Illegalen-Aufgriffe nehmen rasant zu
Balkanroute führt durch Bezirk Güssing

Die Grenze bei Reinersdorf ist aktuell einer der "Hot Spots" im Burgenland, was illegale Grenzübertritte betrifft.
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  • Die Grenze bei Reinersdorf ist aktuell einer der "Hot Spots" im Burgenland, was illegale Grenzübertritte betrifft.
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Im Juli wurde im Bezirk Güssing im Durchschnitt täglich eine Gruppe illegaler Einwanderer gefasst.

Die Balkanroute von Südost- nach Mitteleuropa wird von Flüchtlingen und Einwanderern aus Asien und Afrika seit Sommerbeginn immer stärker frequentiert. Im Burgenland wurden heuer schon über 5.000 illegale Einwanderer aufgegriffen, der Großteil davon allein in den letzten Wochen.

Bezirk Güssing ist Nr. 3

Nach den Bezirken Oberpullendorf und Neusiedl ist Güssing bereits die Nummer drei. Allein in den ersten drei Juli-Wochen verzeichnete die Polizei die Aufgriffe von 145  Illegalen. Im Juni waren es noch 24, im Mai 35 gewesen, seit Jahresbeginn sind es insgesamt rund 330. Zwei Hauptfaktoren sind laut Bezirkspolizeikommandant Ewald Dragosits dafür verantwortlich: die Corona-Lockerungen und die warme Witterung.

Zwei "Hot Spots"

Von den Schleppern, die von ungarischer Seite mit den Geschleppten ankommen, sind derzeit zwei Gegenden besonders frequentiert: Reinersdorf und Luising. Hier werden diesseits der "grünen Grenze" die meisten Flüchtlingsgruppen, die bis zu 20 Personen groß sind, aufgegriffen. Aber auch im "Inland" bei Stegersbach und Ollersdorf gab es zuletzt vermehrt Aufgriffe.

Ein Aufgriff pro Tag

Allein zwischen 10. und 25. Juli wurden im Bezirk Güssing 13 Gruppen von illegalen Einwanderern geschnappt. "Das ist durchschnittlich ein Aufgriff pro Tag", berichtet Dragosits.

Aus Asien und Afrika

Das Gros stammt aus Afghanistan, Syrien und dem Irak, auch die Zahl der Afrikaner steigt. Die meisten der Aufgegriffenen sind junge Männer, Frauen und Kinder befinden sich kaum darunter. Fünf Schlepper konnten heuer im Bezirk Güssing bisher festgenommen werden, sie müssen sich vor Gericht verantworten.

Asylanträge

Sobald die Flüchtlinge auf österreichischem Staatsgebiet bei ihrem Aufgriff einen Asylantrag stellen, beginnt das Asylverfahren. Die Erstbefragung wird in Heiligenkreuz vorgenommen. "Stammt ein Asylwerber aus einem sicheren Land, müsste ihn Ungarn theoretisch zurücknehmen. Das passiert aber kaum, weil die meisten ohne Papiere zu uns kommen", so Dragosits.

"Erstes sicheres Land"

In den Transitländern Ungarn oder Serbien stellt so gut wie niemand einen Asylantrag. "Die meisten sehen auf der Balkanroute Österreich als erstes sicheres Land, in dem man Aussicht auf ein gerechtes Asylverfahren hat", weiß Dragosits aus Befragungen.

Heer assistiert

Bei der Grenzüberwachung wird die Polizei vom Bundesheer unterstützt. Vermehrt kommen Hubschrauber und Drohnen zum Einsatz. Zuletzt haben Verteidigungs- und Innenministerium angekündigt, dass die Zahl der Assistenzsoldaten im Burgenland von derzeit 600 auf 1.000 aufgstockt wird.

Der Bezirk Jennersdorf spielt unter Schleppern übrigens so gut wie keine Rolle. Seit Jahresbeginn 2021 wurde hier insgesamt erst acht illegale Einwanderer aufgegriffen.

Die Grenze bei Reinersdorf ist aktuell einer der "Hot Spots" im Burgenland, was illegale Grenzübertritte betrifft.
Polizei und Bundesheer kontrollieren die Staatsgrenze.

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