Nur noch drei
Buschenschanken werden in Heiligenbrunn zur Mangelware

Der größte der verbliebenen Heiligenbrunner Buschenschanken ist jener der Familie Heindl am Zeinerberg.
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Wer das malerische, international bekannte Heiligenbrunner Kellerviertel durchstreift und danach auf ein Glas Wein einkehren möchte, muss Glück haben. Mittlerweile gibt es nur noch drei Buschenschanken, die - übers Jahr verteilt - ausg'steckt haben.

Die Stellung halten Familie Heindl am Zeinerberg, Familie Tripam am Stifterberg und Familie Hafner in der Kellergasse. In rund 80 % der Wochen der heurigen Saison ist das Kellerviertel gastronomisch verwaist.


Buschenschank-Schwund

Zum Vergleich: Noch in den 90er Jahren gab es in Heiligenbrunn 16 gemeldete Buschenschanken. Die letzten, die vor zwei Jahren ihre Buschen eingezogen haben, waren Pfeiffer, Wolf und Kaiser. Sie öffnen nur noch gegen Voranmeldung für Feiern oder Busgruppen.

Die Gründe für den Schwund sind vielfältig, weiß Bürgermeister Johann Trinkl. "Wenn Ältere aufhören, wollen die Kinder oft nicht den Buschenschank übernehmen. Außerdem hat sich das Konsumverhalten bei Alkohol gewandelt, auch behördliche Auflagen spielen eine Rolle." Dem Tages- und Bus-Tourismus tue die Entwicklung sicher nicht gut, so Trinkl.

Lösungsmöglichkeiten gesucht

Die Frage, wie man dem Rückgang begegnen kann, beschäftigt auch den Heiligenbrunner Weinbau- und Kellerverein. "Eine Möglichkeit wäre, dass einzelne Weinbauern den Sommer über abwechselnd zumindest je ein Wochenende offenhalten", meint Obmann Johannes Krammer. Bei einem Vereinsabend am 25. Juni werden Behördenvertreter über die Auflagen informieren, die für das Öffnen von Kellerstöckeln zu beachten sind.

"Auch das Vermieten des eigenen Weinkellers an Ausschenker wäre interessant", so Bürgermeister Trinkl. Neu ist jedenfalls die Idee von Fritz Luisser, der in einem Kellerstöckl eine Selbstbedienungs-Buschenschank eingerichtet hat.

Neuer Verein

Zwecks Belebung des Kellerviertels hat sich im Mai ein weiterer Verein gegründet. "Wir werden nicht nur das Uhudler-Sommerfest und den 'Advent im Kellerviertel' veranstalten, sondern wollen auch neue Kulturaktivitäten setzen", sagt Gastwirt und Obmann Helmut Krutzler. Lesungen, eine "Lange Tafel" oder Wein-Workshops stehen auf der Ideen-Liste. "Wir wollen das Kellerviertel erhalten und schützen, indem wir es nützen", so Krutzler.

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