Interview
Abfallberater Michael Neuner im Gespräch

Umweltberater der Stadtgemeinde Hall und Leiter des Umweltamts, Michael Neuner hat die Antworten auf die Fragen.
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HALL. Wie viel Müll produziert die Stadt Hall im Jahr eigentlich und wie geht man mit Problemstoffen um? Michael Neuner, der Umweltberater der Stadtgemeinde Hall und Leiter des Umweltamts, hat die Antworten.

Herr Neuner, welche Probleme gibt es bei der Recyclingsammlung?

Das fängt mit der Disziplin der Leute an. Siehe bei uns in Hall, da haben wir 69 Sammelinseln. Jeder Haller Bürger hat im Normalfall nicht weiter als 300 Meter zu seiner Sammelinsel und kann an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr seine Wertstoffe Papier, Karton, Metall, Kunststoff, Bunt- und Weißglas dort entsorgen. In anderen Gemeinden hat man diese Möglichkeit an maximal zwei Tagen. So entstehen die Probleme dadurch, dass die Leute nicht wissen, wo sie ihre Recyclingstoffe hinbringen sollen, sie fahren dann woanders hin. Dieses Problem haben wir zurzeit in Hall. Wir haben eine ganz hohe Rücklaufquote. Sammelmengen, die für Tirol überdurchschnittlich sind. Das kommt daher, dass von den Umlandgemeinden bei uns in der Stadt Hall eingeworfen wird. Leider halten sich einige nicht an die Mülltrennung und laden alles Mögliche ab. Dadurch kommt das System ins Wanken.

Wie groß ist die Menge an Müll, die in Hall produziert wird?
Den Müll muss man unterscheiden. Restmüll, also Hausmüll, hatten wir im letzten Jahr knapp 845 Tonnen. Wenn man das durchrechnet, kommt man auf ungefähr 60 Kilo pro Einwohner im Jahr. Zum Vergleich beim Altholz hatten wir 885 Tonnen gesammelt. Darunter sind zum größten Teil Möbel und sonstige Sachen aus Holz, die die Leute vorbeibringen. Der Holzanteil ist also fast gleich hoch wie beim Restmüll. Beim Bioabfall sind es 1.021 Tonnen, Papier 947 Tonnen. Wir trennen Karton und Papier. Daran sieht man, dass der Restmüllanteil eigentlich klein ist, aber alle anderen Stoffe nach oben wachsen.

Wie wird die Müllgebühr in der Stadtgemeinde Hall geregelt?

Bei uns in der Stadt Hall ist das anders als bei anderen Gemeinden. Wir verrechnen nämlich nach Personenaufkommen. Eine fünfköpfige Familie zum Beispiel verbraucht mehr als einer alleine. Daher bekommt jeder je nach Personenanzahl im Haushalt eine gewisse Anzahl an Restmüllsäcken. Somit sind die Bürger angehalten, richtig zu trennen, da sie sonst mit den Säcken nicht auskommen und welche nachkaufen müssen. Die Kosten ergeben sich aufgrund der Müllgebühr, die wir auf der Deponie zahlen. Dazu zählen muss man die Müllsammlung, Personal, Transportkosten samt den Müllwagen, die Wertstoffsammelinseln und den Recyclinghof.

Inwiefern sind die Kosten für den Haller Bürger gestiegen?
Nach 12 Jahren hatten wir heuer die erste Müllgebührenerhöhung. Wir haben es in den letzten Jahren relativ stabil gehalten. Aber es gab einen Anstieg um die 10 Prozent.

Wie sieht es mit gefährlichen Abfällen aus, wie und wohin werden diese entsorgt?

Problemstoffe sammelt die Stadtgemeinde Hall seit 1985. Da waren wir eine der ersten in Tirol. Letztes Jahr haben wir an die 179 Tonnen Problemstoffe gesammelt. Dazu zählen Bildschirme und anderer Elektroschrott, aber auch Medikamente. Die Problemstoffe werden von unseren Mitarbeitern getrennt und verwogen. Dann gibt es eine Ausschreibung. Im Anschluss werden die Stoffe von einer Firma abgeholt. Für den Elektroschrott bekommt die Gemeinde für die Sammlung eine Vergütung, weil man die Entsorgung schon beim Kaufen mitbezahlt.

Was gehört ins Altglas und was nicht?
Ein Buntglas im Weißglas ist nicht gut und führt zu großen Problemen. Wenn die zwei vermischt werden, kann kein Weißglas mehr erzeugt werden, weil es dann verunreinigt ist. Bilderrahmen gehören in die Recyclinghöfe zum Flachglas, Glühbirnen in den Restmüll.


Mehr dazu

https://www.meinbezirk.at/tag/m%C3%BCllsammlung

Umweltberater der Stadtgemeinde Hall und Leiter des Umweltamts, Michael Neuner hat die Antworten auf die Fragen.
Autor:

Michael Kendlbacher aus Hall-Rum

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