Farbe Blau beugt Wildunfällen vor

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Alle sechs Minuten passiert auf Österreichs Straßen ein Unfall mit Wildtieren – insgesamt rund 80.000 im Jahr.
Besonders im Herbst und Winter führt der Wildwechsel auf den Straßen immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen. "60 Prozent aller erfassten Sachschadenunfälle finden mit Wildbeteiligung statt. Wenngleich kaum Personenschäden zu beklagen sind, kommen immerhin zehn Prozent des im Burgenland getöteten Wildes - 9.500 im Jahr 2011 - durch Verkehrsunfälle zu Tode. Der Schaden geht in die Millionen", erklärt LR Helmut Bieler.

Blaue Wildwarnreflektoten
Nun soll eine neue Maßnahme Wildunfälle reduzieren. "Wir haben in den letzten Jahren viel in die Verkehrssicherheit investiert und Grünbrücken, Wildschutzzäune sowie an 20 Standorten übergroße Warntafeln errichtet. Nun werden landesweit neue blaue Wildwarnreflektoren installiert, die die Bestehenden ersetzen. Blau ist eine Warnfarbe für die Tiere, da diese nicht der Natur vorkommt. Durch die Wölbung entsteht eine zusätzliche Dynamik und das schreckt die Wildtiere ab. Tests der Boku Wien in den Jahren 2008 bis 2011 haben ergeben, dass blaue Wildwarnreflektoren nachweislich Wildunfälle erheblich reduzieren. Diese sind derzeit das effektivste Mittel", erläutert Bieler.
Nach einer Testphase sollen nunmehr schrittweise auf allen gefährlichen Wildwechselstrecken im Burgenland bestehende rund 5.000 rot-weiße gegen blaue Wildwarnreflektoren ausgetauscht werden.
"Das wird nach Unfallhäufigkeit und in Rücksprache mit der Jägerschaft erfolgen. Die Kosten für die neuen blauen Reflektoren belaufen sich auf rund 5 Euro pro Stück - ein vergleichsweise bescheidener Betrag im Sinne der Verkehrssicherheit", ist Bieler überzeugt.
"Es gibt einen Prioritätenkatalog. Wir konzentrieren uns auf besonders gefährliche Strecken, um dort die Sicherheit zu erhöhen", so Erwin Pausz, Leiter des Bau- und Betriebsdienstleistungzentrums Süd.

Geschwindigkeit ein Risiko
Die Gründe für häufige Unfälle mit Wild sind evident: Hoher Wildbestand, zunehmender Verkehr, immer mehr tierischer Lebensraum von Straßen durchschnitten.
Ein Vergleich macht die möglichen Auswirkungen eines Zusammenstoßes deutlich: Bei rund 60 km/h wird ein Hirsch vom Gewicht her zum Elefanten. Bei 100 km/h vervierfacht sich die Gewalt, die auf das Fahrzeug wirkt. Die Unfallstatistik erfasst nahezu lückenlos alle Wildunfälle mit Sachschäden auf den Landesstraßen B und L und bildet damit die Grundlage für rasche Umsetzung sicherheitsfördernder Gegenmaßnahmen auf Risikostrecken.

Rückgang der Unfälle auf Teststrecken
Im Burgenland werden neben den Gefahrenzeichen bereits seit 20 Jahren Wildwarnreflektoren zur Vermeidung von Wildunfällen eingesetzt. Zur Steigerung der Effizienz installierte die Burgenländische Landesstraßenverwaltung erstmals in der Herbst-Wintersaison 2009/2010 Teststrecken mit blauen Wildwarnreflektoren.
"Die Ergebnisse auf den Teststrecken sprechen eine deutliche Sprache. Beispielsweise ist auf der Lorettoer Straße L213 eine Reduktion der Wildunfälle von über 50 Prozent gelungen, auf der B51 Neusiedler Straße oder B63/Dürnbach, Rechnitz sind es sogar über 70 Prozent!“
Ein Gewöhnungseffekt tritt nach einer österreichweit vorliegenden Zweijahresstudie von 35 Jagdrevieren nicht ein, die Farbe Blau bleibt dem Wild fremd. Es wurde im Testzeitraum von Rückgängen der Verkehrsunfälle an einzelnen Streckenabschnitten um bis zu 80 Prozent berichtet.

Winterreifen und Licht
Nebel, diffuse Lichtverhältnissen, nasse sowie glatte Fahrbahnen erhöhen die Gefahren im Straßenverkehr. Gerade im Spätherbst ist auch die Gefahr von Wildunfällen besonders hoch.
„Fahren mit Licht ist daher ein Gebot der Stunde, betont LR Michaela Resetar. „Die meisten Unfälle ereignen sich zwischen 20 und 22 Uhr, wenn die Tiere am aktivsten sind. Im Vorjahr wurden 11 Personen bei Wildunfällen verletzt“, so Resetar. Ab 1. November bis 15. April gilt wieder die witterungsabhängige Winterausrüstungspflicht für PKWs und Klein-LKWs bis 3,5 t.

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