Das gute Gefühl, willkommen zu sein

Der FC Sans Papiers Innsbruck bietet Asylwerbern die Möglichkeit einer sportlichen Betätigung.
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Mohammad Shahabzada, Homayun Hossaini, Mohammad Mohammadi, Jamshid Bayat, Ruhullah Nouri, Ehsan Rahimi, Mohammad Haidari, Rahmatullah Rezai, Mansur Sakhizada, Hadi Haidari, Hossein Sadeghi, Ahoora Arghashi, Mohammad Mohseni, Alireza Azimi, Salim Naghawi und Habib Hoseini haben eines gemeinsam. Sie sind Asylwerber, die in Heimen in ganz Tirol untergebracht sind. Freilich teilen sie auch noch etwas anderes: Die Liebe zum Fußballsport, die zur Gründung des Vereins FC Sans Papiers Innsbruck führte. Die Innsbrucker SP-Gemeindrätin Angela Eberl ist die Obfrau des Vereins, als Trainer fungiert Mario Bachlechner aus Axams. "Sans Papiers" heißt auf deutsch "ohne Papiere" und beschreibt den auch heute noch für viele Vereinsmitglieder gültigen Ist-Zustand! Mario Bachlechner, ist selbständiger Gesundheits-Coach und läßt sich aktuell zum Heilmasseur ausbilden, nahm vor rund einem Jahr den größten Wunsch der Spieler ernst: "Sie wollten nicht nur als Hobbymannschaft spielen, sondern in einer Spielklasse des Tiroler Fußballverbandes. Der Wunsch wurde von TFV-Präsident Sepp Geisler und dem Präsidium unter Anwendung einiger Sonderstatuten erfüllt – die 2. Klasse Mitte war um einen willkommenen Verein reicher.

Schwerer Start

Der Start in der Liga war mühsam, berichtet der Coach. Nach einer Niederlagenserie zu Beginn ist der FC Sans Papiers aber seit vier Spielen ungeschlagen und überwintert am 10. Tabellenplatz. Trainer Mario Bachlechner freut sich natürlich über den sportlichen Erfolg, wenngleich für ihn aber auch andere Belange von Bedeutung sind. "Die Asylwerber kommen aus Afganistan, dem Iran, aus Albanien und aus Somalia. Sie sind zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammengewachsen, die ein gemeinsames Ziel verfolgt und die großen Sorgen wenigstens für einige Zeit in den Hintergrund rücken lassen."
Unterstützung

Der Coach legt Wert auf Respekt und auf Teamgeist, den man sich aber erst erarbeiten muss. "Wir möchten den Menschen das gute Gefühl vermitteln, willkommen zu sein. Es gibt aber auch einen zehn-Punkte-Verhaltenskodex. Wer gegen diesen des öfteren verstößt darf den Verein wieder verlassen. Selbstverständlich ist da auch Geduld gefragt, aber es hat in all der Zeit nicht mehr Konflikte gegeben als bei anderen Vereinen!" Unterstützung wird aber nicht nur im sportlichen Bereich geboten. "Wir halten engen Kontakt mit den Flüchtlingsbetreuern und versuchen, vor allem in den Behördenverfahren Hilfestellung zu geben. Das ist vielfach auch schon gelungen!" Wird ein Verfahren positiv abgeschlossen, so werden auch der Trainer, seine Freundin Angelika, Obfrau Angela Eberl und alle, die sich bemühen, belohnt: "Wir dürfen am Glücksgefühl dieser Menschen teilhaben – das ist einfach schön", so der Coach, von dem Insider behaupten, dass er für viele seiner Schützlinge bereits eine Art "Ersatzvater" geworden ist.
Mit Papieren

Die Wertschätzung der gegnerischen Mannschaften sowie des Tiroler Fußballverbandes ist ein weiterer Baustein des Erfolgsprojektes. Anfragen von einheimischen Spielern um Aufnahme müssen allerdings zurückgewiesen werden – die Mannschaft hat wie erwähnt einen Sonderstatus und will deshalb nur aus Flüchtlingen bestehen. Klar ist aber eines: Auch, wenn jemand inzwischen mit Papieren ausgestattet wird, ist die Mitgliedschaft beim "Fußballclub ohne Papiere" weiterhin möglich.
Apropos Unterstützung: Spielbetrieb, Ausrüstung und Reisekosten erfordern großen finanziellen Aufwand – sollte jemand helfen wollen, ist Trainer Mario Bachlechner unter der E-Mail-Adresse bachlechnermario@gmail.com der richtige Ansprechpartner und freut sich unter dieser Mobilnummer 0664/452 46 36 auch auf Ihren Anruf!

Autor:

Manfred Hassl aus Westliches Mittelgebirge

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