25.11.2016, 12:51 Uhr

Bildein: Dorf an der Grenze, aber "ohne Grenzen"

Bildeins "Grenzerfahrungs-Weg" kombiniert für Sandra Schrammel Wandern mit Geschichte.

Sandra Schrammel, eine "Bildeinerin mit Leib und Seele", zeigt die Besonderheiten ihres Heimatorts.

Sandra Schrammel ist - wie sie selbst sagt - "Bildeinerin mit Leib und Seele". Sie ist ihrem Heimatort so sehr verbunden, dass sie ihm sogar ihre Magisterarbeit gewidmet hat. "Vom Dorf an der Grenze zum Dorf ohne Grenzen" lautet der Titel.

"Bildein liegt zwar am ehemaligen Eisernen Vorhang, aber wir haben schon früh damit begonnen, die Grenzlage als Chance zu sehen und zu nutzen", schildert Schrammel. Schon vor über 20 Jahren starteten die ersten grenzüberschreitenden kulturellen Aktivitäten mit Ungarn.

"Grenzerfahrungsweg"

Eine Folge daraus war der 2011 eröffnete "Grenzerfahrungsweg". Die fünf Kilometer lange Wanderstrecke ist gesäumt mit Zeugen der Vergangenheit: Ein ausrangierter Panzer, ein Grenzwachturm, ein begehbarer Bunker, ein Schützengraben und ein Panzergraben machen die düstere Kriegszeit nachvollziehbar. Bild-Text-Tafeln geben den wandernden oder radelnden Besuchern Informationen mit auf den Weg.

Rockfestival "Picture on"

Über die Grenzen des Burgenlands hinaus bekannt ist Bildein vor allem durch das Rockfestival "Picture on", das 2017 zum 18. Mal stattfindet. "Wir haben schon gut 1.000 Reservierungen", erzählt Schrammel stolz, die seit vielen Jahren für Kartenbuchung und Abrechnung zuständig ist. Internationale und österreichische Bands geben sich am 11. und 12. August im Kirchhof und im Apfelgarten ein Stelldichein.

Dorf der kreativen Köpfe

"Picture on" ist zwar ein, aber nicht der einzige kulturelle Höhepunkt im Dorfjahr. Der Verein KuKuK organisiert seit 20 Jahren Kabarettabende, Kino unter freiem Himmel oder die "Irish Night" im März. In der Mediathek finden Konzerte, Vorträge und Ausstellungen statt. "Bildein ist eben ein innovativer Ort mit vielen kreativen Köpfen", schmunzelt Schrammel.

"Geschichte(n)haus" als Museum

Innovativ ist auch das Geschichte(n)haus am Hauptplatz, schließlich wurde es schon mit mehreren Museumspreisen ausgezeichnet. Die "Geschichte(n)haus-Damen" - in der Regel pensionierte Bildeinerinnen - führen Besucher im schönsten hianzischen Dialekt durch die Exponate aus früheren Zeiten. Gegen Voranmeldung ist ein Besuch auch im Winter möglich.

Danach lohnt eine gemütliche Einkehr, entweder nebenan bei den "Wirten" oder in der Hauptstraße in der Konditorei Lendl. "Hier gibt es wunderbare Mehlspeisen, Torten und Lebkuchen", schwärmt Schrammel.

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