Brennerei Ebner ist Landessieger
Absam: Die vier B in Ebner

Schnapsbrennen ist Leidenschaft: Arno Pauli treibt sie auf die Spitze und holt sich zum 2. Mal den Landestitel.
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  • Schnapsbrennen ist Leidenschaft: Arno Pauli treibt sie auf die Spitze und holt sich zum 2. Mal den Landestitel.
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ABSAM. "Wir sind für unsere vier Bs bekannt", sagt Arno Pauli vom Gasthaus Ebner mit nicht wenig Stolz. "Brauen, Brennen, Beherbergen und Bewirten." Wir sitzen im blauen Haus in der Karl-Zanger-Straße in Absam und es riecht nach gegorenem Obst. Rundherum sind elegante Flaschen mit roten Etiketten aufgestellt. "Wir haben ungefähr dreißig Schnapssorten", zeigt Pauli beim BEZIRKSBLÄTTER-Besuch auf die Regale. An den Wänden hängen zahlreiche Urkunden. Die neueste hat noch keinen Platz zwischen ihnen bekommen: Schließlich wurde sie erst kürzlich verliehen und lehnt somit gut sichtbar am Ende des langen Verkostungstisches. Die Brennerei Ebner ist – neben Florian Kranebitter (Inzing) und Markus Spitaler (Hippach) – Landessieger in Tirol geworden. Und das schon zum zweiten Mal. Schnaps habe man im Gasthaus Ebner seit 1930 gebrannt. Als Pauli – der übrigens auch Absamer Vizebürgermeister ist – die Geschicke vom Schwiegervater übernommen hat, professionalisierte er den Vertrieb. Er kaufte einheitliche Flaschen und ließ Etiketten produzieren, was bei den "Alten" für Kopfschütteln gesorgt hat. Die Preise und Anerkennungen, die er mit seinen Bränden gemacht hat, haben sie umgestimmt: "Als ich das erste Mal Landessieger geworden bin, hab' ich gedacht, es gibt nix Schöneres. Es hat mich bestätigt, dass ich auf einem guten Weg bin", freut sich Pauli.

Kein Melonenschnaps

Er ist nicht nur einer, der seinen Job gut machen will, er will auch Neues ausprobieren und stellt mir einen außergewöhnlichen Brand vor die Nase. "Das wurde aus Südtiroler Schüttelbrot gebrannt." Keine Frage: Er riecht nach Kümmel und schmeckt süßlich. Was denn der größte Fail seiner Karriere war, will ich wissen. "So was gibt es nicht, aber was ich nicht mehr machen werde, ist Melonenschnaps." Er schmecke zwar sehr gut, der Aufwand sei aber nicht gerechtfertigt. Die Früchte, die er verarbeitet kommen großteils aus Tirol und Südtirol. Pauli erklärt: "Ich habe seit Jahren die gleichen Zulieferer. Die Qualität muss passen, wegen dem Geld feilsche ich nicht." Wer einen guten Schnaps trinken will, der muss daher seinen Preis zahlen. "Qualität kostet nun mal". So werden zum Beispiel aus 150 Liter Apfelmeische 4-5 Liter Brand. Bei Himbeere ist das noch geringer. Da fließen aus dem Brandkessel bei gleicher Menge zum Schluss höchstens zwei Liter heraus. Was nach dem Brennen noch übrigbleibt wird auch weiterverwertet. "Das kommt dann aufs Feld", so Pauli.

Brauerei inklusive

Seit 2012 ist auch eine neue Leidenschaft hinzugekommen: das Bierbrauen. Im Gasthof der Familie werden jede Woche 400 Liter frisches Bier gebraut. Märzen, Pils und Weizen gibt es immer, dazu kommen spezielle Biersorten, die von Jahreszeit oder Festen abhängig sind: Honigbier, Pale Ale oder Weihnachts-Bockbier. Die Produktion findet im ehemaligen Tanzsalon hinter dem Gasthaus statt. Hier verarbeitet Pauli die Zutaten aus Bayern und füllt sie in Flaschen aus Italien ein. Die Kunden sind großteils die Gäste des Gasthauses, aber er hat auch viel Kundschaft, die ab Hof von ihm einkauft.
Zum Schluss des BEZIRKSBLÄTTER-Besuches kommen wir noch auf das Gebäude der Schnapsbrennerei zu sprechen: Die Fassade ist blau – für einen Ort, an dem Alkohol hergestellt wird, eine humorvolle Andeutung. "Das war teils Absicht, teils Zufall", erklärt Pauli, "Die Originalfarbe wäre etwas anders geworden. Jetzt ist es aber wie das blaue Backhaus in Kematen. Viele, die einen Weg beschreiben, orientieren sich sogar an diesem Haus." Grund zur Veränderung sieht Pauli nicht und bleibt seiner Schnapsschiene auch weiterhin treu und sagt schließlich: "Ich arbeite sehr viel, aber das macht mir nichts aus, das ist ja meine Leidenschaft."

Autor:

Agnes Czingulszki (acz) aus Innsbruck

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