
Wimmer:
Zuerst raten wir, das Dienstverhältnis nicht sofort zu beenden. Es geht darum, zu schauen, ob auch wirklich alles versucht worden ist, die Probleme anders zu lösen. Dafür besteht die Möglichkeit auf ein Lehrstellencoaching, welches von der Wirtschaftskammer angeboten wird. Des Weiteren zeigen wir verschiedene Alternativen auf, sollte der Lehrling sich dafür entscheiden, das Dienstverhältnis zu lösen. Unter anderem geben wir einen Einblick in die aktuelle Arbeitsmarktsituation. Sollten arbeitsrechtliche Fragen auftauchen, verweisen wir an die Arbeiterkammer.

Wie sieht die finanzielle Unterstützung von Lehrlingen aus, die ihre Lehre nicht beenden konnten?
In einem Alter unter 25 Jahren reicht ein halbes Jahr im Lehrverhältnis, um Anspruch auf Arbeitslosengeld zu haben. Dieses ist jedoch meist sehr gering, da man von der Lehrlingsentschädigung ausgeht. Neben diversen Kursangeboten zur Unterstützung der Neuorientierung finanzieren wir bei Bedarf den Besuch einer Berufsschule und Vorbereitungskurse für die Absolvierung der Lehrabschlussprüfung. Das Arbeitslosengeld wird nebenbei weiter ausbezahlt. Zur Übung der Praxis kann man ein Arbeitstraining machen. Diese Abläufe werden meist sehr rasch eingeleitet, um die Lehrlinge so schnell wie möglich wieder in den Arbeitsmarkt integrieren zu können.

Welche Rolle spielt die psychische und physische Gesundheit?

Um Rücksicht auf eine gesundheitliche Einschränkung nehmen zu können, wird ein fachärztliches Attest benötigt. Eine andere Möglichkeit ist das Berufsdiagnosezentrum (BDZ). Sollten betroffene Personen Hilfe benötigen, informieren wir sie über verschiedene Anlaufstellen, passend zu ihrer Situation – wie pro mente, Frauennetzwerk und so weiter. Auch in Kursen wird sehr viel Rücksicht auf die Gesundheit genommen: Das AMS bietet Rollstuhlfahrern eine barrierefreie Einrichtung und Transport zum Kurs an.


Hilfe bei Problemen in der Lehre

Diese Ansprechpartner helfen Lehrlingen, wenn es einmal nicht weitergeht:

AMS: Eferding unter Tel. 07272/22020, ams.eferding@ams.at; Grieskirchen unter #+Tel. 07248/6227 10, ams.grieskirchen@ams.at

JugendService: Eferding unter Tel. 07272/75823, jugendservice-eferding@ooe.gv.at; Grieskirchen unter Tel. 07248/64464, jugendservice-grieskirchen@ooe.gv.at
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