Diskonter Hofer verhängt Lieferstopp
Güssinger muss Mineralwasserproduktion drosseln

Wegen eines Streits zwischen Güssinger-Eigentümer und Großgläubiger hat Hofer, der größte Kunde des Mineralwasser-Erzeugers, seinen Bezug vorläufig storniert.
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Der Lebensmitteldiskonter Hofer - bis vor drei Wochen größter Kunde des Mineralwasserabfüllers Güssinger - hat die Geschäftsbeziehungen mit dem Sulzer Traditionsbetrieb stillgelegt.

Auslöser war laut einem Bericht des "Kurier" ein Streit zwischen dem Güssinger-Eigentümer und einem bulgarischen Großgläubiger.

Größter Umsatzbringer weg

Hofer hat bis zu 30 Millionen Liter "Vitaquelle" pro Jahr bezogen, schreibt der Kurier. Das soll etwa 80 Prozent der Güssinger-Umsatzes ausgemacht haben.

Den genauen Prozentsatz kann der neue Geschäftsführer Anatoli Boikiw zwar nicht bestätigen, wohl aber die Größenordnung. "Wir produzieren derzeit in ein bis zwei Schichten", teilt er auf Bezirksblatt-Anfrage mit. In den Vorjahren wurden im Sommer stets drei Schichten gefahren.

Eigentümer-Gläubiger-Streit

Anlass für den drastischen Schritt Hofers war ein mit Vorwürfen gespicktes Schreiben des bulgarischen Großgläubigers der Güssinger-Mutter an den Diskonter. Die Bulgaren sollen Kreditschulden über 10,6 Millionen Euro der Mutterfirma bei einer russischen Bank abgelöst und dafür die verpfändeten Sicherheiten (Güssinger-Liegenschaften und -Gesellschaftsanteile, Stimmrechte) erhalten haben.

Güssinger-Eigentümer ist die Finstil-Holding, die wiederum eine Tochter der E & A Beteiligungs GmbH ist. Diese bestreitet, dass den Bulgaren Gesellschaftsanteile und Stimmrechte rechtmäßig übertragen wurden. Am 25. Mai wollten die Bulgaren laut "Kurier" einen neuen Geschäftsführer bei Güssinger einsetzen, seien aber damit beim Firmenbuchgericht abgeblitzt.

Geschäftsführer-Wechsel

Die Mutterfirma ihrerseits hatte zuvor ihre Anteile an eine Treuhandfirma abgetreten, um die Abberufung des damaligen Geschäftsführers Franz Fehringer zu verhindern. Dieser beendete seine Tätigkeit am 23. Juli und wurde durch Anatoli Boikiw ersetzt.

Hofer besteht auf "Redlichkeit"

"Wir sind im laufenden Kontakt mit Hofer", versichert dieser. Der Diskonter will die Geschäftsbeziehungen erst wieder aufnehmen, wenn "die Identität der wirtschaftlichen Berechtigten bei Güssinger und deren verbundenen Gesellschaften" sowie die "Redlichkeit des Lieferanten zweifelsfrei geklärt" seien, heißt es in einer Stellungnahme gegenüber dem Kurier.

Produktion "voll funktionsfähig"

Laut Boikiw sei die Produktion voll funktionsfähig. Da "Vitaquelle", die exklusiv für Hofer erzeugt wird, zurückgefahren wurde, wolle man nun verstärkt die Stamm-Marke Güssinger sowie deren diverse Geschmacksrichtungen produzieren. "Es ist eine unangenehme Situation, aber wir klären das", zeigt sich Boikiw zuversichtlich. Für die 30 Mitarbeiter in Sulz ändere sich nichts.

Autor:

Martin Wurglits aus Güssing

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