Mehr Geld für Hospizversorgung
840.000 Euro mehr für Palliativ- und Hospizversorgung

Landesrat Bernhard Tilg und Landeshauptmann Günther Platter freuen sich, dass für Hospiz- und Palliativversorgung künftig mehr Geld zur Verfügung steht.
  • Landesrat Bernhard Tilg und Landeshauptmann Günther Platter freuen sich, dass für Hospiz- und Palliativversorgung künftig mehr Geld zur Verfügung steht.
  • Foto: Land Tirol
  • hochgeladen von Agnes Czingulszki (acz)

Die Versorgung von schwer kranken und sterbenden Menschen wird durch Mobile Palliativteams bereits in zwei Dritteln der Bezirke Tirols ermöglicht. „Mit der Implementierung dieser Teams sind der Bedarf und die Nachfrage erheblich gestiegen, weshalb das Land Tirol gemeinsam mit den Sozialversicherungsträgern nun eine flächendeckende Verdoppelung der Personaldecke tirolweit mit einer Verdoppelung des Budgets finanziert“, informiert Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg.

INNSBRUCK/INNSBRUCK-LAND. In der letzten Sitzung der Landes-Zielsteuerungskommission wurde dem Tiroler Gesundheitsfonds und den Sozialversicherungsträgern grünes Licht gegeben, eine Aufstockung des Personals um das Doppelte vorzunehmen, was in Folge eine Steigerung der Finanzierung um 82 Prozent mit sich bringt. „Das Land Tirol nimmt gemeinsam mit den Sozialversicherungsträgern nun zusätzliche zwei Millionen Euro für die flächendeckende Palliativ- und Hospizversorgung der Tiroler Bevölkerung in die Hand. Das jährliche Budget liegt nun bei rund 4,3 Millionen Euro“, so LR Tilg. Mit der Koordination und Vernetzung der Palliativteams ist das Landesinstitut für Integrierte Versorgung (LIV) betraut.

Versorgung in Innsbruck und Innsbruck-Land

Die Bezirke Innsbruck und Innsbruck-Land werden von Mobilen Teams der Tiroler Hospizgemeinschaft versorgt. Die zwei Bezirke haben rund 310.000 Einwohner (Innsbruck rund 132.000 und Innsbruck-Land rund 178.000). Bisher wurden vom Tiroler Gesundheitsfonds und der Sozialversicherung 4 Vollzeitäquivalente (VZÄ) finanziert. Die Differenz auf die 9,3 VZÄ wurde aus Spendengeldern finanziert. Die jährlichen Kosten für die 4 VZÄ beliefen sich auf € 364.947,-. Die Teams setzen sich aus Ärzten, spezialisiertem Pflegepersonal sowie aus Sozialarbeitern und weiteren MitarbeiterInnen zusammen. Nun wurde beschlossen die Teams tirolweit zu vergrößern. Die Anpassung der Teamgrößen orientiert sich am Expertenpapier „Abgestufte Hospiz- und Palliativversorgung für Erwachsene“ (Gesundheit Österreich GmbH, 2014), ausgehend von der Einwohnerzahl der Bezirke. So wird nun das Team in Innsbruck und Innsbruck-Land auf 13 Vollzeitäquivalente aufgestockt, was einer 225% (+9 VZÄ) Personalsteigerung entspricht. Das schlägt sich auch in den Kosten nieder. Diese erhöhen sich um € 677.653,- auf eine Summe von € 1.042.600,-. Das entspricht einer Steigerung von 186 Prozent. Das Team in Innsbruck und Innsbruck-Land wird mit Anfang des Jahres 2019 aufgestockt. Die 24h Rufbereitschaft ist bereits Teil der Aufgaben des Teams und wurde bisher über Spenden finanziert.

Palliativkonsiliardienste LKH Innsbruck und LKH Hall

Auch die Teams im Bereich der Palliativkonsiliardienste werden aufgestockt. Der Palliativkonsiliardienst am LKH Hall wurde im März 2016 eingerichtet. Das LKH Innsbruck folgte dann im Oktober 2016. Insgesamt verfügen die beiden Häuser über 1.846 Betten (IBK 1.356 und Hall 490). Nun soll das Team an der Klinik Innsbrucker von insgesamt 3 Vollzeitäquivalenten auf 5 VZÄ aufgestockt werden, was einer Steigerung von 36% (+2 VZÄ) entspricht. Das Team in Hall ist bereits mit 2,5 VZÄ entsprechend der Qualitätskriterien ausgestattet. Bisher beliefen sich die Kosten für die Konsiliardienste auf € 410.000,-. Die Personalaufstockung bedeutet Zusatzkosten von €161.000,- auf insgesamt € 571.000,-, was eine Steigerung von 39 Prozent bedeutet.

Aufgaben des Palliativteams

Die Palliativteams sind als Palliativkonsiliardienste im stationären Bereich, aber auch als Mobile Teams bei Betroffenen tätig. Die Palliativteams setzen sich aus speziell ausgebildeten ÄrztInnen sowie diplomierten Pflegekräften, Diplom-SozialarbeiterInnen, PsychologInnen usw. zusammen. Diese unterstützen HausärztInnen und Hauskrankenpflege und begleiten Betroffene und ihre Angehörigen in medizinischer, pflegerischer, sozialrechtlicher und psychologischer Hinsicht. Sie erhalten und/oder verbessern die Lebensqualität von schwer und unheilbar erkrankten Menschen. Weiters helfen die Palliativteams beim Aufbau eines Betreuungsnetzwerkes und unterstützen bei der Behandlung von Schmerzen und anderen Symptomen. Alle diese Bemühungen dienen dem Versuch, einen Verbleib in der vertrauten Umgebung zu ermöglichen. Die Begleitung der Angehörigen hat einen großen Stellenwert.

Hohe Nachfrage

Im Zuge der Ausrollung der Projekte konnte eine starke Nachfrage der Palliativteams verzeichnet werden. Daraufhin wurde der Entschluss gefasst, die Personalausstattung zu erhöhen. Die Anpassung der Teamgrößen orientiert sich am Expertenpapier „Abgestufte Hospiz- und Palliativversorgung für Erwachsene“ (Gesundheit Österreich GmbH, 2014) und am Weißbuch der Europäischen Gesellschaft für Palliative Care (EAPC), Für die Ausrollung der drei anstehenden Bezirke Schwaz, Imst und Landeck stehen bereits erhöhte Personalressourcen zur Verfügung. Die flächendeckende Ausrollung der Hospiz- und Palliativversorgung Tirols ist bis zur ersten Jahreshälfte 2020 geplant. Insgesamt wird das Hospiz- und Palliativteam in Tirol verdoppelt von 26,7 VZÄ auf 53,3 VZÄ, was einem Plus von 100% entspricht.

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