Goldgrube Airbnb?
Airbnb lockt im Gebiet mit 1.397 Euro

Airbnb bewirbt sein Angebot: Wenn eine Unterkunft für einen halben Monat gebucht wird, könnte man 1.315 Euro verdienen.
2Bilder
  • Airbnb bewirbt sein Angebot: Wenn eine Unterkunft für einen halben Monat gebucht wird, könnte man 1.315 Euro verdienen.
  • Foto: Screenshot Airbnb
  • hochgeladen von Agnes Czingulszki (acz)

Die Plattform für Privatunterkünfte boomt, doch sind nicht alle glücklich. Auch in Hall führt sie zu Problemen.

IBK-LAND. 1.397 Euro für einen halben Monat: Wer seine Unterkunft auf Airbnb in Volders vermietet, kann im Schnitt für 15 Tage fast 1.400 Euro verdienen. Die Vermittlungsfirma für Privatunterkünfte aus dem Silicon Valley bewirbt sein Angebot damit auf ihrer Webseite. Hier kann der potentielle Gastgeber den Ort eintragen, in welchem er seine Unterkunft zur Verfügung stellt, und die Maschine spuckt eine – meist sehr ansehnliche – Summe aus. Berechnet werden die Einnahmen im Vergleich zu den Angeboten, die es jetzt schon am Markt für dieses Gebiet gibt. Damit macht sich Airbnb aber nicht nur Freunde. In Innsbruck und Umgebung ist das Angebot noch ein weiterer Tropfen in ein Fass, das seit geraumer Zeit überläuft. Nicht nur der Wohnungsmarkt wird immer unerschwinglicher, durch Airbnb ergeben sich auch Fragen zur Sicherheit und der Wettbewerbsgleichheit. Airbnb ist deswegen so gefährlich, erklärt LA und Tourismus-Obmann der WK Mario Gerber, weil es überhaupt keine Kontrolle darüber gibt. Tourismusabgabe, Kurtaxe, Meldepflicht, Steuerzahlung – wer heute Airbnb macht, spart sich eine Menge Geld, das sonst im Falle von Hotels oder Privatzimmern in den Topf der Tourismusverbände, Gemeinden, Länder und des Bundes fließen würde. Wer in die Airbnb-Wohnungen kommt, ist auch nicht klar. Es herrscht zwar Meldepflicht, jedoch hält sich von den Vermietern niemand daran, ist sich Gerber sicher. Trotzdem will er den Dienstleister nicht verteufeln, im Gegenteil: "Touristisch gesehen ist es ein extrem wichtiges Produkt." Schließlich befeuere es die Wirtschaft durch Touristenbesuche in Museen, Gasthäusern und Geschäften.

"Verdient mehr"

Für die Haller Bgm. Eva Posch ist klar, dass jeder mit seinem Eigentum machen dürfen sollte, was er will. "Natürlich drückt das das Wohnungsangebot", erklärt sie weiter, "nur darf man nicht vergessen, dass es schon vor Airbnb Wohnungsknappheit gegeben hat." Für sie ist in dieser Angelegenheit eines besonders wichtig: Dass keine Gemeindewohnungen auf der Webseite von Airbnb landen. "Es gibt einen Mitarbeiter, der die Anzeigen regelmäßig kontrolliert. Bisher ist mir aber kein Missbrauch bekannt." Auch die Obfrau des Wohnungsausschusses StR Irene Partl (FPÖ) kennt das Problem, ist aber weniger alarmiert. Sie will eine Lösung durch die Änderung des bundesweiten Mietrechtssystems – darin sieht sie den Haken: "Der Vermieter muss sich laut Mietrecht für mindestens drei Jahre binden. Dann vermietet er seine Wohnung lieber gleich auf Airbnb. Dort ist er flexibler und verdient mehr."

Einnahme-Potential im Detail

Das Einzugsgebiet der Bezirksblätter Hall-Rum umfasst 15 Gemeinden. Wieviele Angebote es genau in diesem Gebiet gibt, weiß keiner. Nicht in allen Gemeinden gibt es Airbnb-Angebote, trotzdem kann man sich die potentiellen Einnahmen für einen halben Monat errechnen lassen. Vom höchsten Angebot bis zum niedrigsten (Stand: 21. Februar 2019):

Volders: 1.397 Euro
Hall: 1.380 Euro
Rum: 1.348 Euro
Thaur: 1.348 Euro
Ampass: 1.347 Euro
Aldrans: 1.347 Euro
Mils: 1.315 Euro
Baumkirchen: 1.315 Euro
Fritzens 1.315 Euro
Absam: 1.315 Euro
Gnadenwald: 1.315 Euro
Tulfes: 1.314 Euro
Rinn: 1.220 Euro
Lans: 1.141 Euro
Sistrans: 1.141 Euro
(Innsbruck im Vergleich: 1.459 Euro)

Allgemein über Airbnb

Airbnb wurde im US-amerikanischen Silicon Valley im Jahr 2008 gegründet. Auf der Vermietungsplattform können sowohl Gewerbliche, wie auch Private ihre Unterkünfte anbieten, jedoch ohne, dass Airbnb rechtliche Konsequenzen übernehmen würde. Laut Angaben einer deutschen Versicherungsanstalt (ARAG) konnte Airbnb im Zeitraum zwischen 2008 und 2016 insgesamt 20 Millionen Nächtigungen verzeichnen. Laut Stand August 2017 werden auf der Webseite Unterkünfte jeglicher Art in über 190 Ländern angeboten. Die Stadt mit den meisten Airbnb-Unterkünften war im Jahr 2016 übrigens Paris mit 78.000 Angeboten – gefolgt von London (47.000 Angebote) und New York (46.000 Angebote). Die Pariser Bürgermeisterin – Anne Hidalgo – ließ kürzlich mit einer Forderung gegenüber Airbnb aufhorchen. Demnach zieht die Stadt gegen die Vermittlungsplattform wegen illegaler Wohnungsvermietung in den Ring. Tausend Wohnungen seien demnach nicht bei der Stadt registriert – für jede einzelne will Hidalgo eine Strafe von 12.500 Euro einheben, was in Summer 12,5 Mio. Euro ausmachen würde. Ob die Bürgermeisterin vor Gericht erfolgreich sein wird, stellt sich erst noch raus. Airbnb weist jedenfalls alle Vorwürfe zurück.

Airbnb bewirbt sein Angebot: Wenn eine Unterkunft für einen halben Monat gebucht wird, könnte man 1.315 Euro verdienen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen