10.04.2017, 19:09 Uhr

Wenn das E-Bike zum Kraftrad wird

Kennzeichnungspflicht: Versicherungskaufmann Franz Pichler von uniqa mit Sportradl-Chef Werner Samhaber.

Neue Taferl und noch verwirrende Bestimmungen für bestimmte E-Bikes und S-Pedelacs.

PEUERBACH (raa). Jetzt sind sie endlich da, die neuen Kennzeichen fürdie sogenannten S-Pedelacs. Diese Elektrofahrräder unterstützen ihre Piloten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h mit Motorkraft. Juristisch gesehen sind diese E-Bikes ein Kraftfahrzeug. Damit verbunden ist natürlich eine Kennzeichenpflicht. Dazu gibt es seit 1. April weiße Schilder mit grüner Schrift, die explizit auf Elektrokraft hinweisen. Demnach sind S-Pedelacs Krafträder und unterliegen diversen Vorschriften. Zum einen müssen sie angemeldet und versichert werden. "Sollte mit einem nichtversicherten E-Biker dieser Art ein Unfall mit Personenschaden passieren, kann das sehr schnell sehr sehr teuer werden", weiß Uniqa-Versicherungskaufmann Franz Pichler. Außerdem besteht Helmpflicht, auch wenn ein Fahrradhelm ausreicht. Pflicht ist auch ein Rückspiegel, ein Bremslicht und das jährliche Pickerl. Verboten ist zudem der Transport von Kindern sowohl in einem Kindersitz als auch in einem Anhänger. Das Versicherungsschild muss beleuchtet sein. "Im Grund sprechen wir hier nicht mehr von einem Fahrrad sondern bewegen uns im Bereich des Kraftfahrzeugzulassungsrechts", weiß Werner Samhaber von Sportradl in Peuerbach. So ist beispielsweise auch das Befahren von ausgewiesenen Fahrradwegen mit S-Pedelacs nicht gestattet. Samhaber hat sich mühsam in die gesamte Rechtslage eingelesen und kann seine Kunden fundiert beraten.
Trotz der Wermutstropfen der Kosten für Anmeldung und Versicherung lohnt es sich dennoch, elektrisch unterstützt auf zwei Rädern unterwegs zu sein. Durch ein Aktionspaket zur Förderung der Elektromobilität mit erneuerbarer Energie in Österreich kann der Kauf eines E-Bikes oder S-Pedelacs bezuschusst werden. Diese Förderung gliedert sich in die E-Mobilitätsbonusanteile des Bundes und und des österreichischen Sporthandels mit jeweils 100 Euro. Samhaber stockt das noch mit weiteren 100 Euro auf, sodass, wenn das Elektrofahrrad zu 100 Prozent aus Strom aus Erneuerbaren Energie betrieben wird, die Förderung 300 Euro betragen kann.
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