11.04.2017, 16:32 Uhr

Steinfurt: Mit dem Besen einen Einbrecher gestellt

Mit dem Besen auf Einbrecherfang: Gastwirt Martin Fandl und seine Verlobte Annett Tschirne bewiesen Zivilcourage. (Foto: Privat)

Dank der Zivilcourage von Martin Fandl konnte die Polizei einen Einschleichdieb und drei Komplizen verhaften.

Ein dreister Einbrecher versuchte, im Gasthaus Fandl Beute zu machen, während der Wirt und die letzten Gäste im Haus waren. Vergeblich. Denn Gastwirt Martin Fandl brachte den Mann zur Strecke - ohne Gewalt, aber dafür mit einem Besen.

Eingeschlichen

Es war Samstagabend. Fandl hielt sich mit seiner Lebensgefährtin und einem Bekannten im Gastraum auf, als sie aus dem Obergeschoß ein verdächtiges Knacksen wahrnahmen. "Es waren sonst keine Gäste im Haus, also war mir sofort klar, dass etwas nicht stimmen konnte", schildert Fandl.

Als er vorsichtig nach oben schlich, bemerkte er eine offene Hintertür. "Ich wusste sofort, dass jemand im Haus sein musste", erzählt Fandl. Also "bewaffnete" er sich mit einem Besen, den er angelehnt fand.

Am Kragen gepackt

In seinem Arbeitszimmer entdeckte er nicht nur offenstehende Kästchen und Laden, sondern auch eine Gestalt hinter einer Kastentür. "Ich habe den Mann angesprochen, er ist hervorgekommen und hat in gebrochenem Deutsch geantwortet. Ich habe ihn sofort am Kragen gepackt und in den Gastraum gebracht. Er hat keine Anstalten gemacht zu flüchten", so Fandl.

Während seine Lebensgefährtin die Polizei alarmierte, suchte der Gastwirt weiter. "Im Freien habe ich dann im Dunkeln ein wartendes Auto gesehen. Mit dem Besen in der Hand bin ich zum Wagen, und in dem Augenblick war schon die Polizei da", schildert Fandl die dramatischen Augenblicke.

Drei Komplizen

Auf einmal setzte sich der Wagen mit drei Insassen in Bewegung. Fandl versuchte zwar, den Weg zu versperren, aber der Lenker schnitt vorbei. "Nach zirka 50 Metern hielt der Wagen, setzte wieder zurück, aber dann war Endstation. Die Polizisten umstellten den Wagen und nahmen die drei ungarischen Insassen fest.

Es dürften offenbar keine Ersttäter gewesen sein. Laut Polizei soll das Quartett für insgesamt ein halbes Dutzend weiterer Einbrüche in den Bezirken Güssing und Oberwart verantwortlich sein. "Zwei der Täter befinden sich in Haft", berichtet Bezirkspolizeikommandant Ewald Dragosits.
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