Restaurant Geisterburg
Betriebsleiter Benjamin Rimml im Interview

Der Betriebsleiter der Geisterburg Benjamin Rimml.
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  • Der Betriebsleiter der Geisterburg Benjamin Rimml.
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Die Familie Cammerlander sperrte nach der Verkündung des Insolvenzverfahrens mit 25. September 2019 das Restaurant Geisterburg in Hall wieder auf. Der langjährige Betriebsleiter Benjamin Rimml und sein Team sind überglücklich, dass das Traditionsgasthaus weitergeführt werden kann. Die Bezirksblätter haben ihn zum Interview geladen.

Herr Rimml, seit wann sind Sie in der Gastronomie tätig? Und Wie kam es dazu?

Seit August 2010 bin ich Betriebsleiter in der Geisterburg. Ich war aber schon immer in der Gastro tätig. Nach der Hotelfachschule Villa Blanka ging ich zum Zivildienst. Danach war ich in Kitzbühel und hatte dort ein Restaurant für zwei Jahre. Im Anschluss habe ich die Geisterburg übernommen. Ich bin mit der Gastro aufgewachsen, da meine Eltern auch aus der Gastronomie kommen.

Die Familie Cammerlander hat ja dafür gesorgt, dass man nach knapp einer Woche die Geisterburg wieder aufsperren konnte. Wie ist der Stand der Dinge?

Eigentlich hat es keine Woche gedauert, sondern nur zwei Tage. Wir wussten sehr schnell, dass es wieder weitergeht. Der Rest war halt Formsache mit den Verträgen und den Lieferanten. Wir haben wieder offen, als wäre nie etwas gewesen. Einfach weil ich gemerkt habe, dass die Geisterburg eine Institution in Hall ist und wir viel Zuspruch aus der Bevölkerung bekommen haben.

Wie kam es zu der Entscheidung die Geisterburg doch weiterzuführen?

Die Familie Cammerlander hat sofort reagiert. Es war schnell klar, dass das Insolvenzverfahren nicht an der Geisterburg liegt. Wenn die Geisterburg in Hall nicht mehr wäre, würde einfach etwas fehlen in der Stadt. Vor allem mir würde etwas fehlen. Deswegen war sofort klar, dass es weitergeht.

Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie vom Konkurs erfahren haben?
Natürlich war das nicht einfach. Dadurch dass ich schon seit neun Jahren dabei und mit diesem Haus sehr verbunden bin. Man kennt ja jede Ecke und jeden Winkel im Restaurant. Es war sowohl für meine Mitarbeiter als auch für mich ein großer Schock. Aber irgendwie muss man auch sagen, dass es etwas Gutes hatte. Für uns war es wie ein Neuanfang. Ich konnte aus der kurzen Zeit viel mitnehmen, muss ich sagen. Einfach dass man auch die Dinge wieder anders sieht und nicht selbstverständlich, um damit neu anzufangen.

Die Geisterburg ist in gewisser Weise ein Familienunternehmen was zeichnet die Geisterburg in Hall aus?
Was uns auszeichnet, ist, glaube ich, das Familiäre. Wir sind ein Familienbetrieb und das seit 1985. Ich bin zwar kein Cammerlander, aber mein Vater war der erste Betriebsleiter in der Geisterburg. Das war Zufall. Ich habe einen Küchenchef, der ist 1985 von meinem Vater eingestellt worden und letztes Jahr ging dieser unter meiner Führung in Pension. Obwohl wir nicht zur Familie Cammerlander gehören, haben wir sogar noch unter der Familie Rimml einen persönlichen Bezug zur Geisterburg. Und das schätzen glaube ich, auch die Haller und der Rest der Bevölkerung. Viele Haller haben ja hier im Haus ihre Erstkommunion oder ihre Weihnachtsfeier gefeiert. 

Im Internet gab es ziemlich viel Kritik über die Pleite. Was sagen Sie dazu?
Ich bin solchen Sachen im Internet sehr kritisch gegenüber. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe nichts davon gelesen. 

Wie schätzen Sie die Gastroszene in Hall ein?
Ich finde sie nicht schlecht. Es gibt irrsinnig tolle Cafés und Weinbars. Auch untereinander gibt es einen tollen Zusammenhalt. Wir haben zum Beispiel den Verein Salzgast, wo sechs Gastrobetriebe Mitglied sind. Gasthaussterben ja, aber oft ist es auch selbstgemacht. Also ich glaube, wenn man was dagegen tut, dann gibt es kein Gasthaussterben. 

Mit welchen Herausforderungen hat man zu kämpfen?
Natürlich mit vielen Herausforderungen. Die Konkurrenz ist groß. Angefangen von Behörden bis Mitarbeiter. 

Mit 1. November gilt das Nichtrauchergesetz in der Gastronomie. Wie geht man damit in der Geisterburg um?
Wir haben keinen Raucherbereich mehr, und das schon seit 1. Juni 2019. Wir sind ja auch keine Bar. Für die Geisterburg sehe ich das Gesetz sehr gelassen. Für die anderen Betriebe, wie Nachtlokale oder die Barszene, sehe ich es eher kritisch. 

Kann die Region hoffen, dass die Geisterburg auch in Zukunft erhalten bleiben wird?
Wir bleiben da. Es ist unser Ziel, dass wir langfristig die nächsten Jahre hierbleiben. In den neun Jahren in denen ich hier bin, komme ich einfach immer gerne her. Die Gäste freut es, dass wir hier sind und das freut mich. Ich mache meinen Job einfach sehr gerne.

Der Betriebsleiter der Geisterburg Benjamin Rimml.
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